Oldie but Goldie: Heaven & Ale
Das Spiel Heaven & Ale von Michael Kiesling und Andreas Schmitt stammt aus dem Jahr 2017. Ich hatte zwar schon öfter davon gehört und es sogar mal eine Zeitlang besessen, aber es ist dann wieder ungespielt ausgezogen, aus Platz und Zeitgründen.
Nun habe ich seit einigen Monaten eine neue Mitspielerin, mit der ich derzeit viele ältere Spiele spiele und es macht wirklich sehr viel Spaß. Und sie hatte sich vor kurzem Heaven & Ale gekauft, das wir dann am Mittwochabend zum ersten Mal zu zweit gespielt haben.
Thema des Spiels ist, dass wir Mönche in einem Kloster sind, die Bier brauen. Dazu benötigen wir Rohstoffe wie Hefe, Weizen, Wasser, Hopfen und Holz. Außerdem müssen wir zusehen, dass unser Braumeister vorankommt, denn je weiter dieser am Ende der Partie gekommen ist, desto mehr Siegpunkte können wir bekommen. Dabei müssen wir darauf achten, dass wir möglichst alle unsere Ressourcenmarker gleichmäßig voranbringen und keine Ressource am Ende der Partie zu weit hinten liegt.
Auf dem obigen Bild sieht man die Punkteleiste (am oberen Rand des Klostergartens). Der rote Braumeister steht auf der 13 und der „niedrigste“ Ressourcenmarker auf der 7. Dieser Wert (7) wurde dann mit dem Bierwert (x4), im Bereich meiner Braumeisterfigur multipliziert. Spannend ist bei der Wertung auch der Umtauschwert, den man neben der Braumeisterfigur sieht (Bei mir war das 2:1). Dafür kann man nämlich seine am weitesten fortgeschrittenen Ressourcenmarker auf der Leiste zurückziehen, um dafür die am hinten liegenden nach vorne bewegen. Ich hatte vor der Endwertung z. B. sehr viel Holz und konnte dadurch die anderen Marker noch einige Felder nach vorne bekommen. Für mich ist diese Wertung einer der Punkte, die ich an dem Spiel sehr mag und auf die man auch sehr achten muss.
Um an die Ressourcen zu kommen, bewegt man seinen Mönch um das Spielfeld (siehe untenstehendes Bild vom Spielplan) und kann dann das/die Ressourcenplättchen von seinem Zielfeld nehmen und in seinen Klostergarten legen. Der Klostergarten hat eine helle und eine dunkle Seite. Auf der hellen Seite werden bei einer Wertung die Ressourcen produziert, je nach Wert auf dem Plättchen (1-5), und auf der dunklen Seite bekommt man die dringend benötigten und immer knappen Dukaten.
Man muss nämlich Geld bezahlen, wenn man eines der Plättchen in seinen Klostergarten legt. Auf der dunklen Seite ist das der Wert des Plättchens in Dukaten und auf der hellen Seite wird der Preis verdoppelt. Lege ich hier also ein 3er Hefeplättchen (weiß) auf meine helle Seite, so kostet mich das 6 Dukaten.
Um Geld zu bekommen (Wir starten mit 25 Dukaten) muss man Wertungen auslösen. Dafür gibt es auf dem Spielplan Felder mit Wertungssteinen (lila Glockensymbol). Dummerweise liegt da normalerweise immer nur 1 Stein. Man schnappt sich diese also vor der Nase weg. Und man muss auch schauen, dass die Wertung einem möglichst viel einbringt, da man jede Wertung nur 1x im Spiel durchführen kann. Werten kann man z. B. gleiche Zahlen auf den Plättchen oder alle Plättchen einer bestimmten Ressource.
Und dann gibt es da noch die Mönchsplättchen, die bei einer Wertung den Braumeister voranbringen und alle an sie angrenzenden Plättchen werten. Hat man zwei Wertungen eines Privilegienpaares durchgeführt hat, darf man eine Privilegkarte ausspielen und bekommt ihren Ertrag (siehe linker Rand des Spielertableaus, vorletztes Bild).
Außerdem kommt es jedes Mal zu einer Scheunenwertung, wenn ich einen sogenannten Scheunenplatz umschlossen habe. Dies Felder zeigen zu Spielbeginn einen Bereich, der mit einem Holzzaun umschlossen ist. Habe ich alle Felder um dieses Feld mit Ressourcen- oder Mönchsplättchen belegt, so führe ich hier eine Wertung aus und platziere auf dem Feld in der Mitte eine Scheune.
Und last but not least gibt es noch die Fasswertungen. Hier kann man große oder kleine Bierfässer bekommen, wenn man die darauf abgedruckten Ziele erreicht hat, wie z. B. 6 Rohstoffplättchen mit dem Wert 1.
Wir haben gleich 2 Partien gespielt. Die erste dauerte 60 Minuten, die zweite noch 41 Minuten. Von mir bekommt Heaven & Ale eine 7.5 von 10, mit Tendenz zur 8. Ich werde es sicherlich wieder spielen.
Ich denke, dass das Spiel mit 3 oder 4 Spielenden noch gewinnt. Kritisieren könnte man bei dem Spiel, dass bei den Wertungen auf den Fassfeldern immer alle Fässer nehmen darf, deren Bedingung man erfüllt hat. Mich hat das jetzt aber nicht gestört.
Bei 2 Spielenden spielt man übrigens nur 3 Runden, zu dritt 4 Runden und zu viert 6 Runden. Zu viert kann das Spiel dann auch mal 2 Stunden dauern, zu zweit kommt man mit 45 Minuten gut hin, wenn beide die Regeln können.
Die Regeln sind übrigens schnell erklärt und die Spielanleitung ist gut gestaltet und strukturiert, auch wenn hier noch etwas Luft nach oben ist.
Ein gutes Regelvideo zu Heaven & Ale findet ihr hier: Mikes Gaming Net – Heaven & Ale
Eine Regelerklärung auf Englisch und ein komplettes Playt-through könnt ihr euch auf einem meiner Lieblings-Youtube-Kanäle anschauen: Heaven & Ale 4p Play-through, Teaching, & Roundtable discussion by Heavy Cardboard
Und die deutschen Regeln findet ihr hier: Heaven & Ale Regeln – Spielen.de
Zu dem Spiel ist 2019 auch noch eine Erweiterung erschienen: Heaven & Ale: Der Bierkutscher Die soll das Spiel noch etwas variantenreicher machen, ist aber kein must-have.

