Play Forward 3 – Zielgruppen-Spiele
Häufig entwickeln wir in unserem Workshop Play Forward! Mithilfe von Anhaltspunkten wie Mechaniken, Themen oder Variationen von bekannten Systemen. Dieses Mal ging es darum, Spiele von Grund auf aus zu erfinden – und zwar ausgehend von Zielgruppen.
Warm-up: Brettspiele rückwärts entwickeln
Gestartet wurde wie öfter mal mit „Unboxed“, einem Spiel, bei dem aus gefundenen Materialien Spielmechaniken abgeleitet werden müssen. So ist man in der Situation, gewohnte Denkmuster zu verlassen und aus Formen, Texturen und Objekten mögliche Spielregeln zu „lesen“.
Das Ziel dabei war nicht Perfektion, sondern Kreativität aktivieren, Outside-the-box-Denken trainieren und ein besseres Verständnis für Symbolik und Ikonografie entwickeln
Design Challenge in 4 Gruppen
Im Anschluss ging es in die zentrale Aufgabe: vier Gruppen, vier Spielkonzepte, eine gemeinsame Grundlage: die zuvor im Marketingteil entwickelten Personas.
Vor drei Monaten haben wir Personas entwickelt: Konkrete Menschen, die für jeweils eine mögliche Zielgruppe für Brettspiele stehen. Diese Personas dienen als Werkzeug, um Zielgruppen greifbar zu machen: Wer spielt? Was motiviert diese Person? Welche Themen, Emotionen oder Mechaniken sprechen sie an?
Ausgehend davon entstanden sehr unterschiedliche Spielideen:
Suppenschwein – Semi-Coop Social Deduction
Eine Mischung aus Kooperation und Misstrauen: Die Spieler*innen kochen gemeinsam ein Gericht, aber nicht alle verfolgen dieselben Ziele. Hat da etwa jemand einen Apfel in die Karottensuppe gelegt?
Die Zielperson war Eva, die Dachdeckerin aus Berlin, eine der entwickelten Personas. Das Spiel verbindet Alltagsthemen, soziale Dynamiken und subtile Täuschung – wer hilft wirklich, und wer sabotiert das gemeinsame Essen?
Monopoly in Space
Ein Klassiker wird komplett neu interpretiert: Monopoly im Weltall. Mit Spezialeffekten, erweitert um Rollenspiel-Elemente, es gibt Warp-Tunnel statt Straßen und chaotische Raumfahrten mit unvorhersehbaren Konsequenzen.
Da blieb nur noch die Frage: Schafft es Baby Yoda, sich aus dem Pluto-Gefängnis zu befreien?
Game of Crowns
Ein tierisch episches Abenteuer: Tiere als Ritterfiguren begeben sich auf eine Journey, um den Thron zu erobern.
Das Spiel kombiniert Quests und Aufgaben, Wettbewerb um Macht und Einfluss, eine fantasievolle Fantasy-Welt mit animalischen Charakteren.
Entwickelt wurde das Konzept unter anderem für die Persona Nico, mit Fokus auf Interaktion und narrative Progression.
Am I a Gay Hobbit
Das wohl emotionalste und narrativste Konzept des Tages. Ein Spiel über Selbstfindung, Identität und persönliche Entwicklung. Im Laufe der Story erfährt die spielende Person immer mehr über ihren Charakter – und damit auch über sich selbst.
Eine besondere Persona: Eine Rentner*in, ehemalige Investigativjournalistin, die heute DnD-Runden leitet und sich mehr queere Spiele wünscht. Genau hier setzt das Konzept an: Rollenspiel als Spiegel der eigenen Identität, sensibel, offen und entwicklungsorientiert.
Der nächste Schritt: Der Elevator Pitch
In den nächsten Sessions können die Teilnehmenden ihre Prototypen weiterentwickeln – etwa mit passenden Startspielermechaniken oder zusätzlichen Balancing-Elementen.
Doch zuerst wartet eine neue Challenge:
Alle Gruppen bereiten einen 60-Sekunden-Elevator-Pitch für ihr Spiel vor.
Denn wer weiß – vielleicht trifft man ja tatsächlich einmal eine Person aus einer Verlagsredaktion im Fahrstuhl. 
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