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Rezension „Am Goldenen Fluss“

14. Dezember 2025 um 13:41
  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Keith Piggott
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 60 - 90 Minuten
  • Jahrgang: 2024 (deutsch 2025)
Am Goldenen Fluss (Kosmos)

In der für Kosmos typischen quadratischen Box findet man einen großen Spielplan, drei Holzschiffe, 22 Klanmarker, eine Klanfigur, eine Klantafel, eine Mondsichel, ein Sonnenstein und ein großer Würfel pro Spieler. Die Handelswaren (Seide, Reis und Porzellan) sind kleine Stanzkartonplättchen, die Geldwährung im Spiel, Koku, sind ebenso aus dem typischen Stanzkarton gefertigt. Dann gibt es noch 49 Bauwerkplätchen, eine Bauwerktafel, 30 Kundenkarten, 6 Meisterschaftskarten und 4 Übersichtskarten für die Spieler, mit den wichtigsten Symbolen. Außerdem liegt dem Spiel die Mini-Erweiterung: Klanlegenden bei, die den verschiedenen Spielerfarben kleine unterschiedliche Fähigkeiten verleihen. Die Spielanleitung ist mit 16 Seiten relativ überschaubar. Große Schrift, viele Abbildungen, auf der Rückseite eine schöne Übersicht mit den ganzen Symbolen. Wirklich gut gemacht.

Das Material ist an sich wirklich schön. Dem Spielplan hat man eine goldene Folienbeschichtung verpasst, was wirklich edel und ausgefallen ausschaut. Die Holzschiffe sind hübsch, die Karten sind auch schön gestaltet. Nicht so schön sind die dünnen Klantafeln; die sind aus wirklich dünnem Karton. Die eigentlich schönen und großen Würfel sind beim Würfeln dann eher unpraktisch. Die Ecken und Kanten hätten mehr abgerundet sein müssen, damit man den Würfel wirklich gut nutzen kann. Schade ist auch, dass man für die Handelswaren „nur“ Karton gewählt hat.

Der Spielplan zeigt einen Fluss, natürlich den „Goldenen Fluss“. Die zwei „normalen“ Schiffe jedes Spielers werden auf ihre Startposition gesetzt. Abhängig von der Spieleranzahl werden einige Startgebäude auf dem Spielplan platziert. Die Wertungsplättchen werden zufällig auf dem Spielplan verteilt. Es werden auch noch drei zufällige Meisterschaftskarten ausgelegt. Jeder Spieler erhält eine Klantafeln in seiner Farbe, mit dem ganzen Zubehör, Klanmarker, Mondsichel, Sonnenstein. Außerdem bekommt man von jeder Handelsware noch einen Marker sowie den erwähnten großen Würfel. Das restliche Material liegt bereit und es kann losgehen.

Der Ablauf ist überschaubar: ist man an der Reihe, wählt man eine von drei Möglichkeiten. Der Würfel gibt dabei vor, welches der 6 Gebiete für die Aktion relevant sind.

(A) Bauen: man wählt eines der ausliegenden Gebäude, bezahlt die Kosten des gewünschten Bauplans und platziert das Gebäude am Fluss. Dann legt man einen Klanmarker auf die Mitte des Gebäudes und erhält den dort aufgeführten Bonus… nämlich Schritte auf dem Einflusspfad dieses Gebietes. Das wiederum gibt ggfs. weitere Boni, die man mit seinem Marker erreicht oder überschreitet.

(B) Segeln: man bewegt eines seiner Schiffe auf dem Fluss entlang, genau so viele Felder, wie der Würfel anzeigt und erhält dann die Boni des erreichten Gebietes. Leere Bauplätze bringen Münzen, Gebäude bringen unterschiedliche Boni, Handelswaren, Siegpunkte, Schritte auf den Einflusspfaden.

(C) Ausliefern: man beliefert einen Kunden mit Handelswaren, was einfach nur bedeutet, dass man eine Karte aus der Hand vor sich ausspielt. Man bezahlt die geforderten Handelswaren und triggert die Funktionen der Karte. Das sind Soforteffekte, Dauereffekte und/oder Effekte bei Spielende.

Nach seiner Aktion wirft man seinen Würfel neu und hat somit das Würfelergebnis für seinen nächsten Zug schon vor sich liegen. Man kann sich also schon während der Züge der anderen Spieler Gedanken über seinen nächsten Zug machen. Das hält die Downtime relativ klein.

Sobald das letzte Gebäude in die Auslage gelegt wurde, wird das Spielende getriggert. Die aktuelle Runde wird noch beendet und dann ist nochmals jeder Spieler einmal an der Reihe. Nach der Schlusswertung gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Die Gebäude, die man während des Spiels baut und die man dann mit einem seiner Marker versieht, die bringen dem Spieler, der diesen Flussabschnitt bereist einen kleinen Bonus. Gleichzeitig bringen sie aber dem Besitzer des Gebäudes noch einen weiteren Bonus. Besucht man also sein eigenes Gebäude, erhält man sogar Beides. Speziell über diesen Weg kommt man an die benötigten Handelswaren und an das für den Bau weiterer Gebäude benötigte Kapital. Über den Bau neuer Gebäude kommt man dann auch auf den Einflusspfaden vorwärts. Dort möchte man dann bei Spielende möglichst weit vorne sein, denn das bringt in der Schlusswertung nochmal richtig viel Punkte.

Auch die Karten sollte man nicht vernachlässigen. Spielt man eine Karte aus, bekommt man i.d.R. einen Soforteffekt oder einen Effekt für die Dauer des restlichen Spiels… z.B. Rabatt beim Bau eines Gebäudes in einem bestimmten Gebiet oder einen zusätzlichen Bonus, wenn man das Ende des Flusses erreicht. Mat hat übrigens immer nur zwei Karten auf der Hand. Spielt man eine Karte aus, zieht man zwei Karten nach und wirft dann von seinen Handkarten eine Karte ab.

Hat man die Bedingung einer Meisterschaftskarte erfüllt, darf man dort einen Marker auf den höchsten Punktwert legen. Diese Meisterschaftskarten stellen also quasi öffentliche Aufträge dar. Während des Spiels gibt es also ein Wettrennen, um diese Punkte.

Was mir gut gefällt, ist der fluffige Ablauf. Die Züge laufen flott, die Aktionen sind kurz und damit schnell gespielt. Damit ist eine Downtime nicht wirklich großartig spürbar. Die Optik des Materials gefällt mir auch gut, bis auf ein paar Einschränkungen, die ich oben erwähnt habe. Nach ein paar Partien stellte sich allerdings schon ein kleines Gefühl der Langeweile ein. Der Ablauf ist halt immer etwas gleich. Zu viert hatte ich auch das Gefühl, das Spiel dauert etwas zu lang, bis dann die letzten Gebäude gebaut wurden.

Als einfaches Kennerspiel kann man „Am Goldenen Fluss“ gut nutzen, um Familienspieler auch mal einen Schritt in den Kennerspielbereich zu ermöglichen. Auf Dauer kann es uns aber nicht fesseln. Ich meine, die Optik ist besser als das Spiel selbst.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos) Am Goldenen Fluss (Kosmos)

Rezension „Formidabel!“

15. November 2025 um 20:07
  • Verlag: 2F-Spiele
  • Autor: Friedemann Friese
  • Spieleranzahl: 1 - 4 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 30 - 45 Minuten
  • Jahrgang: 2025
Formidabel! (2F-Spiele)

Die Spiele von Friedemann Friese, die er normalerweise in seinem eigenen Verlag, 2F-Spiele, herausbringt, sind für mich immer automatisch einen Blick wert. So waren wir auch in diesem Jahr auf der SPIEL in Essen am Stand von 2F-Spiele und haben uns „Formidabel!“ erklären lassen und dann anschließend auch mitgenommen.

Die Box hat eine nette Größe. Darin findet man den runden Nachschubplan, für jeden Spieler eine Scheibe und das farblich passende Übersichtsplättchen, 120 Karten (darunter die Startspielerkarte), 90 Feldfrüchte aus Holz (Getreide, Tomaten, Gurken, Schweine, Schafe) sowie zwei Spielanleitungen (deutsch und englisch) mit jeweils 8 Seiten.

Die 8-seitige Anleitung bringt die einfachen Regeln gut rüber. Alles ist gut erklärt. Auf der Rückseite sind alle Symbole in einer Übersicht dargestellt. Die kaufbaren Zusatzaktionen hat jeder Spieler auf dem Übersichtsplättchen vor sich liegen. Die Optik des Material ist hübsch, fast schon niedlich. Die ganzen Feldfrüchte sind aus Holz und praktisch groß. Die grafische Gestaltung der Karten ist auch hübsch. Zudem ist das ganze Spiel in Deutschland hergestellt. Das ist erst einmal ein Plus, wenn auch der Inhalt des Spiels nach ein paar Wochen immer noch relativ streng riecht, nach dem Öffnen… wobei mir nicht klar ist, ob es das Holzmaterial oder das Kartonmaterial ist… ist aber akzeptabel.

Erklärt man das Spiel in aller Kürze, vermittelt man vermutlich ein falsches Bild. Dadurch wird das Spiel sicherlich unterschätzt. Im Kern geht es darum, dass man Karten und Feldfrüchte hin und her tauscht, um Aufträge zu erfüllen. das kennt man natürlich von vielen anderen Spielen und dieses Element alleine wäre auch bestimmt nicht so reizvoll. Allerdings fokussiert sich das Spiel tatsächlich auf das Erfüllen dieser Aufträge. Abhängig von der Spieleranzahl hat jeder Spieler einen Stapel von Karten (bei 2 Spielern beispielsweise 20 Karten) vor sich liegen. Ziel ist es, diese Aufträge als erstes zu erfüllen. Wer es schafft, alle seine Aufträge zu erledigen, gewinnt das Spiel. „Formidabel!“ ist also ein astreines Wettrennen… und das war – trotz der Einfachheit – bei uns immer recht spannend. Am Anfang zieht jeder Spieler drei Karten von seinem Stapel. In der Tischmitte liegt noch ein Markt aus fünf Karten aus, die man in seinem Zug ebenso erfüllen kann. Aber wieso sollte man Karten vom Markt erfüllen, wenn man doch seine eigenen Aufträge loswerden will?… ganz einfach: weil es meist nicht anders geht. Oft muss man den Umweg über die Marktauslage nehmen, um bei seinen Aufträgen vorwärts zu kommen. Es gibt einfache Tauschgeschäfte, wie Tomaten gegen Gurken, oder sowas in der Art, aber auch Karten, bei denen man andere Karten tauscht, oder Karten vom Markt unter seinen Stapel legt… und und und. Erfüllte Aufträge, ob eigene Karten oder Karten vom Markt, werden umgedreht auf einen eigenen Stapel gelegt, mit der Münzseite nach oben. Diese Münzen kann man im Spielverlauf für zusätzliche Aktionen nutzen: Karte ziehen, Nachschub nehmen (ohne den Marker bewegen), seinen Marker auf ein besetztes Nachschubfeld legen, zusätzliche Feldfrucht nehmen.

Ach so, das hatte ich ja noch gar nicht erklärt: in seinem Zug darf man normalerweise maximal drei Aufträge erfüllen (ob eigene oder fremde Karten); davor oder danach versetzt man seinen Marker auf dem Nachschubplan, um den Effekt dort auszulösen. Das sind Standardaktionen, man nimmt sich Tomaten, Gurken, Getreide, Schaf oder Schwein… oder eventuell eine Karte von seinem Stapel.

Durch die hohe Anzahl an Handelskarten (eben die 119 Stück) ist genug Abwechslung im Spiel, dass es – trotz des sich wiederholenden Ablaufs – spannend bleibt bis zum Schluss. In unseren Partien war es meist bis zum Schluss knapp und oft folgte danach direkt die nächste Partie. Auf der Vorbereitungsaufwand ist überschaubar. Da es nur eine Sorte Handelskarten gibt, müssen diese einfach nur gemischt werden. Dann bekommt jeder Spieler seinen Stapel und der Markt wird ausgelegt und es kann direkt losgehen. Sowas gefällt mir immer sehr gut.

Auch wenn das Spiel heruntergebrochen nur eine große „Tauscherei“ ist, macht „Formidabel!“ wirklich Spaß und ist auch für eine Partie mit Wenigspielern sehr geeignet. Im Kern ist es ein Familienspiel, vielleicht ein gehobenes Familienspiel. Die Regeln sind schnell erklärt, auch wenn man vielleicht anfangs hin und wieder auf die Übersicht auf der Rückseite der Anleitung schauen muss. Ich kann gar nicht genau sagen, was es ist, vielleicht ist es die Einfachheit, die mir so gut gefällt.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Formidabel! (2F-Spiele) Formidabel! (2F-Spiele) Formidabel! (2F-Spiele)

Rezension „Buffet Boss“

14. November 2025 um 20:04
  • Verlag: Origame/Arcane Wonders (deutsche Version "Stapelsalat" von Pegasus Spiele)
  • Autor: Daryl Chow
  • Spieleranzahl: 1 - 5 Spiele
  • Alter: ab 6 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Jahrgang: 2025 (2023)
Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders)

Am Stand von „Arcane Wonders“ auf der SPIEL in Essen haben wir – neben „Aquatica Duellum“ – auch das kleine Stapelspiel „Buffet Boss“ mitgenommen. Wer kennt es nicht. Man ist am Hotel-Buffet und die Gäste stapeln so viel Essen auf dem Teller, dass man Angst haben muss, dass das Zeugs herunter fällt. Ich gebe zu, dass auch ich nicht ganz frei davon bin. Nun stapeln wir also bei „Buffet Boss“ ebenso diverse Leckereien auf den wackeligen Teller, um damit möglichst viele Punkte zu machen. Schauen wir uns das also einmal an.

Die Box ist trotz des netten Holzmaterials schön klein und dabei auch ziemlich voll gepackt, ohne viel Platz zu verschwenden. Man findet 42 Holzteile, die das Essen darstellen sollen. Seafood, Fleisch, Gemüse, Eier, Pilze… was das Herz begehrt. Die Teile gehören zu unterschiedlichen Farbgruppen und zu unterschiedlichen Nahrungsmittelgruppen. Es liegen Übersichtskarten bei, die das klarstellen. Dann gibt es 5 bananenförmige Holzteller, die als Unterlage für den Aufbau der Essenstürme dient, 42 Food-Karten und 18 Charakter-Karten. Die Anleitung umfasst kurze 12 Seiten und der Decke der Box dient als „Abfalleimer“ für heruntergefallenes Essen und für abgeworfene Karten.

Für das Grundspiel lässt man die Charakter-Karten erst einmal weg. Je Spieleranzahl nimmt man eine vorbestimmte Anzahl von Karten, mischt sie und legt den Stapel bereit. Pro Runde werden so viele Karten als Buffet-Reihe ausgelegt, wie Spieler teilnehmen + 1. Bei drei Spielern also vier Karten. Die passenden Holzteile werden darauf platziert. Beginnend beim Startspieler der Runde, wählen die Spieler eine Karte + Holzteil und platzieren das Holzteil auf dem wackeligen Teller. Natürlich, darf nichts herunter fallen. So geht es reihum. Der letzte Spieler der Runde hat zwei Karten zur Verfügung und darf auch – falls gewollt – beide Teile verbauen. Die Karten geben dabei an, wie viele Punkte das jeweilige Holzteil wert ist. So geht es reihum, bis alle Karten und die entsprechenden Holzteile verbraucht sind. Fällt nur ein einzelnes Holzteil runter, darf man die 3-Sekunden-Regel in Anspruch nehmen: klar, schnell aufheben, Staub runterblasen und wieder rauf damit… wie im echten Leben halt. Fallen mehrere Teile gleichzeitig runter, darf man die aufgerundete Hälfte wieder auflegen… der Rest kommt leider in den Abfall. Nachdem dann alle Karten weg sind, werden die Punkte addiert und es gewinnt der Spieler / die Spielerin mit den meisten Punkten.

Klar, das ist nicht wirklich neu. Wir haben einige Stapelspiele in unserer Sammlung und tatsächlich machen uns diese Spieler immer recht viel Spaß. Ich mag Spiele, die mit Geschicklichkeit zu tun haben. Hier ist das Material sehr schön. Die Holzteile sind echt ganz cool, haben sehr knifflige Formen und lassen sich dadurch nicht immer einfach verbauen. Wir hatten viele lustige Momente und hatten entsprechend viel Spaß dabei.

Ach ja, der Spieler mit dem höchsten Essensturm erhält 5 Sonderpunkte. Dazu gibt es eine Messlatte auf der Seite der Box… witzig. Um das Ganze etwas aufzupeppen, würde ich direkt zur Fortgeschrittenen-Variante greifen. Dann werden jedem Spieler zwei Charakter-Karten ausgeteilt. Diese Karten geben Sonderpunkt für bestimmte Bedingungen, abhängig von der Nahrungsmittelgruppe oder der Farbe. Bei Spielende, muss man sich für eine dieser Karten entscheiden; diese darf man dann in die Wertung nehmen. Man bekommt in diesem Fall also Punkte für die Nahrungsmittel selbst, für den höchsten Turm und für die gewählte Charakter-Karte. Auch hier gewinnt natürlich der Spieler mit der höchsten erzielten Punktzahl.

Ein Solomodus ist auch in den Regeln. Ok, zum Trainieren ist das ganz ok, aber mehr Spaß macht es natürlich zu mehrt. Wer kein Interesse an Geschicklichkeitsspielen hat, oder wer einfach zwei linke Hände in solchen Fällen hat, der sollte „Buffet Boss“ links liegen lassen, das ist klar. Wer aber Lust auf ein spaßiges Stapelspiel hat, der sollte sich „Buffet Boss“ ruhig mal anschauen. Nochmal: es macht nicht wirklich was neu, aber die Formen der Holzteile sind witzig. Oftmals denkt man, das gewählte Teil passt doch gar nicht und dann bleibt das ganze Bauwerk doch stehen und trotzt jeglicher physikalischen Regel.

„Buffet Boss“ gibt es schon seit 2023 und 2024 gab es auch eine deutsche Auflage unter dem Titel „Stapelsalat“. Das Regelwerk ist wirklich einfach, da ist es quasi egal, ob man die englische oder die deutsche Version nimmt. Uns gefällt der englische Titel „Buffet Boss“ einfach besser.

Fazit: schönes Material, lustiges Stapelspiel, macht zwar nichts wirklich neu, macht aber Spaß.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders) Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders) Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders) Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders) Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders) Buffet Boss (Origame/Arcane Wonders)

Rezension „12 Rivers“

14. November 2025 um 16:52
  • Verlag: Good Games Publishing
  • Autor: Romain Caterdjian
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spiele
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 45 - 75 Minuten
  • Jahrgang: 2025
12 Rivers (Good Games Publishing)

„12 Rivers“ war eines der Spiele auf der SPIEL in Essen dieses Jahr, die ich wegen der überragenden Optik „auf dem Sender“ hatte. Tatsächlich gab es das Spiel schon 2022 in einer Vorgänger-Ausgabe, wobei wohl ein paar Sachen verbessert wurden, bei der neuen Ausgabe. Ich habe mich aber nicht damit beschäftigt, welche Punkte das genau waren. Ich gehe also von der aktuellen Ausgabe aus, die es bisher leider nicht auf „deutsch“ gibt. Mal schauen, vielleicht schnappt sich das Spiel ja noch ein deutscher Vertrieb, wir werden sehen.

In der Box findet man ein 3D-Spielbrett, welches die namensgebenden 12 Flüsse zeigt. Mit zwei Aufstellern ist es schnell aufgebaut und macht auf dem Tisch wirklich sehr viel her. Die Optik hat einfach einen sehr großen Aufforderungscharakter und wenn das Leute auf dem Tisch stehen sehen, wollen sie direkt mitspielen. Dann gibt es 65 Perlen (Kunststoffperlen in 5 Farben), 4 Alpaca-Boards, 30 Villager-Tafeln (4 davon als Start-Villager), 50 Camp-Karten, 25 Fairy-Tokens, 12 Stamm-Tokens, einen Stoffbeutel für die Perlen, zwei Spielerhilfen und natürlich die Spielanleitung mit 20 Seiten. Die 20 Seiten sind allerdings großzügig befüllt, große Schrift, viele Bilder, so dass man ein anspruchsvolleres Spiel erwartet, wie man dann wirklich geliefert bekommt. Tatsächlich ist „12 Rivers“ eher ein gehobenes Familienspiel oder maximal ein einfaches Kennerspiel… natürlich ein besonders Hübsches, wie schon erwähnt.

Der Ablauf ist wirklich einfach: jeder Spieler hat einen Start-Villager mit Plätzen für gesammelte Perlen. Dann hat jeder Spieler ein Alpaca-Board; auch ein paar Camp-Karten erhält man zum Spielbeginn. Es werden fünf Runden gespielt. Vor jeder Runde werden oben auf dem Board die Perlen platziert, die zufällig aus dem Beutel gezogen werden. Die Anzahl der Perlen ist abhängig von der Spieleranzahl. Alle 12 Perlen werden nur mit vier Spielern vorbereitet. Die Perlen werden von einer Kartonsperre aufgehalten; diese verhindert, dass die Perlen bereits direkt nach unten rollen. Die Stamm-Tokens liegen unten auf dem Pfad mit der Spielreihenfolge. In dieser Reihenfolge platzieren nun die Spieler ihre Stamm-Tokens auf dem Spielplan. Entweder oben bei den Flussläufen, oder auch unten am Rand des Spielplans (um später Villager-Tafeln nehmen zu dürfen). Sobald alle Tokens gesetzt wurden, wird die Kartonsperre oben angehoben und die Perlen rollen runter, bis sie jeweils an einem Stamm-Token stoppen. In vorgegebener Reihenfolge dürfen die Spieler immer eine Perle von den „aufgehaltenen Perlen“ nehmen; dann wird das Stamm-Token zurück auf den Pfad gelegt und die übrigen Perlen rollen weiter. Platziert man ein Stammtoken unten, ist es kostenlos, möchte man sichergehen, eine bestimmte Perle schnappen zu können, muss man weiter oben einsetzen… und das kostet eine, zwei oder sogar drei Karten. Weiter unten erhält man sogar eine Karte, wenn man dort einsetzt. Die unten am Rand eingesetzten Tokens erlauben es dem Spieler, einen neuen Villager aus der Auslage zu nehmen. Das bringt zum einen auch neue Karten auf die Hand, aber auch neuen Platz für gesammelte Perlen.

Die Villager haben immer eine Fähigkeit, die bei Spielende getriggert wird, wenn man die Tafel voll mit Perlen besetzt hat; sowas wie z.B. 6 Extrapunkte, wenn man alle vier Plätze mit derselben Farbe besetzt hat. Beim Platzieren der Stamm-Tokens sammelt man ggfs. auch Fairy-Tokens ein, die man dann später nutzen kann. Die Camp-Karten benötigt man nicht nur für das Bezahlen beim Einsetzen der Stamm-Tokens, sondern auch, um damit Sonderfunktionen nutzen zu können. Dazu muss man zwei identische Karten ausspielen. Das „Fischernetz“ erlaubt es beispielsweise, zwei Perlen an einem Stamm-Token einzusammeln, wo man normalerweise ja nur eine einzelne Perle nehmen darf.

Immer am Ende der Runde bewegt man die Perlen, die man auf dem Alpaca-Board gesammelt hat, auf die Villager-Tafeln. Dabei versucht man eben die Tafeln voll zu besetzen, um die Villager-Fähigkeit zu triggern… aber auch die Perlen selbst bringen Punkte. Abhängig von der Farbe sind die Perlen unterschiedlich viel wert. Wer zum Schluss die meisten Punkte vorweisen kann, der gewinnt natürlich die Partie.

Unter dem Strich ist es also ein relativ einfaches Set-Collection-Spiel. Man versucht immer die passenden Perlenfarben zu sammeln, um damit die meisten Punkte generieren zu können. Knifflig ist es, dass man die Platzierung der Stamm-Tokens mit Handkarten bezahlen muss. Diese Handkarten möchte man aber nur ungerne hergeben, da sie ja ebenso wertvolle zusätzliche Aktionen ermöglichen. Tatsächlich macht die schöne Optik einen großen Teil des Spielspaßes aus, so zumindest unsere Empfindung. Spielerisch ist es recht einfach, aber wir werden es mit den passenden Spieler(innen) immer wieder mal auf den Tisch. Wer allerdings ein sehr anspruchsvolles Spiel erwartet, der sollte dann doch eher die Finger von „12 Rivers“ lassen.

Fazit: gehobenes Familienspiel mit überragender Optik; spielerisch aber eben nicht besonders fordernd.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

12 Rivers (Good Games Publishing) 12 Rivers (Good Games Publishing) 12 Rivers (Good Games Publishing) 12 Rivers (Good Games Publishing) 12 Rivers (Good Games Publishing) 12 Rivers (Good Games Publishing)

Rezension „Word Bits“

12. November 2025 um 19:37
  • Verlag: Piatnik
  • Autor: Reiner Knizia
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spiele
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Jahrgang: 2023 (frühere Version deutlich älter)
Word Bits (Piatnik)

Tatsächlich liebe ich mittlerweile die kleinen Spiele. Sie sind gut zum Mitnehmen; sie sind meist schnell erklärt; sie nehmen nicht viel Platz im Regal weg. Fast nur Vorteile. Ok, meistens sind sie halt auch nicht so anspruchsvoll, das ist klar. Nun liegt hier ein wirklich kleines Spiel vom Altmeister Reiner Knizia vor. In der kleinen Box findet man ein Kartendeck von 60 Karten, vier Buchstabenwürfel und eine kurze Spielanleitung. Die Würfel zeigen unterschiedliche Buchstabenkombinationen auf den Seiten, wobei manche Buchstaben nicht vorkommen (z.B. B, X, Y, Z…).

Das Spiel ist in 2 Minuten erklärt und man kann direkt loslegen. Dazu nimmt es auf dem Tisch nicht viel Platz ein, so dass man es auch gut in der Kneipe oder sonst unterwegs spielen kann. Es läuft so: es wird eine Karte aufgedeckt. Diese Karte gib vor, wie viele der Würfel man werfen muss und welcher Begriff gesucht wird, z.B. „eine Hunderasse“. Ein Spieler wirft dann die passende Anzahl an Würfeln und die Spieler müssen ein Wort, passend zum gesuchten Begriff, finden und rein rufen. Der erste Spieler, der ein passendes Wort hat, erhält die Karte als Punkt. Standardmäßig werden 20 Karten als Stapel bereitgelegt und nachdem der Stapel aufgebraucht ist, gewinnt der Spieler mit der höchsten Punktzahl, also mit den meisten gesammelten Karten. Das ist schon alles.

Natürlich kann man die Spieldauer etwas variieren, in dem man die Kartenanzahl der bereitgelegten Karten entsprechend anpasst. Beim werfen der Würfel sollte man immer wieder mal andere Würfel nehmen, denn die vier Würfel zeigen unterschiedliche Buchstabenkombinationen, das ist wichtig.

Man kann also sagen, „Word Bits“ ist ein einfaches Wortfindungsspiel, ohne unnötigen Schnickschnack. Das Spiel ist kein „Überflieger“, aber in unseren Runden hat es gut funktioniert und es dient bei uns als einfacher Absacker, speziell für Runden mit Wenigspielern.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

NEWS – SPIEL 2025 in Essen (Messebericht)

28. Oktober 2025 um 12:44
SPIEL 2025 in Essen

Was und wer ist eigentlich Spielmonster.de? Angefangen hat es bereits 2001 mit meiner ersten Webseite (oder wie man heute so schön sagt: meinem ersten Blog). Insgesamt sind es bereits über 600 Rezensionen, die ich dort verfasst habe. Immer wieder wurde die Webseite verändert, angepasst, upgedatet. 2012 kam dann die passende Facebook-Seite und später dann der Instagram-Account dazu. Leider gab es aus gesundheitlichen Gründen immer wieder mal kleinere Pausen, in denen ich nicht so viel gemacht habe, doch ich fand immer wieder zu unserem tollen Hobby zurück. Zwischenzeitlich habe ich die Webseite auf neue technische Beine gestellt, ohne davon wirklich besonders viel Ahnung zu haben. Auch nach langer Recherche hatte ich keine Möglichkeit gefunden, die ganzen bestehenden Rezensionen der „alten Seite“ auf die „neue Seite“ zu migrieren, so musste ich das manuell machen, einzeln… mühsam, richtig! Deshalb haben es auch noch nicht alle Rezensionen auf die „neue Seite“ geschafft. Unter www.surrealist.de/spielmonster findet man jedoch immer noch die „alte Seite“, mit allen – bis dahin – erstellten Rezensionen. Die „neue Seite“ findet man auf www.spielmonster.de.

Immer wieder werde ich gefragt, weshalb ich nicht Videos mache (YouTube und Co.). Das ist – ehrlich gesagt – nicht mein Ding. Ich zeige mich ungern, weshalb man auch einzig in Instagram hin und wieder Bilder von uns sehen kann. „Uns“, das ist meine Frau Silke, mit der ich das Hobby schon sehr viele Jahre teile und eben ich, Dirk. In irgendwelchen Videoformaten werdet ihr uns wahrscheinlich eher nicht sehen, wobei man ja niemals nie sagen sollte, oder wie war das nochmal?

Die SPIEL in Essen ist als größte Spielemesse der Welt ein absoluter Besuchermagnet. Auch wir sind dem Lockruf der Messe gefolgt und waren vom Donnerstag bis zum Samstag in den Messehallen unterwegs. Aufgrund der erwähnten Historie kommen wir glücklicherweise in den Genuss eines Pressezugangs zur Messe. Leider konnten wir aus beruflichen Gründen erst am Mittwoch anreisen, so dass wir es weder zur Pressekonferenz noch zur Neuheitenschau der Messe geschafft haben. In früheren Jahren war es noch so, dass man sich zumindest die Neuheitenschau auch nach dem Presse-Mittwoch in Ruhe anschauen konnte, ohne den großen Trubel, ohne die überhitzten Räume; leider wurde das abgeschafft, was wir sehr schade finden.

Da wir aus „Kofferraumgründen“ immer mit dem PKW anreisen, ist die Parkplatzsituation immer besonders spannend. Natürlich ist es mit dem Presseparkplatz meistens relativ chillig, aber auch dort gibt es immer mal Stau. Dieses Jahr war das alles recht überschaubar, allerdings sind wir auch immer recht früh vom Hotel losgefahren, welches wir aufgrund der wahnsinnigen Zimmerpreise an den Messetagen in Mülheim a.d.R. gebucht hatten.

Organisatorisch ändert sich ja jedes Jahr etwas an der Messe. In diesem Jahr gab es beispielsweise keine Dauertickets mehr, sondern die Besucher mussten sich für jeden Tag ein separates Ticket kaufen. Das treibt natürlich den Gesamtpreis des Messebesuchs in die Höhe, aber es hatte den positiven Nebeneffekt, was vermutlich auch der Hauptgrund für diese Einführung war, dass das Besucherlimit auch weitestgehend ausgenutzt wurde. Hatte man früher ein Dauerticket und kam dann aber am Sonntag nicht, dann war dies quasi ein leerer Platz, den andere Besucher aber leider nicht nutzen konnten. War die Besucherzahl letztes Jahr noch auf insgesamt 200.000 Besucher beschränkt, wurde die Anzahl für 2025 durch die Aufnahme der Halle 7 auf 220.000 Besucher erweitert.

Am Donnerstag war der Zugang über die leere Halle 8 etwas ungünstig organisiert. Im Vorjahr noch wurden die Aussteller oder die Leute mit Pressetickets durch einen separaten Eingang geführt. Dieses Mal war der Einlass dort recht unklar. Letztlich warteten alle Personen im selben Bereich, was nicht wirklich ein Thema ist. Aber als dann „Tom Werneck“ im Anzug und seinem Rollkoffer durchgehen wollte, wurde er vom strengen Ordner, der ihn mit Sicherheit nicht kannte, streng und bestimmend in die Menschenmenge zurückgeschickt. Herr Werneck ist schon 86 Jahre alt und hat mit über 80 Jahren noch eine Doktorarbeit zum Thema „Brettspiele“ geschrieben. Auf solche Special-Guests hätte man vorbereitet sein müssen. Man kann den Ordnern sicherlich nicht den Vorwurf machen, nicht jede Persönlichkeit aus der Szene zu kennen, aber das war eine wirklich unschöne Situation. An den weiteren Tagen war es etwas besser geregelt.

Insgesamt ist das Hallenkonzept aber wieder aufgegangen. Die neu hinzugenommene Halle 7 hat das ganze Gedränge etwas entzerrt, so unser Gefühl. Klar, die Halle 3 war wieder zu jedem Zeitpunkt recht voll, aber man kam trotzdem immer noch halbwegs gut durch, ohne, dass man von einem Brettspielrucksack oder einem Bollerwagen angerempelt oder angefahren wurde. Wie im Vorjahr auch, waren die Hallen 4 bis 6 für mich die Interessantesten. Natürlich habe ich auch in Halle 3 viel angeschaut und auch einiges mitgenommen, aber in den kleineren Hallen findet man immer wieder etwas, das man so gar nicht auf dem Schirm hatte… und genau das ist ja so cool an der Messe.

Das kulinarische Angebot war auch dieses Jahr sehr abwechslungsreich. Es gab sowohl in der Galeria als auch in verschiedenen Freigeländen und auch direkt in den Hallen viele verschiedene Food Trucks, da sollte für jeden etwas dabei gewesen sein. Auch die Schlangen vor den Trucks hielten sich in Grenzen. Wir hatten nach jeweils 5 Minuten unseren Snack in den Händen. Natürlich waren die Preise auch dieses Jahr weit entfernt von günstig. Eine 0,5-Flasche Cola für über 5 Euro grenzt schon an Frechheit, was aber leider bei Messen mittlerweile gang und gäbe ist. Auch Mineralwasser ist teuer, weshalb wir immer mit Getränkeflaschen in den Taschen herumgerannt sind. Das Essen selbst ist auch recht hochpreisig. Die Preise lagen sicherlich wegen der hohen Standgebühren in einem Bereich, zu dem Preis man in manchen Regionen auch ein Mittagsmenü im Restaurant (mit Getränk) bekommen kann. Auch das ist happig. Vergleicht man das Essensangebot aber mit dem Angebot früherer Jahre, ist zumindest die Auswahl und die Qualität wirklich viel besser. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt wie im letzten Jahr. Im Vorjahr saßen wir bei Sonnenschein und mit Sonnenbrillen im Außenbereich, was als Pause wirklich toll war. Dieses Jahr war es eher regnerisch und stürmisch, was das Ganze für die Trucks – zumindest im Außenbereich – recht ungünstig machte.

Gespielt haben wir dieses Jahr tatsächlich recht viel auf der Messe. Trotz des Lärms und den vielen Leuten konnten wir immer recht gut abschalten und uns auf die Spiele konzentrieren, das funktioniert überraschend gut, wenn man sich darauf einlässt. In der Regel spielen wir natürlich eher einfachere Spiele und dann ja auch nicht immer zu Ende. Man sollte sich einfach den nächsten freien Tisch schnappen und auch mal Spiele ausprobieren, die man so gar nicht auf dem Sender hatte. Gespielt haben wir beispielsweise „Kokeshi“, „Burgle Bros Blackjack“, „Postcards“, „Driving me crazy“, „12 Rivers“ und mehr. Manches davon haben wir dann tatsächlich auch gekauft, obwohl es vorher gar nicht auf der Liste war. Das strapaziert zwar das Budget, aber es birgt auch einige Überraschungen. So war einer der Überraschungshits für uns „La Cuenta“ von „2Tomatoes Games“. Die Testpartie haben wir zu 6t gespielt. Es geht darum, dass wir im Restaurant sind, immer wieder Essen nachbestellen und wir uns möglichst um die Rechnung herummogeln möchten. Wichtig ist also: es soll jemand anderes bezahlen. So kann man sich mit einer Karte bis zur nächsten Runde auf der Toilette verstecken, oder man muss nicht bezahlen, weil man Geburtstag hat. Das Spiel hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht, also auch uns… direkt eingepackt.

Da wir von der hohen Anzahl an Spielen in unserer Sammlung runterkommen möchten, nutze ich auch jede Möglichkeit, Spiele wieder ausziehen zu lassen. Also habe ich auch dieses Jahr bei der „No-Shipping-Auction“ von BGG teilgenommen und dabei 10 Spiele verkauft. Der übliche Übergabepunkt ist ja täglich um ca. 15:00 Uhr am vereinbarten Platz. Diese Veranstaltung schaut für „normale“ Besucher etwas komisch aus. Es stehen hunderte Spielefans mit großen Schildern, bunten Mützen und großen Bollerwagen in der Halle 8 herum und versuchen, ihre jeweiligen Geschäftspartner in dieser Menschenmenge zu finden. Ich sah wohl besonders „auskunftsfreudig“ aus, denn ich wurde ganze viermal von Leuten gefragt, was denn hier los sei. Ich habe dann natürlich erklärt, was der Hintergrund dieses Menschenauflaufs ist und die Fragenden waren immer sehr erstaunt darüber.

Da wir uns – wie eingangs erwähnt – recht unsichtbar in der Szene bewegen, können wir uns ganz chillig auf der Messe bewegen. Trotzdem hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Leute zu treffen und oft auch zu sprechen, die wir von Podcasts, YouTube oder Instagram her kennen. Auch das fanden wir immer sehr nett.

Es muss an unserem Alter liegen, aber jeder Tag wurde zunehmend anstrengender. Waren wir am Donnerstag bis abends recht fit, waren wir am Freitag schon deutlich erschöpfter und am Samstag haben wir es dann auch nicht bis zum Abend geschafft, sondern sind schon etwas früher gegangen. Immerhin haben wir keinen grippalen Infekt und auch keine Erkältung aufgeschnappt.

Mit den eingangs erwähnten 220.000 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern übertraf die SPIEL den bisherigen Besucherrekord von 2019. Durch die hinzugenommene Halle 7 ist natürlich auch die Ausstellungsfläche größer als bisher. 948 Aussteller aus 50 Nationen zeigten mehr als 1.700 Neuheiten in den Messehallen. Dazu wurde am Freitag sogar noch der Weltrekord für das größte CATAN-Spiel erreicht, ein krasses Event. Was noch neu war: der Bühnenbereich für die verschiedenen Vorträge befand sich jetzt in der Halle 4. Obwohl der Bereich mitten im Trubel war (ok, in einer etwas ruhigeren Ecke der Halle 4), fanden wir diese Lösung wirklich gelungen. Vielleicht waren nicht immer alle Leute, die sich dort aufhielten, wirklich am Programm interessiert, sondern machten einfach nur mal ne kurze Pause, aber die drei Programmpunkte, die wir uns angesehen haben, fanden wir wirklich gut… und die Störgeräusche durch die restliche Halle hielten sich überraschenderweise in Grenzen.

Üblicherweise werden am Pressetag (Messe-Mittwoch) auch die Platzierungen der drei ersten Plätze des Deutschen Spielepreises bekannt gegeben. Die anderen Plätze wurden schon im Vorfeld veröffentlicht, aber bei der Rangfolge der ersten drei Plätze blieb es bis zur Messe spannend. Der Deutsche Spielepreis ist ein Community-Preis, das heißt Spieler(innen) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können selbst abstimmen. Deshalb ist dieser Preis für viele Spieler(innen) ebenso bedeutend wie der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“. Platz 1 ging dieses Jahr an „SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben“. Platz 2 erhielt „Endeavor: Die Tiefsee“. Platz 3 belegt „Bomb Busters“, was ja auch schon den Kritikerpreis gewonnen hat. „SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben“ gehört auch bei uns zu den absoluten Lieblingsspielen.

Nach drei schönen – aber auch anstrengenden – Tagen in den Messehallen, sind wir sehr zufrieden; wir sind also am Sonntag mit einem recht vollen Kofferraum wieder zurück in den Süden gefahren und jetzt heißt es: Spielen, Spielen, Spielen!

(c)2025 Dirk Trefzger

SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen SPIEL 2025 in Essen

Rezension „Suna Valo“

25. März 2025 um 20:06
  • Verlag: The Game Builders
  • Autor: Andreas Odendahl
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: ca. 60 - 75 Minuten
  • Jahrgang: 2024
Suna Valo (The Game Builders)

„Suna Valo“ ist ein reines 2-Personen-Kennerspiel. Neben dem Regelheft findet man in der mittelgroßen Box einen Spielplan, 2 Hof-Tableaus, 125 Ressourcen-Würfel, diverse Holzfiguren in den beiden Spielerfarben, einen Wertungsblock, diverse Plättchen und 125 Karten (Hofkarten, Charaktere, Dorffest, Schiffsaufträge, Öffentliche Lieferaufträge). Die Gestaltung des Material gefällt mir sehr gut. Ein Teil des Materials ist aus Holz, die Kartonteile sind sehr stabil und die Karten sind auch hübsch gestaltet. Etwas abschreckend wirkt erst einmal das Regelheft mit satten 40 Seiten Umfang. Das könnte den einen oder anderen schon etwas abschrecken. Tatsächlich ist das Regelwerk nicht wirklich schlecht, hätte man aber bestimmt auch kürzer und übersichtlicher machen können.

Jeder Spieler hat ein Hoftableau vor sich liegen. Auf das Tableau kommen diverse Holzteile in der jeweiligen Spielerfarbe (weiß oder schwarz). Der Spielplan kommt in die Tischmitte, zwischen die beiden Spieler(innen). Die Öffentlichen Lieferaufträge und die Schiffsaufträge werden vorbereitet. Auf dem Spielplan gibt es eine Kartenauslage. Diverse Plättchen liegen auf dem Spielplan bereit und das restliche Zeugs wird neben dem Spielplan ausgelegt. Die Hofkarten werden in die drei Ären (Äras?…wie auch immer) unterteilt. Die Karten jeder Ära werden bereit gelegt. Zuerst braucht man natürlich die Karten der Ära 1. Als Startkapital erhält jeder Spieler noch eine Ressource jeder Art, die er auf seinem Tableau einlagert. Das Tableau und auch die Karten später zeigen Lagerkisten, auf die dann die Ressourcenwürfel gelegt werden. In einer Vorbereitungsrunde platzieren die Spieler noch drei Karten oben ans Spielertableau an und legen jeweils einen Ressourcenwürfel als Kosten auf die Karte.

Kurz was zu den Hoftableaus der Spieler: überall stehen ja Holzteile auf dem Tableau. Durch das Erfüllen der Aufträge darf man solche Holzteile versetzen. Dadurch werden auf dem Tableau Vorteile frei, die dem Spieler im weiteren Spielverlauf zugute kommen. Rundeneinkommen, günstigere Tauschkurse, Platz auf den Botleisten… und und und. Karten, die man später kauft, platziert man „innerhalb“ des Tableaus. Dort hat man Platz für 6 Kartenreihen. Jede Kartenfarbe hat so seine charakteristischen Möglichkeiten. „grün“, „blau“ und „braun“ bringen im wesentlichen die notwendigen Rohstoffe. „orange“ bringt Energie und Schritte auf der Botleiste. „grau“ ermöglicht Lieferungen und „beige“ ist die Spalte für private Aufträge.

Die Frage ist nun: „wie kommt man an diese Karten?“

Ist man an der Reihe, hat man zwei grundlegende Möglichkeiten. Entweder man kauft eine Karte oder man erfüllt einen Schiffsauftrag. Egal, wo man die Karte kauft, am Ende des Zugs wird immer eine Karte nachgelegt. Erfüllt man einen Schiffsauftrag, wird eine der ausliegenden Karten abgeworfen und ebenso nachgelegt. Kaufen kann man eine Karte aus der Auslage auf dem Spielplan, aus der Kartenauslage des Gegners oder aus der eigenen Kartenauslage. Kauft man eine Karte vom Spielplan, werden die restlichen Karten verschoben und eine neue Karte aufgedeckt. Kauft man eine Karte aus der eigenen Auslage, dann muss man die Lücke mit einer Karte aus der zentralen Auslage füllen; dazu muss man dann auch den Mindestpreis in Ressourcen auf die Karte legen. Kauft man aber eine Karte von der Auslage des Gegners, dann füllt dieser die Lücke mit der zentralen Auslage und bestimmt dann für die neue Karte den Ressourcenpreis.

Erhaltene Karten werden in die passende Spalte des eigenen Spielertableaus gelegt. Das löst dann die Effekte der ganzen Spalte aus. So erhält man Ressourcen, bekommt Schritte auf der Botleiste, liefert Ressourcen auf verschiedene Auftragskarten. Wie schön erwähnt, spielt man sich mit dem Erfüllen von Aufträgen Effekte auf dem Tableau frei, was für eine gute Punktzahl unerlässlich ist.

So wird gespielt, bis der Kartenstapel der jeweiligen Ära durch ist. Dazu befinden sich in den letzten Karten des Stapels zwei spezielle Karten, die vorgeben, dass die nächsten Aufträge aufgedeckt werden müssen. Nach der dritten und letzten Ära werden die erreichten Punkte addiert und es gewinnt natürlich der Spieler mit den meisten Punkten.

Was anfangs etwas verwirrend ist, ist das Kartenmanagement. Die Ära-Karten müssen vorbereitet werden. Es liegen Dorffest-Karten bereit, falls eine entsprechende Karte aus dem Stapel aufgedeckt wird. Es liegen Aufträge bereit, die nach und nach ins Spiel kommen. Dazu eben die Tatsache, dass man Karten aus verschiedenen Quellen kaufen kann. Das fühlt sich anfangs etwas komisch und unübersichtlich an. Nach 1 – 2 Partien ist das aber kein Problem mehr; dann geht das alles leicht von der Hand und man kann sich auf das wirklich gute Spiel konzentrieren. Was mir sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass man immer die ganze Spalte aktiviert. Gut wirtschaften muss man mit seinem Lagerplatz. Erhält man durch Effekte Ressourcen, hat aber gar keinen Platz für diese Ressourcen, dann sind diese verschwendet… also immer gut im Blick haben, was man noch lagern kann. Oder man schaltet halt bei den drei „linken“ Spalten das Endloslager frei. Sehr praktisch.

Klettert man mit den Zahnrädern die Botleisten nach oben, erhält man zum einen Botplättchen, die auch Vorteile im weiteren Spiel bringen, zum anderen gibt das aber bei Spielende auch Punkte. Dazu werden die Punkte der beiden Leisten multipliziert; nicht zu verachten.

Während der Spielvorbereitung erhält man noch zwei Charakterkarten, sucht sich davon eine Karte aus und legt die andere Karte ab. Dieser Charakter bringt dem Spieler exklusive Vorteile während des Spiels.

Die Spieldauer ist vom Hersteller mit 75 Minuten angegeben, mit etwas Übung klappt das aber schon mit ca. ner Stunde, was für diese Art von Spiel recht angenehm ist, finde ich. Nachdem mich das Kartenhandling anfangs etwas genervt hat, konnte mich das Spiel in den weiteren Partien doch überzeugen. Optisch wie spielerisch finde ich es gut gelungen und es wird definitiv in meiner Sammlung bleiben. Spielt man gerne zu zweit, muss man sich „Suna Valo“ unbedingt anschauen.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders) Suna Valo (The Game Builders)

Rezension „Conservas“

18. März 2025 um 19:01
  • Verlag: Salt & Pepper Games / Frosted Games
  • Autor: Scott Almes
  • Spieleranzahl: 1 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 25 - 40 Minuten
  • Jahrgang: 2024
Conservas

Ich habe das Spiel in der englischen/spanischen Version von der SPIEL 2024 in Essen mitgebracht. Tatsächlich bin ich eigentlich gar nicht so der Solo-Spieler. Wenn ich solo spiele, dann doch eher elektronisch. Trotzdem hat mich „Conservas“ sehr gereizt und nach vielen Partien kann ich sagen: es hat sich gelohnt, das Spiel einzupacken.

Bei „Conservas“ geht man mit seinen Schiffen auf Fischfang und verarbeitet den Fang (Fische, Muscheln, etc.) zu Konserven, die man dann am Markt verkauft. Hört sich langweilig an, ist aber wirklich ganz interessant. Das Spiel erfordert einige interessante Entscheidungen. die sogar mich – als Nicht-Solo-Spieler – überzeugt haben.

In der recht kleinen Box findet man ein Märkte-Buch, 18 Bootskarten, eine Karte „offenes Meer“, 27 Upgrade-Karten (in der englischen/spanischen Version sind beide Sprachen als Kartendeck enthalten), 116 Holzscheiben (davon 96 Meerestiere: Sardinen, Miesmuscheln, Kammmuscheln und Tintenfische und 20 Wasserscheiben), 1 Tagesmarker, Geldplättchen, ein Stoffbeutel und die Anleitung. Zwischenzeitlich ist auch eine deutsche Version bei Frosted Games erhältlich. Das Material ist sehr gelungen. Die Karten sind schön groß und auch sehr hübsch gestaltet. Das Märkte-Buch dient quasi als Spielplan. Man sucht sich ein Monat aus, was dann als Szenario für diese Partie gilt. Man findet dann jeweils unterschiedliche Siegbedingungen, Startbedingungen, etc. vor, was das Spiel abwechslungsreich macht.

Vor dem Start nimmt man sich eine Bootskarte und legt diese offen neben die Karte „offenes Meer“. Die Upgrade-Karten werden gemischt und es werden davon drei offene Karten als Auslage ausgelegt. Das Szenario des Märkte-Buchs gibt vor, wie viele Scheiben von welcher Sorte in den Beutel kommen. Der Tagesmarker kommt auf Tag 1, man erhält das Startkapital an Geld… und schon kann es losgehen. 

Man spielt so lange, bis man mit dem Tagesmarker das Ende der Leiste erreicht hat. Eine Runde durchläuft genau drei Phasen:

1: ZUR SEE: man zieht für jede ausliegende Karte (eigene Schiffe und auch für die „offenes Meer“-Karte) jeweils 5 Scheiben aus dem Beutel. Man entscheidet dann bei jeden Schiff, welche der gezogenen Scheiben man auf das Schiff legt und welche der Scheiben man unten ins Meer legt. Jedes Schiff hat eine bestimmte Kapazität. Die Scheiben, die man dann für das „offene Meer“ zieht, kommen dort alle ins Meer.

2: AN LAND: nun wandelt man die gefangenen Meerstiere in Konserven um und verkauft diese am Markt oder tauscht diese in Upgrade-Karten, die dann Vorteile im weiteren Spiel bringen. Mit Geld kann man nun auch Boote kaufen, aber Achtung: diese kosten am Rundenende immer Unterhalt.

3: ENDE DES TAGES: in dieser Phase zahlt man den Unterhalt der Schiffe. Ein Schiff, welches gerade erst gekauft wurde, verursacht erst im darauf folgenden Zug Kosten. Am Ende dieser Phase vermehren sich nun di Meerestiere, die man nicht gefangen hat. Dafür sind also alle Meerestiere relevant, die im Meer liegen, sowohl auf der Karte „offenes Meer“ als auch bei den Schiffen, unterhalb der Boote. Liegen da beispielsweise drei Muscheln, kommen zwei zusätzliche Muscheln zurück in den Beutel.

Nach dem letzten Tag des Szenarios überprüft man, ob man die Siegbedingungen erfüllt hat. So muss man z.B. beim Szenario „Januar“ 40 Geld vorweisen können und von den Muscheln und Fischen müssen mindestens jeweils 5 Stück im Beutel sein. Man muss also immer darauf achten, dass man das Meer nicht überfischt und plötzlich keine passenden Meerestiere mehr übrig sind. Genau das ist es, was „Conservas“ ausmacht. Jedes Mal, wenn man die 5 Scheiben aus dem Beutel zieht, muss man gut überlegen, was man damit macht. Packt man sie ins Meer, oder packt man sie auf das Boot?… kauft man sich davon Upgrades oder verkauft man die Konserven am Markt… sehr interessanter Mechanismus und auch nach vielen Partien immer noch spannend.

Fazit: interessantes und auch hübsches Solo-Spiel, welches definitiv in unserer Sammlung bleiben wird.

(c)2025 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Rezension „Tic Tac Town“

24. November 2024 um 19:23
  • Verlag: moses Verlag
  • Autor: Ignasi Ferré
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spiele
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 10 - 20 Minuten
  • Jahrgang: 2022
Tic Tac Town (moses)

Ehrlich gesagt reizt die Box von „Tic Tac Town“ nicht wirklich, das Spiel auf den Tisch zu bekommen. Die Optik ist insgesamt eher zweckmäßig ausgefallen… hübsch ist anders. Aber Schönheit ist ja nun mal nicht alles, wie man ja weiß. In der relativ kleinen Box findet man 72 Aufgabenkarten, ein doppelseitiges Tableau (also der kleine Spielplan), 12 Würfel in 4 Farben und die kurze Spielanleitung.

Erstmals haben wir „Tic Tac Town“ in Berlin bei der BrettspielCon gespielt. Ohne das Spiel vorher groß im Visier zu haben, waren grad zwei Plätze frei und wir haben uns dazu gesetzt und mitgespielt… und da hat uns das Spiel tatsächlich überrascht.

In der Tischmitte liegt der kleine Spielplan. Er besteht aus einem 4 x 4 Raster (bei 2 Spielern aus einem 3 x 3 Raster). Das Raster bietet Ablageplätze für die Würfel. Die Aufgabenkarten werden nach ihren Rückseiten gemischt und bereit gelegt. Die Rückseite gibt die Schwierigkeitsstufe vor… wie schwierig also diese Aufgabe zu erfüllen ist. Jeder Spieler zieht eine Karte von jedem Stapel und zusätzlich noch eine Karte von einem beliebigen Stapel. Die Aufgabenkarten legt jede(r) Spieler/Spielerin verdeckt vor sich ab. Man kann die Karten aber jederzeit selbst anschauen. Diese Aufgaben gilt es nun zu erfüllen.

Der Startspieler würfelt alle 12 Würfel (einmalig darf er alle 12 Würfel nochmals werfen). Dann schauen alle Spieler ihre Aufgaben und die vorhandenen Würfel genau an. Der aktive Spieler entscheidet sich für einen Würfel, nimmt diesen Würfel aus der Auslage und platziert ihn auf ein beliebiges freies Feld des Tableaus. Dann prüft man, ob man eine der Aufgabenkarten erfüllt hat. Auch in einem fremden Zug kann eine Aufgabe erfüllt sein, auch dann darf man seine Aufgabenkarte aufdecken und vor sich offen sammeln. So geht es reihum weiter, bis alle Würfel platziert wurden. Dann werden alle Würfel vom Spielplan entfernt, jeder zieht wieder auf 4 verdeckte Aufgabenkarten auf, dann geht es weiter. Wieder werden die Würfel geworfen und reihum Würfel platziert und möglichst viele Aufgaben erfüllt. Nach dem zweiten Durchgang gewinnt die höchste Punktzahl (= Summe der erfüllten Aufgabenkarten).

Im 1er Stapel sind Aufgaben enthalten, bei denen es um die Farben der Würfel geht. Beim 2er Stapel geht es um Summenkarten. Hier muss man die angegebene Würfelsumme erreichen. Beim 3er Stapel geht es um Gleichungen. Hier muss man die angezeigte Gleichung erfüllen, um die Karten zu punkten.

Der Einstieg in „Tic Tac Town“ ist wirklich sehr easy. In 5 Minuten hat man das Spiel an neue Spieler erklärt. Auch Wenigspieler haben hier einen leichten Einstieg. Wie oben schon erwähnt, finde ich das Material nicht wirklich hübsch, was aber dem Spielspaß nicht schadet. Es sind halt Würfel und Karten, was erwartet man da denn sonst? Bezüglich des Spielspaßes bin ich etwas zwiegespalten. Zu dritt und zu viert, mit dem 4 x 4 Spielfeld, finde ich das Spiel wirklich sehr gut. Da liegt der Spielspaß sogar bei einer guten „5“. Zu zweit dagegen (und wir spielen halt oft zu zweit) und dem 3 x 3 Spielfeld sind der Spielspaß für mich deutlich. Deshalb gibt es in Summe „nur“ eine „4“, was ja immer noch recht gut ist.

Fazit: optisch unscheinbar, spielerisch gut (zumindest zu dritt oder viert)

(c)2024 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Rezension „Die Stunde der Maus“

15. November 2024 um 14:09
  • Verlag: Plaid Hat Games
  • Autor: Sawyer West
  • Spieleranzahl: 1 - 4 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 60 - 120 Minuten
  • Jahrgang: 2023
Die Stund der Maus (Plaid Hat Games)

Tatsächlich habe ich „Die Stunde der Maus“ als Schnapper von ner Messe mitgenommen. Ich hatte mich davor nicht großartig mit dem Spiel beschäftigt. Um so mehr war ich überrascht, als ich das Material gesehen habe. Das ist nämlich wirklich sehr schön. Der Spielplan ist eine Kuckucksuhr. Diverse Tafeln werden seitlich unten auch unten angelegt. Sogar das Pendel unterhalb der Uhr hat eine spieltechnische Funktion. Auch die Plastikzeiger sind wichtig für das Spiel. Die Trophäentafeln, die jeder Spieler erhält sind Double-Layer, die Spielsteine sind aus Kunststoff, aber hübsch anzuschauen. Außerdem hat jeder Spieler noch verschiedene Mausbögen, um die Trophäen zwischenzulagern. Dann gibt es noch diverse Karten (Gunstkarten, Questkarten) sowie Aktionsfeldplättchen, die um das Ziffernblatt herum angeordnet werden. Die Mausfiguren, die es in den Spielerfarben gibt, sind auch ganz niedlich. Es gibt pro Spielerfarbe fünf Figuren: Schlaumaus, Springmaus, Guckmaus, Beutelmaus und das Klettemäuschen. Jede Figur hat ein eigenes Aussehen. Das ist wirklich alles ganz hübsch gemacht, wie das bei Plaid Hat Games oft der Fall ist. Das Material erhält von mir schon mal die Höchstnote, das ist direkt schon klar.

Es werden fünf Runden (Stundenzeiger von 7 Uhr bis 12 Uhr) gespielt. In jeder Runde bewegt man den Minutenzeiger in 5-Minuten-Schritten. Das wird „Ticktack“ genannt. Nacheinander werden dann alle Mäuse aktiviert, die auf dem Minutenzeiger stehen, die vorderste Maus beginnt. Nacheinander aktiviert man dann alle Mäuse, die auf dem aktuellen Innenfeld stehen. Die Reihenfolge wird auf der Zusatztafel vorgegeben. Man kann mit einer Maus auch auf den Minutenzeiger aufspringen, um dann später wieder an einer anderen Stelle abzuspringen. Auf dem Außenfeld des aktiven Bereichs kann man einen Spielstein einsammeln und auf das entsprechende Maustableau packen. Es gibt dann immer unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten. Man kann Objekte für Punkte abliefern, man kann Spielsteine tauschen, man kann stöbern (aus dem Beutel ziehen), man kann die Schlaumaus rufen, man kann den Kaufladen der kleinen Spinne besuchen, man kann das Klettermäuschen am Pendel hochklettern lassen… und und und.

Die Mäuse haben unterschiedliche Fähigkeiten… hier mal ein kurzer Überblick, um ein Gefühl dafür zu bekommen:

Beutelmaus: kann mehr Objekte tragen
Springmaus: hat beim Abspringen mehr Möglichkeiten, bis zu zwei Felder nach vorne
Guckmaus: hat beim Ziehen von Objekten aus dem Beutel mehr Möglichkeiten
Schlaumaus: kann mit einer Aktion zu einem beliebigen Feld springen
Klettermäuschen: dient nur als Marker auf dem Pendel

Punkte bekommt man für erfüllte Quests, für Reihen und Spalten, die man beim Trophäentableaus füllen konnte, für Kletterleistungen auf dem Pendel, für Objekte, die man beim Kuckuck abliefern konnte. Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Der Mechanismus mit der Uhr, den Zeigern und den Mäusen, die dann beim passenden Aktionsfeld abspringen, ist wirklich sehr cool und macht auch direkt Lust auf das Spiel. Das war auch das, was ich auf der Rückseite der Box gesehen hatte, bevor ich mir das Spiel gekauft habe. Im Spiel selbst, zeigte sich dann aber, dass diese Idee das Spiel insgesamt nicht ganz tragen kann. Ja, es funktioniert schon und es macht auch Spaß. Insgesamt empfand ich dann die Partien aber zunehmend langweiliger, weil man letztlich immer das Gleiche gemacht hat. Natürlich ist das schade, da mir das Material so gut gefällt und eben auch die Idee erst mal Lust auf das Spiel macht. Aber es ist so, nach wenigen Partien war bei uns schon die Luft raus und aktuell liegt das Spiel auf meinem Verkaufsstapel.

Fazit: tolles Material, witziger Uhrenmechanismus, Spiel selbst kann da nicht ganz mithalten.

(c)2024 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games) Die Stund der Maus (Plaid Hat Games)
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