Lese-Ansicht

Play Forward 2 – Aktionsmechaniken im Fokus

Nach ca. 2 Monaten unseres Play Forward-Workshops wurde es Zeit für den Kern vieler Spiele: Aktionsmechaniken. Wie wählen Spielende ihre Aktionen aus? Welche Systeme sorgen für Strategie, Interaktion oder Überraschungen? Um diese Fragen praktisch zu erforschen, haben wir verschiedene klassische und moderne Aktionsmechaniken untersucht und direkt selbst ausprobiert.

Grundlage waren Mini-Prototypen mit genau den gleichen Grundprinzipien: Spielende bauen eine Farm, sammeln Ressourcen wie Kürbis, Holz und Getreide und erfüllen Lieferaufträge.

Der Clou:
Jede Version nutzt eine andere Aktionsmechanik. Dadurch konnten wir direkt vergleichen, wie sehr sich das Spielgefühl verändert – obwohl das Grundspiel identisch bleibt.

Die getesteten Aktionssysteme

Es gabe diese Grundprinzipien: 

  • Worker Placement: einmal klassisch und einmal mit Bouncing
  • Worker Movement und Dice Movement als Unterkategorie jeweils kombiniert mit Engine Building
  • Action Drafting – sowohl ohne als auch mit Follow-Mechanik
  • Aktionsauswahl mit Karten, zum einen über ein eigenes Kartendeck und zum anderen über gemeinsames Kartendeck 

 

Durch diese praktischen Experimente wurde schnell klar: Schon kleine Änderungen in der Aktionsauswahl können das Spieltempo, die Interaktion und die strategische Tiefe stark verändern.

Deep Dive in die Theorie

Nachdem alle Mechaniken ausprobiert wurden, ging es in einen tieferen theoretischen Blick auf Aktionssysteme.

Dabei kamen auch weitere spannende Mechaniken zur Sprache, zum Beispiel: Rondell-Systeme, Auktionen, Batch Queue, Rolling Queue.

In einer gemeinsamen Diskussionsübung haben wir außerdem bekannte Brettspielmechaniken analysiert – insbesondere im Hinblick auf zwei Fragen:

  • Wie interaktiv ist die Mechanik?
  • Wie stark ist der Anteil von Strategie vs. Glück?

So konnten die Teilnehmenden ihr Wissen aus der letzten Session direkt anwenden und vertiefen.

Vom Farmspiel zu völlig neuen Themen

Das Hauptaugenmerk der Einheit war die Weiterentwicklung der bisherigen Farm-Prototypen. In Gruppen von zwei bis drei Personen wurden die Spiele komplett neu gedacht: neue Themen, neue Ressourcen, zusätzliche Mechaniken, neue Spielziele. Dabei sind vier spannende Prototypen entstanden.

Zoo Ausbruch

Ein bekanntes – und oft problematisches – Brettspielthema wurde hier umgedreht.  In diesem Spiel übernehmen die Spieler*innen die Rollen von Zootieren, die gemeinsam versuchen zu entkommen. Das Spiel basiert auf Worker Placement, aber die Ressourcen wurden passend zum Thema angepasst: Werkzeuge, Überzeugungskraft und Ablenkung.

Die „Aufträge“ sind Manöver wie Wärter*innen ablenken, Tore knacken oder Fluchtwege organisieren

Besonders spannend ist das Engine Building über einen Tech Tree, durch den Aktionen im Laufe des Spiels stärker werden.

Aktuell diskutiert die Gruppe noch eine wichtige Designfrage: Soll das Spiel kooperativ sein oder kompetitiv?

Vulkanforschung

Dieser Prototyp entwickelte sich aus dem Worker-Movement-System mit Würfeln.

Die Spieler*innen erforschen Vulkane, sammeln Proben und nutzen wissenschaftliches Equipment. Die Ressourcen sind unter anderem: Lava- und Gesteinsproben, Luftmessungen, Ausrüstung. 

Das ursprüngliche Bewegungssystem wurde erweitert: Neue Abzweigungen auf dem Spielplan ermöglichen es, dauerhafte Fähigkeiten freizuschalten und so stärkeres Engine Building zu integrieren.

Die „Aufträge“ bestehen thematisch passend aus Forschungspublikationen.

Ameisenstaat

Hier wurde es besonders wuselig. Der Prototyp setzt auf ein 1-vs-Many-Konzept: Die Mehrheit der Spielenden steuert gemeinsam einen Ameisenstaat – eine Person übernimmt die Rolle eines Ameisenbären. Die Ameisen sammeln Nahrung und bauen ihren Bau aus. Ihre Aktionen wählen sie über Hidden Action Selection mit Karten.

Die besondere Herausforderung:
Die Ameisen dürfen nicht miteinander sprechen und müssen sich aber trotzdem koordinieren.

Währenddessen versucht der Ameisenbär möglichst viele Ameisen zu fressen, wenn ihre Aktionen sie unvorsichtig machen.

Die Siegbedingungen: Die Ameisen gewinnen, wenn die Kolonie bis zum Winter überlebt. Der Ameisenbär gewinnt, wenn er genug Ameisen gefressen hat.

Zeitreise-Tourismus

In diesem Prototyp bauen die Spieler*innen eine Agentur für Zeitreise-Urlaube auf.

Das Spiel basiert auf Worker Movement, wurde aber um ein Race-Element erweitert.

Die Aktionsfelder befinden sich in verschiedenen Zeitepochen, zum Beispiel:
Prähistorie, Antike oder Mittelalter.

Die Zeitreiseagentur bietet diese Ausflüge als All-Inclusive-Erlebnisse an – und die Spieler*innen konkurrieren darum, die attraktivsten Reisen anzubieten.

Der nächste Schritt: Der Elevator Pitch

In den nächsten Sessions können die Teilnehmenden ihre Prototypen weiterentwickeln – etwa mit passenden Startspielermechaniken oder zusätzlichen Balancing-Elementen.

Doch zuerst wartet eine neue Challenge:

Alle Gruppen bereiten einen 60-Sekunden-Elevator-Pitch für ihr Spiel vor.

Denn wer weiß – vielleicht trifft man ja tatsächlich einmal eine Person aus einer Verlagsredaktion im Fahrstuhl. 😉

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Ein flinta*stisches Jahr 2025

Der Jahresausklang ist ja bekanntermaßen die Zeit, um zurückzublicken. FLINTA*stisch ist zwar noch nicht einmal ein Jahr alt, aber wir möchten trotzdem rekapitulieren, was in den letzten Monaten passiert ist – voller Dankbarkeit, Freude und auch ein bisschen Stolz auf das, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben.

Hier findet ihr unsere Highlights aus dem Jahr 2025. Und wir finden: Das war ziemlich FLINTA*stisch!

Unsere erste Messe: Die BerlinCon 2025

Im Juni erst hatten wir FLINTA*stisch gegründet, da gab’s im Juli bereits unser großes Debüt – auf der BerlinCon. Wir hätten uns dafür keinen besseren Anlass als diese Community-Messe aussuchen können.

Auf 25 Quadratmetern bauten wir unseren ersten Messestand auf – mit Infomaterial und Mitmachangeboten, politischem Brettspiel-Merch und Buttons zum Selbermachen. 

Ein besonderes Augenmerk galt unserer Wall of Bullshit, auf der diskriminierende Kommentare gesammelt und sichtbar gemacht werden konnten. Dass sich diese Wand so schnell füllte, war ernüchternd – und hat gleichzeitig deutlich gemacht, warum unsere Arbeit so wichtig ist und dass wir noch viel vor uns haben.

Bei diesem BerlinCon-Auftritt wird es nicht bleiben. Denn auch  nächstes Jahr sind wir wieder vor Ort – und nicht nur mit Stand: Wir arbeiten direkt mit der BerlinCon zusammen, um die Messe noch flinta*stischer zu machen.

Folgt uns, um mehr zu erfahren.

Auf der Rollenspielmesse BirCon

Besonders gefreut hat uns die Einladung der Rollenspielmesse BirCon, auf der wir im Oktober mit einem eigenen Stand vertreten waren – entsprechend gab es auch neues Merch.

Unsere Vorständin Rosa hielt gemeinsam mit Vereinsmitglied und Rollenspielexpertin Bella einen Talk über Safety Tools für Rollenspielen. Für uns war die BirCon eine tolle Gelegenheit, uns auch in der Rollenspielcommunity zu vernetzen, neue Perspektiven kennenzulernen und viele spannende Gespräche zu führen.

SPIEL 2025

Auf der SPIEL konnten wir leider weder mit Stand noch mit Team vor Ort sein – das heißt aber nicht, dass FLINTA*stisch dort nicht präsent war.

Bei vier Verlagen – Pegasus, TOPP, Board Game Circus und Hans im Glück – konnte man neben Spendenkassen und Infomaterial auch Merch von FLINTA*stisch finden.

Unsere Vorsitzende Rosa war außerdem Teil eines Panels zu Safer-Space-Spieletreffs auf der Spiel.Talks-Bühne. Dort stellte sie sich spannenden Diskussionen rund um diskriminierungssensible Räume. Unser Spieletreff in Berlin diente dabei als wichtige Praxisgrundlage, um konkrete Maßnahmen anschaulich vermitteln zu können.

In der Pegasus Creator’s Corner konnte man zudem am Freitag eine Stunde lang mit Rosa und Jule ins Gespräch kommen und Fragen zu FLINTA*stisch stellen. 

Unser erstes Projekt: Play Forward

Darauf sind wir besonders stolz: Unser erstes großes Projekt ist gestartet – Play Forward! Spiele heute, verändere morgen.

Ausgangspunkt ist ein Not-so-Fun-Fact: Weniger als 10 % aller Spiele werden von FLINTA*s entwickelt. Das wollen wir ändern – unter anderem mit genau diesem Projekt.

Knapp 20 FLINTA*-Teilnehmende lernen in dem neunmonatigen, kostenlosen Workshopprogramm alle Aspekte des Brettspieldesigns kennen: von der ersten Idee über Spielmechaniken und Prototyping bis hin zu Grafik, Marketing und Diskriminierung.

Geleitet werden die Workshops von unseren Vorsitzenden Jule und Rosa sowie weiteren erfahrenen FLINTA*-Profis aus der Branche.
Bleibt dran – wir werden euch bald noch mehr Einblicke in das Projekt geben.

Spieletreff Berlin

Schon bevor der Verein FLINTA*stisch offiziell gegründet wurde, startete unser Spieletreff in Berlin als Safer Space für brettspielbegeisterte FLINTAs.

Was klein begann, ist inzwischen eine feste wöchentliche Veranstaltung mit rund 25 Teilnehmenden. Der Andrang ist so groß, dass wir aktuell nach einer größeren Location suchen.
Weitere Spieletreffs in anderen Städten sind bereits in Planung.

Unsere erste Verlagskooperation: Pegasus

Wir freuen uns sehr, mit Pegasus unsere erste große Verlagskooperation zu starten. Mit Pegasus haben wir nicht nur einen Verlag an unserer Seite, der sich klar für Diversität und Antidiskriminierung einsetzt, sondern der uns auch finanziell unterstützt.

Diese Unterstützung erfolgt über den neuen MIDGARD-Rollenspielband Die Legenden von Damatu: Die Umstürmten – alle Einnahmen daraus werden direkt an FLINTA*stisch gespendet.

Auch weiterhin könnt ihr das Paperback und das eBook bei Pegasus bestellen.

Neues Angebot: Diskriminierungs-Meldestelle

In vielen Gesprächen und über Whistleblowing haben wir von teils sehr heftigen diskriminierenden Situationen innerhalb der Brettspielwelt erfahren. Schnell wurde klar: Hier gibt es Handlungsbedarf.

Deshalb haben wir auf unserer Webseite eine Meldestelle eingerichtet. Dort können sich Betroffene schnell, anonym und unkompliziert melden, Erfahrungen teilen oder Hilfe in Anspruch nehmen.

In den Medien

Neben Veranstaltungen war FLINTA*stisch 2025 auch medial präsent. Wir haben uns sehr über die zahlreichen Interviewanfragen und die vielen offenen, konstruktiven Gespräche gefreut.
Hier findet ihr eine Auswahl unserer Interviews aus dem Jahr 2025:

DANKE!!

Wir blicken auf dieses erste (halbe) Jahr mit großer Dankbarkeit zurück. Für all die Gespräche, die Offenheit, das Vertrauen, die Unterstützung – und für jede einzelne Person, die FLINTA*stisch mit Leben gefüllt hat. Was als Idee begann, ist in kurzer Zeit zu einer Community geworden. Das berührt uns sehr.

Mit genau diesem Rückenwind gehen wir ins Jahr 2026: mit Mut, Neugier und einer großen Portion Vorfreude. Viele neue Projekte stehen bereits in den Startlöchern, und wir können es kaum erwarten, sie gemeinsam mit euch umzusetzen.

Danke, dass ihr da seid.
Danke, dass ihr zuhört, mitmacht, widersprecht und unterstützt.
Danke, dass ihr FLINTA*stisch möglich macht. 💜

Rosa & Jule

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Vorschau Spiel Essen 2025 Teil 2: FLINTA*-Spiele auf der Messe

Nur noch zwei Tage bis zur Spiel! Wir sind schon mega aufgeregt, wegen all der spannenden Events. Und natürlich sind wir auch vorfreudig auf ganz viele Spiele von FLINTA*-Designer*innen.

Hier ist unsere kleine Vorfreudeliste.

Kartini: From Darkness to Light

Von: Sherria Ayuandini
Verlag: Ion game Design
Standnummer: 3T215

Kartini – from Darkness to Light ist inspiriert von der Briefbuch-Autorin Raden Adjeng Kartini, deren Werk als Eckpfeiler im indonesischen Unabhängigkeitskampf von der niederländischen Kolonialherrschaft galt.

Um diesen Kampf und damit auch das Spiel zu gewinnen, wird Bildung als radikaler Akt des Widerstands genutzt. Solo, im Team oder gegeneinander gilt es als Leitung von Mädchenschulen erfolgreich und strategisch in den Fächern Politik, Lehramt, Kampf und Förderung Schülerinnen auszubilden und gewinnbringend einzusetzen.

von Nele

Nocturnis

Von: Maxine Metzger
Verlag: self-published
Standnummer: 4G225

Das sieht nach einem sehr cozy Spiel mit schönem Artwork aus. Flip and Write Spiele für zwischendurch haben immer einen Platz in unserem Spieleschrank. Noch besser, wenn es dann auch noch mit so fantastischem Artwork einhergeht.

von meeplemiez

Knitting Circle

Von: Emily Vincent
Verlag: Flatout Games
Standnummer: 5A700

Katzen und Stricken – muss man noch mehr dazu sagen? Der Nachfolger von Calico kommt wieder mit tollem Artwork und einem Puzzle-Mechanismus, der den Kopf zum Rauchen bringt. 

von meeplemiez

Orloj: The Prague Astronomical Clock

Von: Paloma J. Pascual, Abraham Sanchez Hermida
Verlag: Perro Loko Games
Standnummer: 3U115

Bunt, opulent und voller Details. Das ist Orloj von Perro Loko Games. Das komplexe Expertenspiel, an dem mit Paloma J. Pascal und Amelia Sales erfreulicherweise auch zwei Frauen mitgearbeitet haben, bietet einen hochverzahnten Mechanismenmix gepaart mit wunderschöner Grafik. Zusammen mit dem Setting des Baus der Prager Rathausuhr hat es sich sofort auf Platz 1 meiner Wunschliste für Essen 2025 gesetzt!. 

von Sepiroth

Fossilium

Von: Julia Thiemann, Christoph Waage
Verlag: Giant Roc
Standnummer: 2E450

Ich freue mich als Dinofan seit Kindertagen natürlich riesig auf Fossilium von Julia Thiemann und Christoph Waage, da mir ein Dinospiel in meiner Sammlung tatsächlich noch fehlt. Die Prämisse ein möglichst attraktives Museum für Besucher*innen zu kreieren mit Exponaten, deren Teile man nach und nach bei Ausgrabungen findet, gefällt mir sehr gut. Ich finde weiterhin die diverse Gestaltung der Besucher*innen toll. Eigentlich fehlt nur noch das Deluxe Upgrade mit im dunklen leuchtenden Dino-Skeletten, so wie damals in den Heftchen am Kiosk.

von Andreas

Kingdom Crossing

Von: Stefania Niccolini, Marco Canetta
Verlag: Sorry We Are French
Standnummer: 7C311

Jaja, mit niedlichen Tieren kriegt man mich einfach. Und wenn sie dann noch mit nem berühmten mathematischen Problem verknüpft sind, bin ich gleich ganz Feuer und Flamme. Auch wie im Spiel Engine-Bau mit Programmierung kombiniert ist, hört sich extrem spannend an. Da schaue ich auf jeden Fall vorbei.

von Rosa Lila

Point Galaxy

Von:  Molly Johnson, Robert Melvin, Shawn Stankewich
Verlag: Flatout Games
Standnummer: 5A700

Schon Point Salad hatte es mir mit dem so einfachen wie cleveren Punktemechanismus angetan. Die neuen Ziele und Wertungsmechaniken klingen nach genau der richtigen Würze für den kleinen Filler.

von Rosa Lila

Ministry of Lost Things: Case 1 – Lint Condition

Von:  Rita Orlov, Chelsea Stark, Mark Larson
Verlag: PostCurious
Standnummer: 5J415

Ich liebe ja Rätselspiele. Aber so richtig gute zu finden, ist gar nicht so leicht. Auf Rita Orlov ist glücklicherweise Verlass. Und in Ministry of Lost Things stellt sie einen nicht nur vor spannende Rätselaufgaben, sondern erzählt nebenher auch noch eine wunderschöne, herzerwärmende Geschichte.

von Rosa Lila

Und, auf welche Neuheiten freust du dich besonders?

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Vorschau Spiel Essen 2025 Teil 1: FLINTA*stisch auf der Messe

Bald geht es los und wir sind schon ganz gespannt, das erste mal die Messe in Essen aus FLINTA*stischer Perspektive zu erleben.

Zwar haben wir dieses Jahr noch keinen Stand auf der Messe, trotzdem wird es einige coole Aktionen und viele Möglichkeiten geben, mit uns in Kontakt zu treten.

Meet & Play

Wann: Samstag von 14:00 bis 18:00
Wo: Saal Europa

Triff uns und viele andere Content Creator am Samstag ab 14:00 im Saal Europa. In gemütlicher Atmosphäre können wir da plaudern, Fotos machen und vielleicht sogar irgendwas Kleines spielen. Und ein wenig Merch haben wir sicher auch dabei.

Spiel.talks

Wann: Sonntag von 12:40 bis 13:20
Wo: Bühne in Halle 4

Gemeinsam mit Ms. Foxy Bless, Yori Gagarim und Thomas Moder redet unser Vorstandsmitglied Rosa Lila Layer über Safer Space Spieletreffs und was es braucht, um die Szene sicherer und zugänglicher zu machen.

Rosa Lila Layer auf den Spiel Research Days 2022

Kooperation mit Pegasus: „Die Umstürmten“

Wann: dauerhaft
Wo: Pegasus Spieleverlag, Halle 3 3M120

Der Pegasus Spieleverlag veröffentlicht zur Messe den limitierten Sonderband Die Umstürmten für das Rollenspiel-System MIDGARD – Legenden von Damatu.  Alle Einnahmen aus dem Verkauf des Werks gehen direkt an Spende an uns. Wir freuen uns riesig über diese tolle Aktion des Verlags und hoffen, dass das Buch schnell ausverkauft sein wird. Für 10€ könnt ihr es euch am Stand von Pegasus holen. Dort findet ihr auch eine Spendenbox, über die ihr noch zusätzlich unsere Projekte unterstützen könnt.

Nochmal Pegasus: Q&A in Creators Corner

Wann: Freitag, 18:00 bis 19:00
Wo: Pegasus Spieleverlag, Halle 3 3M120

Der Pegasus Spieleverlag stellt uns außerdem noch einen Slot in der Creators Corner zur Verfügung. In einem gemütlichen Q&A zum Ende des Messetags könnt ihr uns Fragen stellen und Erfahrungen austauschen.

Julia Thiemann und Fossilium

Wann: jeden Tag bis 14 Uhr
Wo: Giant Roc, Halle 2 2E450

Ihr wollt unser Vorstandsmitglied Julia Thiemann und ihr neues Spiel Fossilium kennenlernen? Dann schaut beim Stand von Giant Roc vorbei, wo es das Spiel  zum Testen und Kaufen gibt und vom Autor*innen-Duo höchstpersönlich erklärt wird. 

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Warum man nicht einfach, Harry Potter-Fans “glücklich ihr Leben leben lassen kann”

Auf BoardGameGeek überschlagen sich die Lobeshymnen zur Neuerscheinung Codenames: Return to Hogwarts. Viele vergeben die Bestnote 10 und kommentieren in empörter Reaktion auf Kritik an der IP sinngemäß:

“If you don't want to support anything HP related, fine, don't buy the game. But let people who love this IP live their lives happily."

Leben und leben lassen – das klingt erstmal tolerant. Doch es blendet bewusst aus, wessen Leben hier überhaupt gemeint ist – und wessen Leben eben nicht gemeint ist.

Es geht nicht um "Geschmack" – es geht um Menschenrechte

Wenn wir über Harry Potter sprechen, sprechen wir auch über Rowling – und über das, was sie mit ihrer Reichweite und ihrem immensen Reichtum tut.

Rowling hat sich in den letzten Jahren nicht einfach kritisch oder unwissend geäußert. Sie nutzt seit Jahren aktiv ihre Plattform, um gegen trans* Menschen zu hetzen. Anfang dieses Jahres ging sie nochmal einen deutlichen Schritt weiter und startete eine finanzielle Unterstützung transfeindlicher Organisationen und Lobbygruppen.

In Großbritannien sehen wir bereits die Konsequenzen: Die politische Landschaft wird zusehends transfeindlicher, Gesetzesinitiativen nehmen Schutzräume und Selbstbestimmung in Angriff.

Was das mit einem Brettspiel zu tun hat?

Ganz einfach: Mit jeder gekauften Harry-Potter-Lizenz fließt Geld direkt in die Kassen von Rowling. Und somit auch in Strukturen, die trans* Menschen ihr Recht auf ein sicheres und freies Leben nehmen wollen. 

Man mag meinen, was macht ein Euro bei einer Multimillionärin schon aus: Zum einen die Gesamtheit, zum anderen legitimiert man so ihre Haltung und „gibt ihr recht“ – etwas, dass Rowling mehrmals in diesem Sinne betont hat. 

Und ja, es gibt viele problematische und zu Recht kritisierbare IPs, doch hier ist durch den Geldfluss und die politische Konsequenz ein anderes Level erreicht – so viel muss allen klar sein.

Du magst die Bücher? Du liebst das Universum?

Das ist okay! Es ist nachvollziehbar, dass eine Geschichte, mit der viele aufgewachsen sind, emotionale Bedeutung hat. Wenn du Fan Fiction liest, Zaubertrank-Cocktails mixt oder dein altes Buch wieder in die Hand nimmst – fair enough.

Aber:
Gib Rowling keinen Cent mehr:  Kein Geld. Kein Klick. Kein Hype. 

Denn jeder Euro bedeutet für sie mehr Macht, mehr Einfluss, mehr Reichweite. Und für trans* Menschen bedeutet es: weniger Schutz, weniger Sichtbarkeit, weniger Rechte.

Wie wichtig kann ein Brettspiel sein?

Schlussendlich ist es vor diesem Hintergrund ein absoluter Widerspruch: „Lass die Leute doch einfach glücklich leben“, hieß es verkürzt im Kommentar.

Kauft man Produkte, an denen Rowling verdient, unterstützt man das Gegenteil von “glücklich das Leben leben.”

Und – in aller Deutlichkeit – für trans* Menschen geht ist nicht darum, eines von Tausenden Brettspielen nicht zu kaufen oder einen Merch-Schal nicht zu haben, sondern um buchstäblich ihr Leben und ihre Rechte.

„Leben und leben lassen“ ist eine schöne Idee. Aber sie funktioniert nur, wenn alle mitgemeint sind. 

Was würdet ihr euch von anderen wünschen, wenn es um eure Rechte und euer Leben ginge?

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