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Im Rampenlicht: Cooper Island

10. Juli 2026 um 08:00

Cooper Island | Andreas Odendahl (Ode)| 60 – 120 Minuten | 2 – 4 Personen |Frosted Games/Pegasus Spiele

In Cooper Island versuchen die Spielenden eine Insel fernab ihrer alten Heimat zu kolonisieren und nehmen sich dabei jeweils einen Teil vor und erkunden diesen. Ausgelegte Landschaftsplättchen bieten dabei Ressourcen, die wiederum zur Ernährung der Arbeiter*innen, dem Handel oder dem Errichten von Gebäuden genutzt werden. Auf den Inseln müssen noch Barrieren entfernt, Statuen errichtet und Schiffe beliefert werden. Mit zwei Schiffen, die jeweils in entgegengesetzte Richtungen fahren, werden die Punkte markiert. Werden dabei kleinere Inseln überschritten, gibt es weitere Vorteile. Nach fünf Runden endet das Spiel und wer mit seinen Schiffen am weitesten fortgeschritten ist, gewinnt das Spiel. Soviel zur Setting und einigen Mechaniken, doch kann Cooper Island aus dem Jahr 2019 immer noch Spielende an den Tisch locken? Diese Frage beantworten einige Mitglieder des Beeple Netzwerk für sich im aktuellen Rampenlicht.

 

 

 

 

Fabian (Bretter Late Than Never)
Cooper, der Hund des Kapitäns, entdeckt nach langen Wochen auf See als erster wieder Land: eine unerforschte Insel, die umgehend nach ihrem Entdecker zu „Cooper Island“ benannt wird. Leider lässt die aktuelle Mission keine ausführliche Erkundung zu und man muss unverrichteter Dinge weitersegeln. Doch einige Jahre später sind wir inklusive Cooper zurück und das Abenteuer beginnt. Von diesem schönen Fluff-Text, der von Spielererfinder Odes realem und kürzlich leider verstorbenen tierischen Freund Cooper inspiriert wurde (der es übrigens auch auf eine Promo-Karte in Underwater Cities geschafft hat), bleibt in diesem knallharten, eigentlich ziemlich abstrakten Euro-Game am Ende nicht viel übrig. Trotzdem startet bei mir jede Partie mit dem Vorlesen dieser Einleitung, weil sie mir so gut gefällt. A propos lesen: Die Spielanleitung ist mit Abstand die beste, die ich bisher gelesen habe. Das Spiel selbst lässt dann Euro-Gamer-Herzen höher schlagen: Doppelhex-Teilchen in die Breite und (!) in die Höhe puzzeln, Ressourcen managen, Aufträge erfüllen, Fähigkeiten freischalten und ein paar der hart zu erarbeitenden Punkte verdienen, um zu gewinnen – ganz wunderbar. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Trip auf die Insel. Bis dahin: Gute Reise, Cooper!
Mathias - Cliquenabend Mathias (Cliquenabend)
Ich weiß noch, dass ich meine erste Partie von Cooper Island auf meinem ersten Beeple Wochenende gespielt und das Spiel von Matthias Nagy erklärt bekommen habe (übrigens ein hervorragender Erklärer). Irgendwann – so nach etwa der Hälfte des Spiels – habe ich ihn gefragt, was denn ein gutes Ergebnis für die Erstpartie wäre. Ich meine mich zu erinnern, dass er „so um die 15 Punkte“ gesagt hat – ich hatte zu diesem Zeitpunkt eher so um die fünf und am Ende auch die genannte Punktzahl nicht erreicht. Dennoch hat es mich nicht davon abgehalten weitere Partien zu spielen und es wird endlich mal wieder Zeit Cooper Island auf den Tisch zu bringen. 
Sebastian (Solo Manolo) Sebastian (Solo Manolo)
Ich kenne kein anderes Euro-Spiel, bei dem man ähnlich hart dafür arbeiten muss, ähnliche wenige Siegpunkte zu erreichen. Und ich meine das als Kompliment. Darüber hinaus ist der Solomodus (vor allem für die „damalige“ Zeit) sehr innovativ und gut durchdacht. Ich hatte das Spiel zwar schon länger nicht mehr auf dem Tisch, aber es wird trotzdem permanenter Teil meiner Sammlung bleiben und ich freue mich, bald mal wieder gegen den Solo-Bot Cooper zu verlieren.
Dirk_Huesmann Dirk (Würfelmagier)
So wenig Sieg Punkte für so viel Arbeit. So lässt sich vielleicht das Spielgefühl von Cooper Island zusammenfassen. Selten habe ich so lange für so wenige Punkte gespielt und trotzdem das Gefühl gehabt, so viel zu gestalten. Das Spiel kommt mit relativ eingängigem Regelwerk daher, gerade zu viert ist aber wirklich viel los und einiges zu bedenken. Für mich eines der Euro Spiele, das mich sehr positiv überrascht hat. Schon länger nicht mehr gespielt. Wird mal wieder Zeit. Außerdem gab es einen coolen Solomechanismus.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Cooper Island befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Cliquenabend

Im Rampenlicht: Got Five!

10. Juni 2026 um 08:00

Got Five! | Yoann Levet | 15 Minuten | 8 Personen | Blue Orange Games/Asmodee

Got Five! fordert die Spielenden dazu auf die Zahlen auf fünf Plättchen zu erraten, die auf ihrem Ständer liegen. Jeder Hinweis, den sie im Laufe des Spiels erfragen, liefert ihnen wertvolle Informationen. Es liegt an ihnen, ihn optimal zu nutzen und das Spiel vor den gegnerischen Personen zu gewinnen! Diese Denksportaufgabe regt naturgemäß die grauen Zellen an, aber wärmt es auch die Herzen der Spielenden?! Zumindest eine große Anzahl an Mitgliedern des Beeple Netzwerks gibt in diesem Rampenlicht eine Meinung ab. Doch lest selbst:

 

 

 

Dirk Roos rund Dirk (Ablagestapel)
Mit Got Five bekommt man ein Deduktionsspiel ohne zuviel Fett am Knochen präsentiert. Mit einem schlanken Regelwerk und gerade mal zwei Aktionsmöglichkeiten pro Zug kommt man schnell ins Spiel. Man kann natürlich auch mal Glück (oder Pech) beim Ziehen der eigenen Zahlen haben und dann durch wenige Fragen schnell auf die Lösung kommen, allerdings sind die Runden so flott gespielt, man hängt einfach eine weitere Partie hintendran! Das Material ist hochwertig und unterstützt das Gameplay auf der Design-Ebene.
Oli (Alles außer Toplisten)
Got Five! ist das perfekte Knobelspiel. Emittele deine 5 Zahlen, in dem du Informationen ableitest. Dabei ünerzeugt mich Got Five! nicht nur durch die Aufgabe, sondern bietet mir einen hervorragenden Mix aus Sinnesfreude, gefüllter Zeit, Glück und Logik. Fünf ist Trümpf!
JäiDie (Alles außer Toplisten)
Got 5 ist für mich eine Achterbahn der Emotionen. Es ist leicht zugänglich und hat meiner Ansicht nach genau die Prise Glück, die ein Spiel braucht. Denn lasst euch nicht von den schönen bunten Steinchen in die Irre treiben. Got 5 ist ein knallhartes, wenngleich auch sympathisches Deduktionserlebnis, das Alt und Jung zu verbinden vermag..
Frederik Malsy Frederik (Boardcast)
Dieses Spiel ist für mich ein echter Leckerbissen des Jahrgangs. Sehr direkt, sehr pur und mit der richtigen Menge an Knobeligkeit. Simple Regeln, tiefer Spielspaß. Ein Manko und Kritikpunkt: Es hat – für ein Deduktionsspiel eher unpassend – Glückselemente. Mitunter kann ich nur aus Steinen wählen, die für mich keine relevanten Informationen bieten. Dadurch verschenke ich einen meiner ohnehin wenigen Züge in diesem Wettrennen. Wenn das mehrfach in einer Partie passiert, kann das schon enttäuschend sein. Ich vermute, das könnte auch ein Grund sein, warum es nicht auf der Empfehlungsliste zum „Spiel des Jahres“ gelandet ist. Weit weg kann es aber nicht gelandet sein, denn mir macht nach wie vor jede Partie von „Got Five!“ viel Spaß und ich empfehle es auch sehr gerne weiter.
Dominik (Brettspielgalaxie)
Auf der Spiel Doch in Dortmund hatte André es gespielt als ich zu ihm gestoßen bin. Mein erster Gedanke war „Was ist das denn für ein Schmarrn?“ Und dann wollte er auch noch, dass ich es einmal mitspiele… Zum Glück habe ich das gemacht. Schon lange hat ein Spiel mit so wenig Regeln einen so großen Reiz auf mich ausgeübt. Ganz egal, wie Spielerfahren, hier sind alle schnell dabei und nach den ersten 2-3 Partien, erkennt man noch ein paar kleine Kniffe, wie man noch schneller auf seine Zahlen kommt. Grandios.
André (Brettspielgalaxie)
Für mich persönlich stand Got Five! ganz weit oben im Rennen um das Spiel des Jahres. Mit Got Five! bekommen wir meiner Meinung nach ein super Einsteigerspiel in die Welt der Deduktionsspiele, welches aufgrund der super simplen Regeln problemlos für die ganze Familie geeignet ist.
Johannes Johannes (Brettspielministerium)
Tolles zugängliches Deduktionsspiel, das durch Optik und Haptik Menschen an den Tisch lockt. Dem gegenüber steht allerdings ein für dieses Genre untypisch hoher Glücksfaktor und ein immer gleicher Spielablauf. Langfristspaß erzeugt es bei mir deshalb nicht.
Dafne (Bretter Late Than Never)
Got Five! hat mich vor allem mit seinen einfachen Regeln begeistert. Innerhalb weniger Minuten kann man losspielen, und trotzdem steckt erstaunlich viel Taktik dahinter. Besonders gefallen hat mir aber die Optik. Die bunten Zahlensteine sehen auf dem Tisch einfach großartig aus und machen direkt Lust auf eine Partie. Das Spiel schafft es, mit wenigen Regeln spannende Entscheidungen zu erzeugen und bleibt dabei angenehm zugänglich. Ein schönes Beispiel dafür, wie ein einfaches Spielkonzept und ein tolles Design zusammen ein richtig gelungenes Spielerlebnis schaffen können.
Fabian (Bretter Late Than Never)
Got Five ist ein einsteigerfreundliches Deduktionsspiel mit Bingo-Charakter. Eingefleischte Logik-Deduktions-Profis wird der Glücksanteil und die nicht allzu große Deduktionstiefe vielleicht eher abturnen. Für alle Deduktionsfreunde, die auch ein kleines Zocker-Gen haben, ist es aber genau das Richtige! Es gewinnen nicht immer die besten Dedukteur*innen, aber das ist auch gut so. Absolutes Suchtpotential.
Georgios Profilbild Georgios (spielbar.com)
Knuffige Aufmachung, einstiegsfreundliche Deduktion, schnell gespielt. Gerade in der Familie mit deutlichen Altersunterschieden eine schöne, gemeinsame Beschäftigung.
Jürgen - Spielbar Jürgen (spielbar.com)
Mein Rekord liegt bei 3 (drei!) notwendigen Hinweisen, dann war das Rätsel geknackt. Aber das ist schon der Ausnahmefall und einer extrem günstigen Zahlenverteilung zuzuschreiben. Got Five! bringt alles mit, was ein großartiges Spiel liefern muss: Fantastisches Material, eine gute Spielanleitung und Spielspaß über viele Partien hinweg. Allesamt Gründe, dass wir das Spiel hier mal ins verdiente Rampenlicht stellen sollten.
Peer_Profil 600 Peer (spielbar.com)
Flockiges Deduktionsspiel mit niedriger Einstiegshürde. Bietet nicht die ganz harten Nüsse ähnlicher Spiele, aber gerade deshalb für Zwischendurch geeignet
Stephan (Brettspielkulturerbe)
Deduktion trifft auf Design. Got Five ist mechanisch pure Deduktion mit einem klaren Sudoku-Gefühl. Doch die herausragende Aufmachung, die wertigen Steine, das Spielertableau, auf dem man so selbsterklärend Erkenntnisse notieren kann, machen das Spiel für nahezu jeden zugänglich. Spannung kommt durch den Wettbewerb, als erster Lösen zu wollen, ohne zu viel zu raten. Ein Logik-Spaß, der immer wieder Freude bereitet.
Daniel (The Spielträumers)
Got Five ist eigentlich gar kein richtiges Deduktionsspiel, sondern eher ein einfaches und daher zugängliches Ausschließen von offenen (oder dreivierteloffenen) Informationen. Dennoch eine spannende Beschäftigung mit tollem Material, die man immer wieder dazwischen schieben kann. Ich frage mich allerdings, ob es eine langfristige Wirkung haben wird, denn nach einer Handvoll Partien hat man schon alles gesehen – zumal der Glücksfaktor nicht gerade klein ist.

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Got Five! befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Alles außer Toplisten (Oli)

Brettspielbar (Jürgen)

Der Boardcast (Frederik) mit Bretter Late Than Never (Fabian)

spielbar.com (Peer)

Im Rampenlicht: Naishi

10. Mai 2026 um 08:00

Naishi | Mathieu Bieri & Alex Fortineau | 20 Minuten | 2 Personen | Board Game Circus

In Naishi werden die Spielenden versuchen, ihren japanischen Staat so effizient wie möglich zu verbessern. Sie können die Position ihrer Karten jedoch nicht beliebig ändern. Sie müssen die Karten in ihrer Hand und in ihrem Tableau durch Karten aus dem zentralen Fluss ersetzen und dabei ihre Position respektieren. Sie haben auch die Möglichkeit, ihre Abgesandten zu schicken, um Staaten neu zu organisieren, neue Möglichkeiten zu schaffen oder die gegnerische Person zu einem Handel zu zwingen. Zwei-Personen-Spiele sind in den letzten Jahre stärker in den Fokus gerückt und zu einem kleinen Trend in der Szene geworden. Warum Naishi aus diesen durchaus heraussticht, erklären einige Mitglieder des Beeple Netzwerks im aktuellen Rampenlicht.

 

 

Oli (Alles außer Toplisten)
In Naishi gilt: Was im Raster liegt, das liegt und bringt Punkte. Die eigentliche Aufgabe ist es somit, die unterschiedlichen Karten mit den verschiedenen Wertungen an ihre beste Position zu tauschen. Das japanische Thema, das um das 2-Personen-Spiel gestrickt wurde, macht mich in dem Gerangel um die meisten Punkte zwar nicht zur namensgebenden Hofdame, sorgt aber dafür, dass ich das Duell mit meinem Gegenüber durchaus einen Touch von historischem Fernost spüre.
Frederik Malsy Frederik (Boardcast)
Naishi begeistert mich mit ganz viel Spiel in einer kleinen Schachtel. Der Kniff, dass ich einen Teil der Auslage meines Gegenübers kenne und somit eine Idee habe, was er oder sie vorhat, gleichzeitig aber die Hand eben nicht kenne, bringt taktische Tiefe und spannende Entscheidungen. Die Aktionsplättchen, die mich Karten innerhalb einer Auslage und miteinander tauschen lassen, sind immens wichtig und hier braucht es ein gutes TIming, um oft entscheidende Karten auf der Hand zu bunkern und erst spät in die offene Auslage zu bringen. Ich habe etliche Partien gespielt und freue mich auf jede weitere. Mit diesem Spiel konnte ich schon einige Kennerspieler:innen begeistern und habe es schnell zur Hand, wenn ich eine spannende Zweierpartie spielen möchte. Herausheben möchte ich noch die exzellente graphische Gestaltung und die Bildsprache, die – nach anfänglichem Kennenlernen – schnell keine Fragen mehr offen lässt. Auch mit kleiner Erweiterung im Kartenbooster ein Kleinod des aktuellen Jahrgangs.
Dafne (Bretter Late Than Never)
Naishi ist ein großartiges 2-Spieler-Spiel, das zeigt, dass gute Spiele kein großes Format brauchen. Trotz der kleinen Schachtel fühlt es sich wie ein „richtiges“ Spiel an und bietet jedes Mal ein rundes Spielerlebnis. Die Regeln sind einfach und schnell erklärt, und da es keinen Text auf den Karten gibt, kann man sofort losspielen – ganz ohne Sprachbarrieren. Es ist klar, direkt und schnell aufgebaut, bietet aber trotzdem genug Entscheidungen für ein spannendes Spiel.
Fabian (Bretter Late Than Never)
Naishi ist ein 2-Personen-Duell-Spiel, das seinesgleichen sucht. Nicht nur, weil es ein außergewöhnlich gutes Spiel ist, sondern auch, weil es einfach ein sehr außergewöhnliches Spiel ist. Die Art und Weise, wie die Regeln die Spieler*innen einschränkt, führt dazu, das sich jeder Zug entscheidend anfühlt. Im richtigen Moment die Taktik anpassen, eine der wertvollen Zusatzaktionen auslösen oder doch dem Gegner die für seine Strategie wichtige Karte vor der Nase wegschnappen: Naishi bietet kleine, aber wertige Entscheidungen in einer ca. 15-minütigen Partie, auf die nicht selten eine zweite und dritte folgen.
Jürgen - Spielbar Jürgen (spielbar.com)
Tja, in 2026 müsste die Jury für das Spiel des Jahres eigentlich eine eigene Empfehlungsliste für 2-Personen-Spiele veröffentlichen, so viele tolle Sachen gab es da in dieser Saison… Und Naishi? Das wäre in solch einer Liste weit oben mit dabei. Vielleicht sogar an der Spitze vertreten. Jeder Spielzug und jede Entscheidung tragen zum Ergebnis bei. Damit fühlt sich jeder Spielzug wichtig an. Das Kribbeln steigert sich dann noch massiv, wenn die Sonderfunktionen im Spielverlauf in Betracht gezogen werden. Naishi ist feinste Kost für Kennerspieler und gehört in jede Sammlung.
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