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Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

27. Oktober 2026 um 21:39
Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

Grey Fox Games hat heute, am 27.10.2026, Deception: Heist in Hong Kong auf Kickstarter gestartet, und die Kampagne war bei unserem Check am selben Tag bereits bei 14.959 von 14.999 US-Dollar, also 99,73 Prozent, bei 317 Unterstützenden. Die Kampagne läuft noch bis zum 20.11.2026, dürfte das Ziel also in den nächsten Stunden reißen. Designer ist erneut Tobey Ho, bekannt durch das Original Deception: Murder in Hong Kong von 2014.

Ein neuer Fall, dasselbe System

Heist in Hong Kong ist laut BGG-Beschreibung ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung: Statt eines Mordes ermittelt ihr jetzt bei einer Serie von Diebstählen, bei der die Täterin oder der Täter wieder mitten unter den Ermittelnden sitzt. Mechanisch bleibt das bekannte System aus Deduktion, verdeckten Rollen und eingeschränkter Kommunikation erhalten, ob es jenseits des neuen Themas auch neue Rollentypen oder Regeln gibt, sagt keine der vorliegenden Quellen, ebenso wenig wie zur Zahl der Fälle beziehungsweise Rollenkombinationen im Grundspiel. Praktisch für bestehende Fans: Die Beweiskarten „Key Evidence“ beider Spiele lassen sich laut Verlag mischen, für zusätzliche Kombinationen über beide Titel hinweg. Zur Sprache der Kickstarter-Edition selbst äußert sich die Kampagnenseite nicht näher.

Vom Mord zum Diebstahl: was sich ändert

Zwei Unterschiede zum Original fallen auf. Die Altersfreigabe sinkt von 14 auf 12 Jahre, die Spielzeit von 20 auf 15 bis 30 Minuten. Beim Original zeigt sich außerdem, wie etabliert das System ist: Über 25.000 BGG-Bewertungen ergeben einen Schnitt von 7,41 von 10, Rang 299 insgesamt und Rang 16 unter den Partyspielen. Interessant für kleinere Familienrunden: Die BGG-Community bewertet das Original bei 4 Spielenden deutlich zurückhaltender (194 Stimmen „nicht empfohlen“) als bei 7 oder 8 (197 beziehungsweise 192 Stimmen „beste Besetzung“), bei 6 Spielenden fällt die Zustimmung mit 148 solchen Stimmen schon wieder schwächer aus. Ob sich das bei Heist in Hong Kong genauso verhält, ist naturgemäß noch offen, dafür liegen zum neuen Titel selbst noch gar keine Bewertungen vor. Zur Regelerklärung in großer Runde sagt ebenfalls keine Quelle etwas.

Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

Eckdaten zu Deception: Heist in Hong Kong

  • Spielerzahl: 4 bis 12
  • Spielzeit: 15 bis 30 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Designer: Tobey Ho
  • Verlag: Grey Fox Games
  • Plattform: Kickstarter, Laufzeit bis 20.11.2026
  • Kampagnenstand: 14.959 von 14.999 US-Dollar, 99,73 Prozent, 317 Unterstützende (Stand: 27.10.2026)
  • Versand: laut Kickstarter weltweit möglich („Anywhere in the world“), zu Versandkosten äußert sich die Kampagne nicht näher
  • Lieferdatum: September 2027

Pledges, Add-ons und noch keine Stretch Goals

Die Kampagne bleibt pledge-technisch schlank: Für 5 US-Dollar bekommt ihr nur Zugang zum späteren Pledge-Manager, die eigentliche „KS Edition“ mit allen freigeschalteten Extras kostet 39 US-Dollar. Stretch Goals sind bei unserem Check noch keine gelistet. Die Add-ons zielen klar auf bestehende Fans: Neben einem kleinen „Partner Promo Pack“ für 5 US-Dollar gibt es die Erweiterung „Deception: Undercover Allies“ für 19 US-Dollar, das kindgerechte Kooperationsspiel „Detective Academy: Alien Alert“ für ebenfalls 19 US-Dollar und, als Add-on verfügbar, das Original „Deception: Murder in Hong Kong“ selbst für 39 US-Dollar inklusive altem Kickstarter-Promo-Pack (alle Preise Stand: 27.10.2026, die Kampagne läuft noch bis 20.11. und kann Pledges noch anpassen).

Deutsche Leser kennen das Original schon

Das Original läuft hierzulande längst unter eigenem Titel: „Getäuscht: Mord in Hongkong“ erschien laut mehreren deutschen Händlerangaben bereits 2016 bei Heidelberger Spiele, heute Teil von Asmodee. Ob und wann Heist in Hong Kong ebenfalls eine deutsche Ausgabe bekommt, sagt die Kampagnenseite bislang nicht.

Lohnt sich das?

Für Familien- und Kennerrunden, die das Original mögen oder noch gar nicht kennen, ist Heist in Hong Kong ein naheliegender Einstieg mit kürzerer Spielzeit und etwas niedrigerer Altersfreigabe. Das fast randvolle Funding am ersten Tag sagt vor allem etwas über die Fanbase der Marke aus, nicht automatisch über die Qualität des neuen Falls selbst, dafür fehlt schlicht noch jede unabhängige Stimme. Zur eigenen Lieferzuverlässigkeit bei früheren Kampagnen äußert sich Grey Fox Games auf dieser Kampagnenseite nicht, das Lieferdatum September 2027 liegt gut elf Monate in der Zukunft.

À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

27. Oktober 2026 um 09:12
À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

Während der SPIEL-Essen-Woche hat das österreichische Spielemagazin Fairplay den À-la-carte-Kartenspielpreis 2026 vergeben, und der Sieger überrascht niemanden mehr, der die Preissaison verfolgt: Take Time von Alexi Piovesan und Julien Prothière (Libellud/Asmodee) setzt sich vor dnup, Moon Colony Bloodbath und Meister Makatsu durch.

Gemeinsam gegen die Uhr

Im Grunde ist Take Time ein kooperatives Rätselspiel gegen eine Uhr: Alle gewinnen oder verlieren zusammen. Ihr legt laut BGG-Beschreibung zu zweit bis zu viert 12 Karten verdeckt rund um eine Uhr und müsst dabei spezifische Regeln pro „Test“ einhalten, insgesamt gibt es 40 davon zu bestehen, dabei ist Reden über die eigenen Karten tabu. Die „etwa 30 Minuten“ aus unserem Eckdaten-Block gelten laut mehreren deutschen Händlerbeschreibungen pro Spielabend, nicht pro einzelnem Test und erst recht nicht für alle 40 Tests in einem Zug. Mechanisch kombiniert das Deduktion mit eingeschränkter Kommunikation und gehört damit zur selben bekannten Spielfamilie wie The Mind und The Crew. Eine englischsprachige Rezension von What's Eric Playing ordnet Take Time konkret als Alternative zu The Crew ein, mit wiederholbaren Partien um dieselbe Mission statt einer einzigen durchgehenden Kampagne. Designer sind Alexi Piovesan und Julien Prothière, die Illustration von Maud Chalmel orientiert sich laut BGG-Einordnung am Art-Nouveau-Stil.

Nicht ganz ohne Reibung

Die Kehrseite der reinen Kooperation bleibt in den meisten Quellen unerwähnt: Wenn alle am selben Ergebnis hängen und gleichzeitig kaum reden dürfen, kann eine einzelne falsch gelegte Karte schnell zur gemeinsamen Niederlage führen, mit dem Risiko, dass sich die verantwortliche Person schuldig fühlt statt mitzufiebern. Zur Spielerzahl liefert die BGG-Community zumindest eine Tendenz: Am häufigsten empfohlen wird Take Time zu dritt, zu viert fast genauso oft, zu zweit gehen die Bewertungen dagegen deutlich stärker auseinander. Sind alle 40 Tests des Grundspiels einmal bestanden, ist die Kampagne durch, die Erweiterung „Take Time: Mirage“ setzt genau hier an: Sie bringt laut Herstellerangabe vier neue Tests rund um einen „Sandvogel“ sowie einen „Rebirth“-Marker, mit dem sich alle 40 Grundspiel-Tests ein zweites Mal unter einer neuen Zusatzregel spielen lassen.

À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

Eckdaten zu Take Time

  • Spielerzahl: 2 bis 4, am häufigsten empfohlen zu dritt
  • Spielzeit: etwa 30 Minuten pro Spielabend
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Regelgewicht: 1,75 von 5 (laut BGG)
  • Designer: Alexi Piovesan und Julien Prothière
  • Illustration: Maud Chalmel
  • Verlag: Libellud/Asmodee, deutsche Ausgabe seit Oktober 2025 im Handel
  • Preis: rund 28,50 Euro UVP (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 27.10.2026)
  • Auszeichnungen 2026: Swiss Gamers Award, Österreichischer Spielepreis (Spiel der Spiele), À-la-carte-Kartenspielpreis, Platz 5 der DSP-Top-10

Der Preis und seine Jury

Den À-la-carte-Preis vergibt das Magazin Fairplay bereits seit 1991 für das beste Kartenspiel des Jahres, wobei auch Brettspiele mitzählen, bei denen Karten das zentrale Element sind. Laut Brettspielbox stimmen dafür knapp 35 Expertinnen und Experten ab, übergeben wird der Preis traditionell auf der SPIEL Essen. Hinter Take Time landeten dieses Jahr dnup von Kei Kajino (Asmodee), Moon Colony Bloodbath von Daniel X. Vaccarino (alea) und Meister Makatsu von Reiner Knizia (Amigo) auf den Plätzen 2 bis 4, ein Querschnitt, der von leichtem Kartenspiel bis zum Expertentitel eines Branchenveteranen wie Knizia reicht.

Was wir davon halten

Ein Expertenpreis mit 35 Stimmen ist kein Massenvotum, aber genau deshalb interessant: Hier zählt nicht, was sich am besten verkauft, sondern was Leute vom Fach für das handwerklich sauberste Kartenspiel des Jahres halten. Dass mit Meister Makatsu auch ein Reiner-Knizia-Spiel auf die Liste kam, zeigt zudem, dass die Jury nicht nur auf neue Namen setzt. Für Take Time ist der Sieg der vorläufige Abschluss einer Saison, in der das Spiel kaum eine relevante deutschsprachige Auszeichnung ausgelassen hat. Wenn ihr kooperative Deduktionsspiele mit kurzer Spielzeit mögt und euch das Kartendesign im Art-Nouveau-Stil anspricht, gehört Take Time nach diesem Preisregen zu den naheliegenden Empfehlungen der Saison.

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