Normale Ansicht

Aquaria

Von: Bill
07. Dezember 2025 um 08:00

Sind Salzwasseraquarien ein Thema, für das Ihr Euch begeistern könnt? Das wäre schon einmal ein guter Einstieg für den Titel dieses Vorspiels. Diese hübschen Fische, Anemonen und Unterwasserpflanzen in einem Brettspielkonzert zu finden wirkt ansonsten jedoch erstmal weit hergeholt. Oder ist es einfach ein bislang relativ unverbrauchtes Thema in unserem Hobby? Delicious Games bzw. der Lokalisierer Skellig Games haben sich daher mittels des Autors Tomás Holek, der Euch unter anderem von dem Spiel Seti bekannt sein dürfte, ihre Instrumente geschnappt und laden zu einem aufwendig komponierten Rockkonzert der analogen Art eingeladen.

Bietet uns das Spiel dabei bloß einen staubigen Trockenfisch oder schwimmen die hübschen Tiere im Takt einer grandios komponierten Mechanik? Dieser erste Eindruck soll Euch diese und andere Fragen in aller Kürze beantworten.

Übrigens: Die deutsche Version von Skellig Games ist die einzige mit einem anderen Cover als alle anderssprachigen. Ich kann nur vermuten, dass das Originalbild von Delicious Games für Skellig Games zu sehr wie ein Familienspiel wirkte und man sich daher für etwas anderes entschieden hat. Das wäre auf jeden Fall ein guter Grund für eine solche Entscheidung in meinen Augen.

Das Originalbild wie es in allen anderen Sprachen eingesetzt wurde

Eindruck von der Bühne

In diesem gehobenen Kennerspiel hat jede teilnehmende Person, maximal 4 an der Zahl, ein Spielertableau ausliegen. Dieses stellt das Aquarium dar, in welchem wir unsere Karten als Fische, Anemonen oder Pflanzen auslegen. Zudem befinden sich hier 8 Stellrädchen für unsere sogenannte Mikroflora. Wenn diese zum Rundenende richtig eingestellt sind, erhalten wir zusätzliches Einkommen. Auch auf dem Tableau zu finden, ist unser Filter. Diesen können wir im Laufe des Spiels verbessern und sobald alle fünf Filterelemente ausliegen, wird die Engine darüber ausgelöst. Neben den Belohnungen unserer bis dahin erhaltenen Filteraufwertungen ist unser derzeitiger Sauerstoffgehalt sehr wichtig, der uns im Normalfall Siegpunkte beschert, ggf. aber auch welche abziehen kann. Der Filter wird in einem Spiel normalerweise mehrfach ausgelöst.

Unser Aquarium beherbergt bereits einige Lebewesen

In der Tischmitte finden wir neben der Auslage der Spielkarten den modularen Aktionsplan sowie den Wissensplan. Wie der Name schon sagt werden wir auf dem Aktionsplan unseren Aktionswürfel verwenden um diese auszulösen und ggf. Boni freizuschalten. Dabei stehen uns jede Runde 4 Aktionen zu Verfügung, die wir möglichst ergiebig in den insgesamt 4 Spielrunden anwenden sollten.

Der Aktionsplan (links) ist Modular.

Mögliche Standardaktionen sind Karten erhalten, Karten in das Aquarium spielen, zur Zoohandlung gehen, Sauerstoff erhalten oder das Wissen vorantreiben. Wenn man Perlen zur Verfügung hat, kann man diese ausgeben, um die Aktionen zu verstärken. Zudem lohnt es sich oft nur zu benachbarten Aktionsfeldern zu gehen, da man uf diese Weise zusätzlich zur Aktion noch Boni freischaltet. Allerdings schränkt man sich so in der Auswahl der verfügbaren Aktionen selbst ein.

Am Ende jeder Runde folgen ein paar Wertungen und Einkommen. Zum Spielende hin gibt es eine Ausführliche Punktevergabe. Punkte 150+ sind nicht ungewöhnlich. Es kann aber wohl sogar bis 250 gehen.

Groupie auf Tour

Horst und ich haben das Spiel auf der Boardgame Cruise von Piet (Youtubekanal: Hunter & Friends) erklärt bekommen. Dieser ist dabei sehr sympathisch und kann gut auf eine angenehme und humoristische Weise erklären. Das ganze hat schonmal zu einem sehr angenehmen ersten Erlebnis geführt.

Aber auch wenn das Flair auf dem Schiff und die vielen netten Passagiere zu einem besonderen Spielerlebnis geführt haben, habe ich mir das Ding auch später noch ein paar Mal gegen Mitspieler und im Solomodus genauer angeschaut. Es reicht noch nicht für eine ordentliche Rezension, aber einen ersten Eindruck kann ich hier bereits gut vermitteln.

Auch nach mehrmaligem Spielen, mag ich den Titel. Es wirkt alles gut verzahnt und die Ergebnisse sind am Ende bislang immer recht ausgeglichen geblieben, trotz sehr unterschiedlicher Wege der teilnehmenden Spieler. Das lässt schon mal auf ein ausreichend gut balanciertes Spiel im Allgemeinen blicken. Ich würde aus jetziger Sicht stets gerne mitspielen und meine Taktiken dabei versuchen zu verbessern.

Doch leider gibt es auch Bereiche im Becken, die trotz guter Vorarbeit nicht gänzlich sauber gehalten werden können. Negativ zu nennen wäre jedoch die mir bei Delicios Games des Öfteren aufgefallenen qualitativ minderwertigen Spielmaterialien. Der Karton wirkt wie aus billiger, dünner Pappe. Genauso leider auch das restliche Spielmaterial aus Pappe, wie die Tableaus und Spielkarten. Die Holzteile wirken dabei wie aus einer Restekiste herausgesucht und mussten vor dem ersten Spiel zum Teil mit beiliegenden Aufklebern aufgehübscht werden. Die Ikonografie ist praktikabel, wirkt aber, wie die gesamte Spielgrafik, sehr einfach gehalten. Einzig die Fischkarten sind mit hübschen Fotos versehen. Das alles mindert eigentlich nicht das Spielgefühl sollte aber nicht unerwähnt bleiben, denn billig ist das ganze mit 60€+ nicht.

Ebenfalls kein wirklicher Nachteil, aber erwähnenswert wäre noch die Tatsache, dass das Spiel recht solitär ist. Natürlich bedient man sich gemeinsam von der selben Kartenauslage und nimmt sich die besten Plätze in der Wissenschaftsanzeige weg. Ansonsten hat man aber keinen direkten Einfluss auf die Gegenspieler. Durch das setzen des Aktionswürfels bleibt der genutzte Platz weiterhin für alle offen. Allerdings wird der verfügbare Bonus reduziert. Dies merkt man auf der anderen Seite aber auch im Solomodus, da es beinahe unverändert zum Mehrpersonenspiel von der Hand geht.

Kurzfazit: Auf zur Zoohandlung und Futter bei die Fische (oder so)! Ich bin gerne wieder dabei!

Konzertmitschnitte


(c) Copyright: Skellig Games

Grafik(en) und Bild(er) von Bill Marquardt

Bannerbild von ClickerHappy from Pixabay.

Das Spiel ist ein Rezensionsexemplar. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.

Men Nefer

Von: Horst
29. November 2025 um 08:00

Angestaubte Mumien oder Pharao-tastisch?

Björn nutzt ab und zu aus, dass ich Regeln gerne lese und bringt mir mittlerweile Spiel und Regeln vorbei, um ein Stück Pile of Shame loszuwerden. Als er mir Men Nefer von Pegasus Spiele mitbrachte, war ich erst enttäuscht. Ein Arnak Abklatsch mit Ägypten-Setting? Beim Aufschlagen des Regelheftes wurde ich überrascht. Moment, ist das ein echtes Setting? Heute wird die Ruinenstadt Memphis genannt – altägyptisch tatsächlich Men Nefer. Es gibt zwar keine gesicherten Quellen, aber es wird erwähnt, dass – der ebenso umstrittene Pharao – Menes die Stadt gegründet hat. Wie auch immer es gibt auf jeden Fall die Ruinen und den Stadtnamen. Beim Recherchieren bin ich dann auch auf andere – für mich – interessante Neuigkeiten gestossen: die Menschen am Nil haben die Jahreszeiten in drei Ereignisse unterteilt: Die Überschwemmungszeit (Achet), die Aussaat (Peret) und die Erntezeit (Schemu). Genau in diese drei Phasen ist auch das Spiel eingeteilt.

Der besondere Reiz liegt für mich also in der thematischen Umsetzung und den historischen Hintergründe. Dann soll es ein Expertenspiel für ca. 90 Minuten sein. Naja…die Zeiteingabe kennen wir ja schon.


Eindruck von der Bühne

Auf der Brettern der Welt präsentiert, muss sich das Spiel nun beweisen. Ich muss sagen es gibt einige Dinge, die mich richtig angefixt haben. Zum einen finde ich es thematisch schon mal richtig gut, dass die Jahreszeiten die Rundenstruktur darstellen. Auch die Aktionen sind so richtig gut. Mit der einen Aktion kann ich von meinem Tableau einen der Arbeiter auf dem zentralen Board platzieren. An der Stelle, wo der Arbeiter war gibt es noch ein Aktionsplättchen, dass ich ausspielen darf und dann ablege. Mit einer weiteren Aktion verschiebe ich den auf dem zentralen Board platzierten Arbeiter, dadurch bekomme ich im Laufe des Spieles immer besser und/oder vielseitigere Aktionen. Mit der letzten Aktion hole ich mir wieder ein Aktionsplättchen für die nächste Runde zurück. Ich liebe dieses Vorausplanen, sich untereinander hochschaukelnde Aktionen.

Auch die Einstiegshürde in Bezug auf Regelerklärung ist schnell gemacht. Einzig der Aufbau dauert etwas länger wegen der vielen kleinen Elemente.

Und wie auf der Schachtel versprochen, erlebt man – zumindest im Spiel zu zweit – in 90 Minuten ein ziemlich gut verzahntes Expertenspiel. Das ist grandios. Das Ende ist übrigens hart auf Basis der Rundenzahl beschnitten. Also keine weitere Dynamik.

Wo gute Riffs sind, fallen auch schräge Noten. Was meine Euphorie etwas gebremst hat, war ein Spiel-Element: der Pyramidenbau. Irgendwie auch logisch, dass der wichtig ist, aber die geben je weiter man vorrückt explorative Punkte. Erstaunlicherweise, ist dies relativ leicht und ohne viel Tara durchzuführen. Bei allen anderen Aktionen wie Mumien, Priester, Sphinx platzieren oder Göttergefälligkeiten erfüllen, ist meist immer viel mehr an Vorbereitung notwendig. In der Partie mit Björn, der sich primär auf die Pyramiden gestürzt hat, hat er auch Pyramidenhoch gewonnen. Hat mich etwas enttäuscht. Das einzige Element, dass den Pyramidenbau eindämmt, sind übrigens die richtigen Aktionsplättchen zu bekommen. Damit wird es dann noch mehr zur Lotterie, wenn ihr eine Person sich die Plättchen vor den anderen schnappt.


Groupie auf Tour

Was bleibt für mich hängen? Ich will es unbedingt noch einmal spielen. Hätte Björn es nicht im Besitz, wäre ich wahrscheinlich schon längst in den Kaufrausch abgedriftet, um weitere Grabbeigaben in Form von Brettspielen zu sammeln.

Bei der nächsten Partie würde ich noch einmal darauf achten, um man wirklich mit der Konzentration des Pyramidenbaus am Ehesten durchrauscht. Persönlich fände ich das dann sehr schade. Zum einen, weil es dann trotz der vielen Angebote Punkte zu erlangen, doch nur einen Fokus gibt und zum anderen, weil es eigentlich die langweiligste Aktion ist.

Also braucht es auch noch eine dritte (oder vierte …) Runde, um dann noch herauszufinden, wie man sonst noch gut Punkte scheffeln kann. Mal sehen, wann ich es wieder spielen werde. Björn?

Ach ja … wäre natürlich auch hinsichtlich Zeitaspekt, aber auch Variabilität in der Siegpunkt-Steuerung interessant, mit mehreren Spielenden nach Memphis auf Tour zu gehen.

Kurzfazit: Könnte ich mir gut vorstellen in der eigenen Sammlung zu haben.

Björns Meinung

Zu meiner Verteidigung möchte ich vorweg sagen, dass Horst einfach ein Phänomen ist, wenn es um das Erklären von Regeln geht. Man hört ihm einfach gerne zu, und das will bei Regelwerken schon was heißen. Also an dieser Stelle vielen Dank dafür.

Aber zurück zum Spiel: Unsere erste Runde war richtig stark, und man hat sofort gemerkt, wie viel Potenzial in dem Titel steckt. Das Planen und Ausführen der Aktionen macht einfach Spaß und fühlt sich wunderbar thematisch an, als würde man tatsächlich mit Hammer und Meißel an den Monumenten der Geschichte werkeln.

In meiner zweiten Partie lief’s dann fast schon zu gut. Wieder habe ich mit dem Bau der Pyramiden einen wahren Punkteturm errichtet und das so überzeugend, dass man fast meinen könnte, die Götter selbst hätten mir den Bauplan zugeflüstert. Das Ganze wirkt momentan schon ziemlich mächtig, denn die Pyramiden scheinen nicht nur Steine, sondern auch ordentlich Siegpunkte zu stapeln. Trotzdem war es ein knappes Rennen, denn die Mitspielerin, die sich dem Beten und Opfern im Tempel verschrieben hatte, hatte sogar nochmal 2 Punkte Vorsprung.

Auch wenn ich dachte das Pyramidenbauen ist extrem mächtig, fühlte es sich doch wunderbar ausbalanciert an. Niemand hatte das Gefühl, chancenlos zu sein, und alle am Tisch hatten sichtlich Spaß.

Ich denke, Spezialisierung ist hier der Schlüssel. Mit den wenigen Aktionen pro Runde sollte man sich lieber auf einen Bereich konzentrieren, statt überall ein bisschen mitzuspielen. Ich bleibe jedenfalls beim Bauen – das scheint mein Ding zu sein.

Unterm Strich bin ich mir sicher: Der Titel bleibt in meiner Sammlung. Ich errichte hier nicht nur Pyramiden, sondern auch ein Denkmal für gute Spielmechanik.


Konzertmitschnitte

My Gold Mine

Von: Horst
22. November 2025 um 15:02

Mit „Du kommst nicht vorbei!“ (oder im Englischen „Freeze“) bannt Gandalf den Balrog auf der Brücke tief in den Mienen von Moria. Bei dem Spiel My Gold Mine aus dem Hause Kosmos wünscht man sich auch so manchmal einen mächtigen Zauber herbei, der das Ungeheuer zurückschiebt. In diesem Kontext ist es der Drache, der sie plündernden Zwerge (aka Spielende) daran hindern möchte, das schöne Gold aus der Mine zu entführen. Wer hier an Klong! Und/oder später an Tiefseeabenteuer erinnert wird, liegt nicht ganz falsch. Die Goldmine ist allerdings eher ein einfach zugängliches und witziges Kinder- und Familienspiel, das auch noch Erwachsenen Spaß macht. Aber begeben wir uns nun in die Mine und schauen, was die Zwerge dort so treiben.


Spielprinzip

Bis zu sechs Personen können in die Rolle eines Zwergs schlüpfen. Es wird über drei Durchläufe gespielt und am Ende gewinnt die kleine Person mit den meisten Sieg-Punkten. Der Spielaufbau stellt eine (Gold-)Mine dar, die aus sieben Feldern besteht plus einem Feld für den Drachen (ganz außen/unten). Die Figuren der Spielenden befinden sich auf dem mittleren Plättchen und haben somit drei Züge bis zum Drachen (rechts) und zum rettenden Ausgang (links).

Es wird im Uhrzeigersinn gespielt. Die Person am Zug darf sich entscheiden, entweder in der Mine zu graben oder in Richtung Ausgang zu fliehen. Dargestellt wird diese Entscheidung über zwei verschiedene Kartenstapel. Der Grabungsstapel kann vier verschiedene Arten von Karten beinhalten. Im besten Fall sind einfach nur Goldklumpen (ein oder zwei) abgebildet. Dann gibt es noch eine Karte mit Gold und Laterne. Damit muss man die eigene Figur einen Schritt in Richtung Ausgang ziehen. Konträr dazu gibt es eine Karte mit rotem Feuer. Dazu muss man die Figur in Richtung Drachen ziehen. Es gibt aber auch noch eine Drachenkarte. Damit bewegt sich der Drache in Richtung Ausgang. Kommt er dabei auf ein Feld mit einer Zwergenfigur, verliert der Spielende alle in dieser Runde gesammelten Goldkarten und scheidet aus der laufenden Runde aus. Aber keine Angst, die Runde ist gleich vorbei, sodass die Eliminierung nicht lange ins Gewicht fällt.

Der Exit-Stapel besteht aus ganz unterschiedlichen Karten, die grundsätzlich den Spielenden in Richtung Ausgang bewegen. Allerdings sind oft mehrere Optionen möglich. So auch, dass alle Figuren einen Schritt in Richtung Ausgang gezogen werden können. Das klingt so trivial, ist aber ein interessanter Kniff in dem Spiel. Damit lässt sich die Konkurrenz schon vorzeitig durch den Ausgang und damit aus dem Spiel schieben. Diese behalten zwar ihre gesammelten Gold(karten)schätze, können aber keine neuen mehr erhalten.

Was bei Tiefseeabenteuer die knapp werdende Luft für alle ist, ist hier der Drache, der sich immer weiter auf einen zubewegt. Auch dies lässt sich aus sicherer Position dazu nutzen, sich die Mitschürfenden statt in den Ausgang in den Hals des Drachen zu katapultieren. Meinem Sechsjährigen sind diese Taktiken schnell bewusst geworden (gerade, wenn man sie hautnah erleben darf) und konnte sie bereits im zweiten Spiel gegen uns einsetzen.

Sobald alle im Ausgang sind, werden die gesammelten Goldnuggets auf den Karten gezählt. Die ersten drei Plätze bekommen dann physikalisch drei, zwei respektive einen Goldklumpen ausgehändigt. In den folgenden zwei Runden können diese Klumpen entweder für die Endabrechnung angespart oder auch für einen rettenden Schritt in Richtung Ausgang verwendet werden.

Mit sechs Spielenden oder mit noch sechs Figuren im Spiel ist es noch leichtes Chaos, da man mit viel Pech theoretisch in der ersten Runde in den Schlund des Drachen gezogen werden kann. Mit drei bis vier Spielenden oder auch übrigen Figuren können die oben genannten Taktiken aber zielgerichtet angewendet werden.


Unboxing

Die praktische, Handtaschen-große Box ist mit einem wertigen Magnetverschluss abgesichert. Auf den Minenkarten sind viele süße Details wie lustige Schnecken oder Ähnliches abgebildet. Die Figuren sind als farbige Holzscheiben dabei, die mit Aufklebern noch ein zwergisches Konterfei erhalten können. In der Box ist alles platzsparend aufbewahrt, und im aufklappbaren Deckel sind Aussparungen für die beiden Kartenarten vorgesehen.

Aufkleber hielten bei mir nur bedingt, und die Verpackung nutzen wir nicht als Spielablage für die Nachziehstapel. Allein schon, weil sie keine Ablage bieten. Daher ist der Mehrwert, den die Packung verspricht, eher nicht gegeben. Auch die Gold-Steine weisen insbesondere an den Ecken und Kanten schnell Abnutzungserscheinungen auf. Das sind allesamt allerdings keine wirklich schlimmen Kritikpunkte.

Die Regeln sind schnell erfasst und genauso einfach zu erklären. Es gibt sogar einen Link für ein Erklärungsvideo.


Bewertung

Gold schürfen, vor einem Drachen fliehen und am meisten Gold gegenüber den Mitspielenden einsammeln. Das klingt simpel und gerade, wenn man dann auch noch das persönliche Glück (push-your-luck) ausreizt, lässt sich das Spiel schnell in die langweilige Tempo kleine Schnecke!-Ecke schieben. Aber da steckt so viel mehr drin. Während bei Tiefseeabenteuer primär die richtige Nervenstärke zählt, wer als Erstes umdreht und damit einen Run auf die knapp werdende Luft auslöst, sind bei My Gold Mine noch taktische Züge möglich. Mit diesen lassen sich Mitspielende ärgern oder die eigene Position sichern.

Aktuell kommt es in jeden Urlaub mit. Einzig die großen Minenkarten verderben auf engen Spielflächen (Klapptischen im Zug, kurzen Couchtischen oder vollen Restauranttischen) den Aufbauspaß. Ansonsten ist es ein tolles Spiel, das auch noch den Erwachsenen Spaß macht.

Passend zu dem Spieltitel kann ich einfach nur einen rockenden Gold-Meeple vergeben. Zum Prädikat ist es mir zu leichtgewichtig und ein Karak würde ich in der Kinderrunde immer noch den Vorzug geben (allerdings reden wir hier auch von einem anderen Preis und Mitnahme-Größe).



(c) Copyright Kosmos

Icons von Icons8

Grafik(en) und Bild(er) von Horst Brückner

Das Spiel habe ich privat erstanden. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.


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