Papageien, Krokodile und Affen als Holzfiguren. Ein 3D-Wasserfall in drei Stufen. Kleine Boote als Ablagen. Und vor uns eine wachsende Landschaft, die uns allein gehört: Beim Könnerspiel „Life of the Amazonia“ will man das Spielmaterial sofort anfassen und mitmachen. Wir basteln uns hier unseren persönlichen Paradiesgarten.
Darin befinden sich mehrere Texte von mir: Kritiken zu den Spielen Life of the Amazonia (Strohmann) und Quiz Wiz (Brain Games), ein Text zum Verlag Board Game Box und sein kommendes Spiel "Calupum", ein Bericht von der Preisverleihung zum Spiel des Jahres 2025 und ein Interview mit der Jury. Dazu ein Interview mit Knut-Michael Wolf und ein Portrait von Spieleautor Dirk Hanneforth.
So aufgeräumt kann eine Spieleschachtel sein. Beim Familienspiel „Hutan“ hat alles in der Box seinen Platz, mit nur wenigen Handgriffen kann es losgehen. Das mag überraschen, denn „Hutan“ ist indonesisch und bedeutet „Regenwald“. Und der zeichnet sich doch eigentlich durch sein urwüchsiges Durcheinander aus.
Ich mag Wortspiele. Auch wenn das so mancher hier vielleicht nicht vermutet. Also musste ich unbedingt einen Blick auf „Networds“ werfen, das einige Kolleginnen und Kollegen als „das heiße Ding“ identifiziert hatten. Was soll ich sagen? Es ließ mich dann doch kalt. Und ich mag wirklich Wortspiele.
Heute passiert hier etwas Ungewöhnliches: Ich stelle ein Spiel für genau eine Person vor. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur ungern solo spiele. Ich sitze viel lieber mit anderen zusammen am Tisch. Aber das erstaunliche Kenner-Kartenspiel „Königreich Legacy“ hat mich dann doch gepackt.
Im spannenden Zweipersonenspiel „Zenith“ geht es um Diplomatie auf fünf Planeten und um technologische Entwicklungen. Es spielt sich aber auch exzellent zu viert in zwei Teams – und das Thema bei diesem packenden Tauziehen spielt keine große Rolle.
Nein, wir hatten keineswegs genug: Also haben wir uns auch in „Point of View – Spooky Festival“ gestürzt, das zweite Spiel der kooperativen Rätselreihe, bei dem alle einen anderen Blick auf einen Ort haben. Das hatte uns schon beim Debüt mit „Lost Places“ gut gefallen. Ließ sich das noch einmal steigern?
Spiel des Jahres 2025; Interview mit Stefan Schröder und Christian Braumüller (Krakel Orakel); Interview mit Wolfgang Warsch (Topp die Torte)
Weil der spielboxcast 25 ja zumindest ein kleines Jubiläum ist, gönnen sich die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch diesmal gleich drei Interviewgäste, verteilt auf zwei Gespräche. Von Vorteil war dabei, dass man sich Mitte Juli 2025 gemeinsam bei der Preisverleihung der Jury Spiel des Jahres in Berlin getroffen hat, die natürlich auch Thema dieser Podcastfolge ist, ebenso wie die Auswahl der Nominierten für die Preise – und die Temperaturen im Saal während bei der Zeremonie.
Vor dieser standen bereits die Macher des zum Spiel des Jahres nominierten Kreativspieles KRAKEL ORAKEL (Topp) Rede und Antwort. Aber nicht alle, denn wie der Autorenname 7 Bazis bereits besagt, war hier eine größere Gruppe am Start: Alte Bekannte aus Schulzeiten in München, die sich auch danach nicht aus den Augen verloren haben und jetzt gemeinsam Spiele machen. KRAKEL ORAKEL ist natürlich ihr bislang größer Erfolg. Die beiden Bazis Stefan Schröder und Christian Braumüller gaben Auskunft darüber, wie man zu siebt gemeinsam an Spielen arbeitet.
Nach der Bekanntgabe der Gewinner hatte der Podcast dann mit Wolfgang Warsch einen überglücklichen Sieger vor dem Mikrofon. Der war nämlich bereits zum vierten Mal für das Kinderspiel des Jahres nominiert worden und konnte es jetzt mit TOPP DIE TORTE (Schmidt) erstmals gewinnen. Warsch sah für diese Auszeichnung bereits seine Felle davonschwimmen, kommen doch seine Kinder langsam aus dem Alter für Kinderspiele heraus. Nun hat es aber doch noch geklappt. Und vielleicht können ihm die Tester in der Familie ja auch helfen, nach dem Kinderspiel und dem Kennerspiel des Jahres (DIE QUACKSALBER VON QUEDLINBURG, 2018) nun auch noch den Titel Spiel des Jahres zu gewinnen.
Weitere Themen der Ausgabe sind außerdem der große Ansturm beim Vorverkaufsstart auf die Tagestickets für die SPIEL in Essen sowie nochmals ein kleiner, flugunfähiger Vogel, der zuletzt in spielboxcast 23 auftauchte und mit einem Spiel zu tun hat.
Es gibt Spiele-Erfahrungen, die vergisst man nicht. Zum Beispiel 1995, auf der Messe SPIEL in Essen, als mir ein gewisser Karsten Adlung das Tempokartenspiel „Speed“ präsentierte und ich bereits binnen weniger Sekunden gegen ihn verloren hatte. 30 Jahre später, diesen Januar, hatte ich ein Déjà-vu: Auf der Nürnberger Spielwarenmesse durfte ich „Subito“ gegen Carletto-Pressemann Lukas Thiel ausprobieren. Wieder war ich chancenlos. Und fasziniert.
Psst! Leise! Wir sind in den „Whispering Woods“ unterwegs. In diesem Kennerspiel sind wir Tiere, die einen eigenen Wald bauen und dabei Wege anlegen, die sie selbst nutzen werden. Und warum leise? Ganz einfach: Hier wird mächtig gegrübelt, und unser Hirn schuftet dabei wie ein Presslufthammer.
Interview mit Carol Rapp (Merz Verlag); Verkauf der Rechte von ZOMBICIDE an Asmodee; Agricola Special Edition Gamefound
Gesprächsgast in spielboxcast 24 ist Carol Rapp, die Geschäftsführerin des Merz Verlages, der die SPIEL in Essen veranstaltet. Nach einer ausgebuchten und nahezu komplett ausverkauften Messe 2024 gibt es in diesem Jahr wieder einige Änderungen, über die die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch mit Carol Rapp sprechen. Es geht um die Erweiterung der Messe mit der zusätzlichen Ausstellungshalle 7, das neue Rahmenprogramm auf einer Extra-Bühne in Halle 4 und um die Tickets. Dabei verrät Carol, dass es ab sofort keine Dauerkarten mehr geben wird. Wer mehrere Tage kommen will, muss sich Tagestickets kaufen. Die Messe verspricht sich damit eine bessere Besuchersteuerung und Auslastung. So können, auch wegen der neuen Halle, etwa 5.000 Menschen zusätzlich die Messe besuchen. Vorverkaufsstart soll im Juli sein, wenn der Online-Ticketshop des Merz Verlages an den Start geht.
Weitere Themen in dieser Folge des spielboxcasts: Manuel und Stefan sprechen über den Verkauf der Rechte des Spieles ZOMBICIDE vom finanziell schwer angeschlagenen Verlag CMON an Asmodee. Der Branchenriese akquiriert also fleißig weiter – und spendiert sich zudem selbst ein neues Logo. Die Hosts diskutieren über den neuen Schriftzug und über die grafische Gestaltung der sechs neuen Unterkategorien. Weiteres Thema ist die enorm erfolgreich angelaufene Crowdfunding-Kampagne von Awaken Realms auf Gamefound zur Special Edition von AGRICOLA. Die soll in verschiedenen Ausgaben im Oktober 2026 erscheinen, es wurden dafür bereits jetzt mehr als zwei Millionen Euro eingesammelt. Dann gibt es die Schweine und Kühe auf dem Bauernhof auch in 3D. Und schließlich wirft Stefan Ducksch noch einen Blick in die spielbox vor 30 Jahren. In Heft 3/1995 ging es unter anderem um die Vorstellung der damaligen Auswahlliste zum Spiel des Jahres, um ein überragendes Stichspiel und ein (auch qualitativ) gruseliges Brettspiel. Und um ein Importspiel, das die spielbox ihren Lesern nicht vorenthalten wollte: ROBO RALLY.
Interview mit Christopher Kraft (KAURI - Koalla Spiele); Zölle O-Töne; Buch "Das moderne Brettspiel"
Gesprächsgast in spielboxcast 23 ist Christopher Kraft von Koalla Spiele. Noch vor einigen Wochen hätte so mancher keine Ahnung gehabt, wer das sein könnte. Doch Kraft und seine zwei Mitstreiter Miriam Buballa und Sebastian Ott haben das Spiel KAURI vom französischen Verlag Débâcle Jeux lokalisiert. Darin geht es um die Ankunft der Europäer in Neuseeland und die Ausbreitung von Possums, die eigentlich nur zur Pelzzucht mitgebracht wurden. Was das mit der Ökologie auf der Insel macht, beschreibt KAURI in einem komplett asymmetrischen Spiel. Und tatsächlich: Der Kiwi hüpfte auf die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres. Die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch sprechen über das Spiel und das Verlagsprojekt der drei engagierten Spieler – und die fast schon kuriose Entstehungsgeschichte von Koalla. Denn eigentlich wollten Christopher Kraft und Co. das Spiel nur in einer deutschen Version kaufen.
Auch in dieser Folge spielt die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump wieder eine Rolle. Diesmal hat der spielboxcast mehrere Verlage um Stellungnahmen zu ihrem Umgang mit der aktuellen Situation gebeten und eine Reihe interessanter Antworten erhalten. Außerdem geht es in der am 23.5.2025 aufgezeichneten Folge um die Neuerungen bei der SPIEL in Essen, die jetzt mit der Halle 7 eine weitere Halle nutzt und mittlerweile ebenfalls einen eigenen Podcast hat. Fritsch und Ducksch sprechen auch über die BGG.Spring in Dallas, auf der Fritsch zum Zeitpunkt der Aufzeichnung unterwegs ist. Stefan Ducksch wirft abschließend einen ersten Blick in das Buch „Das moderne Brettspiel“ von Tom Werneck.
Zollpolitik Donald Trump für die Spielewelt, American Tabletop Awards 2025, Interview Johannes Sich (MicroMacro Crime City)
Auch in spielboxcast 22 hält die unkalkulierbare Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump die Spielewelt weiter in Atem. Die Hosts Manuel Fritsch und Stefan Ducksch diskutieren am Stichtag 15.4.2025 mögliche aktuellen Auswirkungen– immer mit der Betonung auf „aktuell“. Denn wer weiß schon, was in wenigen Wochen geschieht? Für die Spieleverlage eine kaum planbare Situation. – Etwas mehr Konstanz hätten sich wohl auch die Fans der Spiele MARVEL CRISIS PROTOCOL und STAR WARS SHATTERPOINT gewünscht: Asmodee stellt die beiden deutschsprachigen Versionen ein. Wer noch weiter mitzocken will, muss auf andere Sprachen ausweichen. – Danach wirft der spielboxcast noch einen zweiten Blick über den Großen Teich auf die American Tabletop Awards 2025, die bereits verliehen wurden. Sind darunter auch Vorschläge für das Spiel des Jahres? Host und Jury-Mitglied Manuel Fritsch lässt sich aber nicht in die Karten gucken. – Dafür diskutiert er mit dem Kollegen Ducksch über seine Erfahrungen bei gleich drei sehr ungewöhnlichen Spieleneuheiten in diesem Frühjahr: CUT IT (Game Factory), WILMOT´S WAREHOUSE (CMYK) und LANDMARKS (Pegasus). – Gesprächsgast im spielboxcast 22 ist Johannes Sich, Autor von MICROMACRO CRIME CITY. Dazu erscheint in diesem Jahr eine Kinderversion, für den Sommer ist außerdem eine App angekündigt. Das MICROMACRO-Universum dehnt sich also weiter aus. Seit 2020 bringt Sich mit den Kollegen von Hard Boiled Games jährlich eine neues MICROMACRO auf den Markt – und hat immer noch viele weitere Ideen. MICROMACRO ernährt den kompletten Verlag. Kein Wunder: Es wurde in über 30 Sprachen übersetzt, mehr als zwei Millionen Spiele wurden verkauft. – Zum Schluss wirft Host Stefan Ducksch noch einen Blick in die spielbox von vor 30 Jahren – was beschäftigte die Spielewelt im Frühjahr 1995?
As D'Or in Cannes; Frühjahrsneuheiten im Schnellcheck; Interview Hanno Girke (Lookout Spiele)
Mit neuer Mannschaftsaufstellung geht der spielboxcast in Runde 21. Host Manuel Fritsch hat nach dem Ausscheiden seines gewohnten Partners Andreas Becker nun den neuen spielbox-Chefredakteur Stefan Ducksch an seiner Seite. Manuel lässt zunächst einmal seinen Besuch beim Festival du Jeux in Cannes Revue passieren und berichtet, auf welche französischen Spiele wir uns demnächst wohl auch in Deutschland freuen können. Anschließend beschäftigen sich die beiden Gastgeber mit den ersten deutschen Frühjahrsneuheiten, die bei ihnen Eindruck hinterlassen haben. Danach geht der Blick über den großen Teich: Der US-Spieleverlag Stonemaier Games hat wieder einmal seinen jährlichen Geschäftsbericht veröffentlicht, und ganz offenkundig kann man mit Spielen der FLÜGELSCHLAG-Familie sehr gut Umsatz machen. Dem Verlag von Jamey Stegmaier geht es nämlich prima. Manuel Fritsch fördert schließlich ein besonderes Online-Fundstück zu Tage: ein kostenloses Brettspiel. Man muss dazu lediglich die Monsterbox des neuen Albums der deutschen Formation SDP kaufen, das unter dem Titel „Die wollen nur spielen“ im Herbst erscheinen wird. Für 80 Euro gibt es das Brettspiel quasi geschenkt dazu. Gesprächsgast in der aktuellen Folge des spielboxcasts ist Hanno Girke, Geschäftsführer des Lookout Verlages. Der feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Grund genug also, mit Mitbegründer Girke auf ein Vierteljahrhundert im Ausguck zu schauen und ihm einige persönliche Dinge über MAGIC – THE GATHERING, den Schuldienst und den Generationswechsel im Verlag zu entlocken. Vol. 21 endete schließlich dann auch mit einem Blick auf eine Lookout-Frühjahrsneuheit: EL PASO, die neue Kennerspielversion von GREAT WESTERN TRAIL, ziert nicht nur den Titel der Mitte April erscheinenden spielbox. Stefan und Manu erzählen auch, was sie darüber schon vorab erfahren haben – und warum sie gespannt darauf warten.
Gewinner des As d'Or 2025; Interview mit Maximilian Maria Thiel, Verabschiedung Andreas Becker und Begrüßung Stefan Ducksch
Wie viel Frankreich steckt in Manuel Fritschs und Andreas Beckers Spielerseele? Das lässt sich direkt beim Hören der neuesten, der 20. Episode des spielboxcasts überprüfen: Die beiden Hosts orakeln nämlich die Gewinner des As d’Or 2025, die am Donnerstag, 27. Februar 2025, ausgezeichnet wurden, also rund eine Woche nach der Podcast-Aufnahme. Nun, die Trefferquote ist – egal, ist ja nur ein Spielchen. Nicht vorausgesagt hätten die beiden aber definitiv, dass LA FAMIGLIA von Maximilian Maria Thiel (erst bei Feuerland, jetzt bei Boardgame Atelier) 2024 zum Expertenspiel des Jahres in Frankreich gewählt werden würde. Wurde es aber. Aktuell schlägt das Spiel, das eine Geschichte aus dem Zweiten Großen Mafiakrieg von 1981 bis 1983 erzählt, hohe Wellen in Italien. Auf Sizilien wurde von den Rechtspopulisten der „Forza Italia“ ein Verbot des Spiels gefordert. Im Gespräch erläutert Thiel (der sich während seiner Jahre in Italien sehr intensiv mit dem Thema Mafia beschäftigt hat), warum er diese Forderung inhaltlich nicht verstehen kann. Fritsch und Becker sprechen zudem über alle As-d’Or-Nominierten (zumindest die, die sie kennen). Und auch der Börsengang von Asmodee wird thematisiert, denn dazu musste der Brettspiel-Riese sehr detaillierte Zahlen vorlegen. Und die sind hochspannend. Zu guter Letzt ist Stefan Ducksch zu Gast, langjähriger spielbox-Autor – und der neue Chefredakteur des Magazins. Der Nachfolger von Andreas Becker ist nicht nur verantwortlich für das Heft, sondern übernimmt auch die Aufgabe des Co-Hosts im Podcast. Ein perfekter Zeitpunkt also, damit der eine Tschüss und der andere Hallo sagen kann.
Shownotes
Aus deutscher Sicht gab es dieses Jahr bei den Nominierungen für das Goldene As, das As d’Or, dem französischen Spiel des Jahres, einige Überraschungen. Und mittlerweile wissen wir: bei den Gewinnern auch: www.festivaldesjeux-cannes.com/en/festival-as-d-or-jeu-de-l-annee. [auf Französisch oder Englisch]
Wieso das Expertenspiel LA FAMIGLIA von Maximilian Maria Thiel auf einmal in großen italienischen Medien wie dem Corriere della Sera aus Mailand eine Rolle spielte, kann man direkt dort nachlesen: palermo.corriere.it/notizie/cronaca/25gennaio22/la-famiglia-il-gioco-da-tavolo-premiato-in-francia-che-simula-la-guerra-di-mafia-scoppia-la-polemica-17dc8dcd-3370-4c88-9215-d1e800703xlk.shtml. [auf Italienisch]
Wer gern in der aktuellen spielbox schmökern oder gern auch in älteren Exemplaren stöbern möchte, kann sie im www.nostheide.shop/de kaufen.
Interview mit Mirco Schäfer (Erklärbär bei Würfel & Zucker); Spielebesprechung "CIVOLUTION" von Stefan Feld (Deep Print Games/Pegasus Spiele)
Mirco Schäfer ist einzigartig. Also Mensch sowieso. Was Manuel Fritsch und Andreas Becker schon ausreichen würde, moderierten sie einen esoterischen Glückskekscast. Aber im spielboxcast geht es um etwas anderes, nämlich Schäfers Beruf: Er dürfte Deutschlands einziger fest angestellter Erklärbär sein. Und zwar im Würfel & Zucker, dem Brettspielcafé in Hamburg. Dabei wollte er eigentlich mal etwas ganz anderes machen, in Köln hat er deswegen Physik studiert. Während er damals in einem Bonner Brettspielcafé kellnerte, lernte er Silke Christensen kennen, die WuZ-Macherin. Die beiden kamen ins Gespräch – und das sollte sein Leben in neue Bahnen lenken. Wie dann alles so kam mit der ungewöhnlichen, ihn aber glücklich machenden Karriere erzählt er in der nunmehr 19. Folge des wohl talkigsten Brettspiel-Podcasts der Bundesrepublik. Eines der rund 1500 Spiele (#pimaldaumen), die Schäfer quasi aus dem Stand erklären kann, ist übrigens CIVOLUTION von Stefan Feld, im vergangenen Herbst bei Deep Print Games/Pegasus Spiele erschienen. Ein ziemlich Kracher. Ein ziemlich glückslastiger Kracher. Aber ist das nun gut oder schlecht – darüber scheiden sich die Geister. Entsprechend entspinnt sich ein mehr oder weniger geistreicher Dialog zwischen Fritsch und Becker. Außerdem geht es dieses Mal auch um journalistische Ethik, ganz konkret um „Shut Up & Sit Down“, einem der ganz großen Kanäle, wenn es um Brettspiel-Content geht. Jetzt steigen die Briten auch ins Verlegergeschäft mit ein und veröffentlichen selbst Spiele, zusammen mit dem Verlag Play to Z – und es drängt sich die Frage auf, ob dann noch sauberer Journalismus möglich ist. Die Spiele-Autoren-zunft (SAZ) treibt derweil die Frage um, wie sich Brettspielverlage zum Thema Künstliche Intelligenz positionieren sollten. Und vieles mehr.
Shownotes
Hamburg ist sowieso immer eine Reise wert, es ist einfach eine schöne Stadt. Wer dort auch noch im Würfel & Zucker von Mirco Schäfer ein Spiel erklärt bekommen möchte, sollte sich einen Tisch auf der Café-Homepage www.wuerfelundzucker.de reservieren.
Sehr lesenswert ist Matthew Dunstans Jahresabrechnung, in der der Autor offenlegt, wie viel er vergangenes Jahr mit seinen diversen Spielen verdient hat und was die Beststeller sind: matthewdunstan.substack.com/p/finances-of-a-game-designer-2024?r=8x61d&utmcampaign=post&utmmedium=web&triedRedirect=true.
Interviews mit Tomáš Holek (Autor) und Christian Beiersdorf (SAZ)
Er war der Shooting Star der SPIEL 24, der Senkrechtstarter unter den Autoren. Okay, das klingt jetzt ein bisschen übertrieben, aber gleich drei Titel vor Essen in den Top 20 in der „The-Hotness“-Liste von Boardgamegeek zu haben – das ist schon mehr als bemerkenswert. Zumal für einen Autor, dessen drei Spiele alles Erstlingswerke sind. Tomáš Holek hat es geschafft. Grund genug für die spielboxcast-Hosts Manuel Fritsch und Andreas Becker mit dem tschechischen Autor über seine Triple-Premiere bei drei tschechischen Verlagen zu plaudern: SETI (Czech Games Edition), GALILEO GALILEI (Pink Troubadour) sowie TEA GARDEN (Albi). Und natürlich fragen sie Holek, was wir noch von ihm erwarten dürfen. Viel darf er noch nicht verraten. Nur so viel: Er hat sein Pulver mit den drei Titeln noch nicht verschossen, ganz im Gegenteil war 2024, verglichen mit dem, was 2025 und 2026 kommen soll, eher ein ruhiger Anfang. Zudem wird es in dieser Folge politisch: Aber keine Angst, es geht nicht um Kolonialismusdebatten, anthropomorphe Astrokatzen, Donald Trumps Zollpolitik oder Elon Musk. Vielmehr erzählt Christian Beiersdorf, als Referent für Urheberthemen und Politische Kommunikation sozusagen der Cheflobbyist der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ), warum er kurz vor Weihnachten noch einen offenen Brief an Kulturstaatsministerin Claudia Roth geschickt hat und warum es den großen Akteuren der Branche einfach nicht gelingen will, gemeinsam im politischen Berlin aufzutreten und dort eine nachhaltige Lobbyarbeit in Sachen Spiel(en) auf die Beine zu stellen. Und sonst? Ach ja, Asmodee und Embracer spielt mal wieder eine Rolle. Wie sollte es auch anders sein.
Shownotes
Vielen Dank an Michael Fuchs, der das Voice over für das Interview mit Tomáš Holek eingesprochen hat.
Sein allererstes Interview hat Tomáš Holek im Rahmen eines Streams gegeben, mit dem CGE den Hype um SETI befeuerte. Nachzusehen als VOD auf www.youtube.com/watch?v=9kUbp_HjW48&t=51s.
Interview mit Jürgen Herz zum Preis "Spiel des Jahres" und Friedemann Friese (Funkenschlag)
Es war wie immer am Vorabend der Spielwarenmesse in Nürnberg ein geselliges Beisammensein der deutschsprachigen Spielejournalisten und auch einiger Autoren, zu dem Tom Werneck 1978 geladen hatte. Nette Getränke, nette Gespräche. Und eine mehr als nette Idee: Warum zeichnen wir nicht ein Spiel des Jahres aus, fragte Jürgen Herz in die Runde. Aus der Idee wurde ernst (was wiederum mit einem TIPP-KICK-Turnier zu tun hat), im Folgejahr wurde der Preis erstmals verliehen. Der Gewinner: HASE UND IGEL von David Parlett, erschienen bei Ravensburger. Der Rest ist: Geschichte: Manuel Fritsch, selbst Mitglied der Jury Spiel des Jahres, und Andreas Becker haben sich für den spielboxcast mit Jürgen Herz unterhalten. Er hatte in den 70er-Jahren übrigens auch eine eigene Fernsehsendung über Spiele beim WDR; und ganz nebenbei ist er auch dafür verantwortlich, dass Essen heute Weltspielehauptstadt ist. Außerdem zu Gast: Friedemann Friese, dessen FUNKENSCHLAG vor 23 Jahren erschien – was, zugegeben, doch eine ziemlich krumme und ziemlich unjubiläumige Zahl ist. Also noch mal: Vor 20 Jahren erschien sein FUNKENSCHLAG erneut – und damit schuf er einen Welthit, der heute noch ein verlässliches Einnahmefundament bildet, seinem Verlag 2F-Spiele die Unabhängigkeit sichert und ihm selbst sehr viele kreative Freiheiten. Dieses Jahr erschien mit FUNKENSCHLAG – OUTPOST eine Variante, mit der Friese einer seiner Hauptinspirationen für sein Spiel huldigt: OUTPOST von James Hlavaty und Timothy Moore (das, fun fact, laut offizieller Legende auch Andreas Seyfarth zu PUERTO RICO inspirierte, Jens Drögemöller zu DAS ZEPTER VON ZAVANDOR und Tom Lehmann zu PHOENICIA). Und sonst? Geht es um Elon Musk und Donald Trump. Und um die spielejournalistische Fehleinschätzung des Jahres 1994, wenn wir zurückblättern in der spielbox-Geschichte und in Heft #6/94 schmökern.
Shownotes
Im Netz erzählt die Jury Spiel des Jahres ihre Geschichte selbst auch noch mal; zudem finden sich dort interessante Rückblicke zu den Gewinnern der frühen Jahre: spiel-des-jahres.de.
Welche Spiele mittlerweile alle zur Funkenschlag-Familie gehören, listet Friedemann Friese auf seiner Verlagswebsite 2f-spiele.de auf.
Wird Elon Musk tatsächlich Hasbro kaufen, um zu verhindern, dass Dungeons & Dragons woke ist? Die Geschichte hat Rob Wieland für das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes aufgeschrieben: forbes.com. [auf Englisch]
Dass die von Donald Trump angekündigten Zölle auf Waren aus China die US-amerikanische Spieleindustrie in Aufruhr versetzt, hat Mike Didymus-True recherchiert. Er hat für boardgamewire.com mit Rob Daviau (Restoration Games), Colby Dauch (Plaid Hat Games) und Autor Judson Cowan gesprochen: boardgamewire.com. [auf Englisch]
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Interview mit Autor Uwe Rosenberg (Thema "Schule und Spiel) und mit Sam Schwickert (Spielköpfe); Rückblick SPIEL in Essen
Spielen in der Schule? Warum nicht? Kann man in der Freistunde oder vielleicht mal in einer AG machen, oder? Nein, Spielen sollte essenzieller Bestandteil eines jeden Unterrichtsfach sein, davon sind zumindest diejenigen überzeugt, die bei „Schule und Spiel“ dabei sind, ein frisch gegründetes und in rasantem Wachstum befindliches Netzwerk, in dem Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Deutschland zusammenkommen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Tipps zu geben, welche Spiele sich in welchem Zusammenhang besonders eignen. Mit Uwe Rosenberg mischt auch ein prominenter Autor in dem Netzwerk mit und verleiht der Bewegung gerade viel Schwung. Manuel Fritsch und Andreas Becker, die beiden Hosts des spielboxcasts, haben mit ihm darüber geredet, was ihm bei dem Projekt wichtig ist und was es bereits für Fortschritte zu verzeichnen gibt. Denn eines ist klar: Spiele können viel mehr, als einfach nur ein bereichernder Freizeitvertreib zu sein. Das sieht auch das Team von Spielköpfe so. Der junge Verlag aus Kiel hat sich vorgenommen, in Spielen ein bunteres, vielfältigeres und damit lebensnaheres Bild der Gesellschaft zu zeigen, zum Beispiel mit den Kartenblättern, die sie anbieten, die eben nicht nur die Trinität aus Bube-Dame-König abbilden. Samantha Schwickert spricht im Podcast über die Philosophie der Spielköpfe und wie sie in den Produkten gelebt wird. Zu guter Letzt erzählen Fritsch und Becker von der SPIEL, darüber, was sie dort erlebt haben, was sie gespielt haben und was ihnen sonst noch aufgefallen ist.
Shownotes
„Schule & Spiel“ gibt es mittlerweile auch als Zeitschrift und natürlich, wie gesagt, als Netzwerk – sowie im Netz: www.schule-und-spiel.de.
Wer mehr über die Philosophie und das Engagement, aber auch über die Produkte und die Macherinnen hinter Spielköpfe erfahren möchte, kann sich auf der Seite www.spielkoepfe.de schlau lesen.
Nicht nur die Gewinner, sondern alle zehn Top-Titel des Deutschen Spielepreises 2024 finden sich auf der Seite der SPIEL unter www.spiel-essen.de/de/programm/dsp.
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Interviews mit Lisa Prohaska (Board Game Circus/Translation Circus) und Wolfgang Lüdtke (Kosmos-Redakteur). Interessante Spiele in Essen
Das kennen sicherlich alle: Man liest eine Regelpassage – und versteht sie nicht. Vielleicht war sie immer schon schlecht geschrieben. Oder wurde schlicht schlecht übersetzt. Welche Tücken und Fallstricke das Übersetzen bereithält, das besprechen Manuel Fritsch und Andreas Becker, die beiden spielboxcast-Hosts in dieser Folge mit Lisa Prohaska, Redakteurin bei Board Game Circus und eben Übersetzerin im zweiten Unternehmensstandbein Translation Circus. Im zweiten Gespräch der Folge setzen sie nach dem Interview mit Wolfgang Kramer die Gesprächsreihe mit Branchen-Urgesteinen fort, dieses Mal haben sie mit Kosmos-Redakteur Wolfgang Lüdtke gesprochen, der in den 1990er-Jahren als spielbox-Autor startete, bevor er Teil des legendären TM-Teams wurde. Außerdem sprechen die beiden über Spiele, die sie in Essen interessieren – und Nachhaltigkeit in der Brettspielbranche.
Wer gern in der aktuellen spielbox schmökern oder gern auch in älteren Exemplaren stöbern möchte (um zum Beispiel die alten, aber sehr lesenswerten Wolfgang-Lüdtke-Texte kennenzulernen), kann sie im www.nostheide.shop/de kaufen.