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Published — 05. März 2026 blog.gamesweplay.de

Wachstum: Die Spiel belegt alle acht Hallen der Messe Essen

05. März 2026 um 17:40

Als ich Robin de Cleur auf das sagenhafte Wachstum der Spiel Essen anspreche, muss er erst einmal tief durchatmen. „Das hat uns auch geflasht“, so der Pressesprecher der Spiel. Im Vorjahr sei die Entscheidung, die Halle 7 dazuzunehmen, dazuzunehmen, erst Mitte/Ende März gefallen. In diesem Jahr war die Zahl der Ausstelleranmeldungen so früh so hoch, dass die Entscheidung für die Halle 8 – damit sind sämtliche Essener Messehallen belegt – bereits Ende Februar fiel.

Welche Aussteller in Halle 8 zu finden sein werden, weiß de Cleur noch nicht. Zunächst werde mit den Verlagen gesprochen und gemeinsam mit ihnen deren Position erarbeitet. Sicher ist, dass die neue Messehalle Teil des so genannten Familienbereichs sein wird, zu dem auch die Nachbarhallen gehören.

„Wir klären gerade, wie viele Menschen wir zusätzlich hineinlassen dürfen“, sagt de Cleur. 2025 war die Spiel mit 220.000 Besucherinnen und Besuchern komplett ausverkauft. Eine Zahl für 2026 kann er noch nicht nennen. „Das hat etwas mit der Größe der Freiflächen zu tun.“ Er weist darauf hin, dass zuerst die Ausstellungsstände final geplant werden müssen. „Wir werden mit Augenmaß vorgehen“, verspricht Robin de Cleur.

Blick in Halle 6

Erneutes Umsortieren: Wo 2026 welcher Stand zu finden sein wird, wird derzeit mit den Verlagen besprochen.

Schon jetzt steht fest, dass die Anreise nach Essen wegen einer Streckensperrung der Bahn für Probleme sorgen wird. Während 2025 eine Sperrung bei Bochum durch Ausweichen über Gelsenkirchen gut abgefedert werden konnte, sorgt 2026 eine Autobahnbaustelle für eine Vollsperrung der wichtigsten Schienenstrecke. In Richtung Duisburg und Düsseldorf Flughafen entfallen sämtliche Züge – von der S-Bahn bis zum ICE –, und auch die Alternativverbindung Duisburg–Oberhausen ist gesperrt. Damit ist im Oktober das zentrale Ruhrgebiet vom Fernverkehr nach Süden komplett abgeschnitten.

Schrapers, Kaldenhoven

Wie geht es der Brettspielbranche und der Spielwarenmesse Nürnberg? Gespräch mit Axel Kaldenhoven, Schmidt-Geschäftsführer und Aufsichtsratschef der Messe.

Stetig wachsende Besucherzahlen und alljährlich ansteigende Ausstellerflächen in Essen ist durchaus bemerkenswert, wenn man auf die wirtschaftlich herausfordernden Lage schaut. Die Situation der größeren Verlage schwankt zwischen befriedigend und gut, wie ich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg erfahren habe – selbst wenn es, wie bei Ravensburger, vereinzelten Personalabbau gibt. Mehr Informationen dazu findet ihr in meinem Bericht für die aktuelle spielbox. Dort findet ihr auch die von Fabian Ziehe recherchierte Vermutung, dass allein 50 Prozent des Weihnachtsgeschäfts auf das Konto des bei Jumbo erschienenen Musikspiels Hitster gegangen seien.

Die Nürnberger Messe wird von den etablierten Verlagen dominiert. Neuere und kleinere Verlage sind dort nur vereinzelt zu finden. Sie leiden durchaus unter geringer Nachfrage, wenn sie nicht wie Denkriesen oder ATM Gaming ihr Sortiment und den Vertrieb gezielt auf den Partyspielmarkt ausrichten.

Stand auf der Messe

Ravensburger präsentiert in Nürnberg Much too much. Das Spiel könnte sinnbildlich für die Neuheitenflut stehen: Im aktuellen Jahrgang gibt es zum dritten Mal in Folge einen erheblichen Zuwachs an Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Markt.

Die Spielwarenmesse in Nürnberg fand in diesem Jahr zum 75. Mal statt. Dieses Jubiläum wurde groß gefeiert, wobei die Brettspiele nur eine Nebenrolle spielten. Warum das so ist, habe ich in einem Kommentar für die spielbox beleuchtet. Denn längst hat Essen der Messe in Nürnberg den Rang abgelaufen, was die Bedeutung für die Branche angeht. Da die Spielwarenmesse aber inzwischen Eigentümerin der rasant wachsenden Spiel Essen ist, kann Nürnberg entspannt bleiben.

Mehr über die 75. Ausgabe der Spielwarenmesse sowie die wirtschaftliche Lage der Branche allgemein und von Ravensburger im Besonderen könnt ihr in der spielbox Nr. 1 Februar–März 2026 nachlesen. » spielbox

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Published — 01. März 2026 blog.gamesweplay.de
Published — 14. Februar 2026 blog.gamesweplay.de

Ein Blick auf die besten Spiele des Jahrgangs 2026

14. Februar 2026 um 08:49

Tiere und SpielkartenElefant, Affe, Schaf, Papagei – ein Blick auf die Schachteln der besten Spiele des Jahrgangs 2026 zeigt: Es gibt einen Trend zu Tieren. Wir tauchen in die Natur der Kavango-, der Dartmoor- oder der Amazonas-Region ein, es gibt aber auch abstraktere und fantastischere Themen. Am Ende entscheidet jedoch der Spielreiz, der sich manchmal entlang des Themas entwickelt, oft aber auch unabhängig davon. Spielebesprechungen »

Published — 31. Januar 2026 blog.gamesweplay.de
Published — 30. Dezember 2025 blog.gamesweplay.de

Von den Niederlanden bis Italien: europäische Spielekultur

30. Dezember 2025 um 17:17

Cannes, Berlin, Assen, Lucca – im Jahr 2025 habe ich nicht nur an der Spiel-des-Jahres-Zeremonie teilgenommen, sondern war auch bei den drei wichtigsten Jury-Awards außerhalb Deutschlands dabei. Der As d’Or wurde bereits im Februar an der Côte d’Azur vergeben. Im Herbst war ich bei der Verleihung des Nederlandse Spellenprijs in Assen und des Gioco dell’Anno in Lucca. Zudem habe ich die Gelegenheit genutzt, mir die länderspezifischen Spielekulturen anzuschauen. Meine Eindrücke habe ich in einem Artikel für die spielbox aufgeschrieben, der in der aktuellen Ausgabe erschienen ist, ein Bericht aus Cannes war bereits in der spielbox Nr. 2 zu lesen.

Lucca

Diskussion mit Cynthia Reberac (As d’Or) und Fabio Cambiaghi (Lucca Games Awards). Neben dem Sofa: Die Dolmetscherinnen sowie die Moderatoren Massimiliano Calimera und Matteo Boca.

Im Rahmen der Lucca Comics & Games wurde auf einem Panel über einen Vergleich der Spieleawards in Europa diskutiert. „Ich habe zwei Hüte auf“, sagte Cynthia Reberac. Sie leitet sowohl das Festival des Jeux in Cannes als auch die Jury des As d’Or – Jeu de l’Année, nimmt jedoch nicht an den Entscheidungen über die Spiele teil. Ein solche feste Verbindung zwischen dem Spiel des Jahres und der Spielemesse in Essen kennen wir nicht, allerdings gab es in den Anfangsjahren wichtige Berührungspunkte. Jürgen Herz, Mitbegründer der Jury und aus Essen stammend, trug maßgeblich dazu bei, dass die erste Preisverleihung 1979 in der Volkshochschule (VHS) der Ruhrgebietsstadt stattfinden konnte. Als 1983 die erste Spielemesse stattfinden sollte, die als Lesertreffen der im Vorwärts-Verlagshaus erscheinenden spielbox geplant war, trat er mit dem Vorschlag an den Chefredakteur heran, auch dieses Event in der Essener VHS durchzuführen, und knüpfte mit Erfolg die nötigen Verbindungen.

Lucca

Mit Giorgia Moroni, Presidente der Jury Gioco dell’Anno, Vieri Masseini, Stefano De Carolis und Samuele Tabellini. De Carolis von Giochi Uniti ist der italienische Verleger des Hans-im-Glück-Spiels Botanicus, dessen Autoren Masseini und Tabellini sind. Botanicus ist das Siegerspiel beim Gioco dell’Anno und in der Kennerspielkategorie des Nederlandse Spellenprijs.

In Italien ist der Gioco dell’Anno Teil der Lucca Comics & Games und ähnelt somit der Situation in Cannes, wie Fabio Cambiaghi in der Panel-Diskussion erzählte. Ein Unterschied ist, dass die italienische Jury mit Giordana Moroni eine eigene Vorsitzende hat und diese Tätigkeit nicht in Personalunion von der Messeleitung ausgeübt wird. Fabio Cambiaghi ist Vorsitzender der Jury der ebenfalls zu den Lucca Games Awards zählenden Auszeichnung für den Board Game Designer of the Year (und deren Jury ich als internationaler Vertreter angehöre).

Lucca

Das große Zelt der Lucca Games ist der größte Ausstellungsbereich des bedeutendsten popkulturellen Festivals Italiens. 2025 wurden auf der Lucca Comic & Games 280.000 zahlende Besucherinnen und Besucher gezählt.

Die französischen und italienischen Preisverleihungen finden jeweils im Rahmen einer festlichen Galaveranstaltung statt und sind fester Bestandteil des Festivals des Jeux beziehungsweise der Lucca Comics & Games. Beim Spellenprijs findet die Award-Zeremonie hingegen an wechselnden Orten in der niederländischen Provinz statt, zuletzt im Spielzeugmuseum in Terschuur und in der Spellenwereld in Assen. Das war aber nicht immer so, wie mir der Jury-Vorsitzende Niek Ederveen erzählte. Bis zur Corona-Pandemie wurde der Preis am Vorabend des Spellenspektakel vergeben, der großen niederländischen Spielemesse. Das war jedoch nicht besonders festlich, da zeitgleich an den Nachbarständen noch der Aufbau stattfand. Durch die vier Wochen früher terminierte Preisverleihung hätten die Verlage nun die Möglichkeit, sich vorzubereiten und die Siegerspiele auf der Utrechter Spielemesse angemessen zu präsentieren, so Ederveen.

Assen

Eine Ausstellung am Rande der Preisverleihung im Café und Museum Spellenwereld in Assen: 25 Jahre Nederlandse Spellenprijs.

Um den niederländischen Spielepreis zu finanzieren, erhebt die Jury von den Verlagen einen freiwilligen Beitrag von 125 Euro bei einer Teilnahme an der Preisverleihung und erhält Freiexemplare aller neun nominierten Spiele. Diese werden dann im Rahmen einer Lotterie auf dem Spellenspektakel in der Messe Utrecht verlost. Dort betreibt die Jury einen großen Stand, der ihr kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Niek Ederveen, Vorsitzender der Jury des Nederlandse Spellenprijs, verlost die nominierten Spiele auf dem Spellenspektakel in Utrecht.

Der Nederlandse Spellenprijs wurde diesem Jahr 25 Jahre alt. Ursprünglich war der Preis eine Internetumfrage, für die eine Jury zuvor eine Auswahlliste zusammenstellte. Als der Bekanntheitsgrad des Preises größer wurde, begannen einzelne Verlage, gezielt zur Teilnahme zu mobilisieren. Da es zudem möglich war, mehrfach abzustimmen, litt die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses. Erwin Broens war von Anfang an dabei und hat mitgeholfen, den Award auf ein Jurymodell umzustellen. Er erinnert sich noch gut daran, wie er sich damals während der Spiel in Essen mit deutschen Jurymitgliedern traf, um sich über die Arbeitsweise auszutauschen. Essen, die Hauptstadt des Brettspiels, liegt kaum mehr als 60 Kilometer hinter der Grenze. „Wir haben die Spiele immer schon auf Deutsch gespielt, bevor sie in den Niederlanden erschienen sind“, erinnert sich Erwin Broens.

Utrecht

Das Spellenspektakel im Jaarbeurs Utrecht ist mit 33.000 Besucherinnen und Besuchern die größte Spielemesse in Benelux.

Für den Gioco dell’Anno, der sich bei seiner Gründung ebenfalls am deutschen Vorbild orientierte, gilt Ähnliches. Zwar gibt es auch italienische Spiele von namhaften inländischen Verlage wie Cranio Creations, dV Games, GateOnGames oder Horrible Guild. Es dominieren jedoch die lokalisierten Spiele aus dem Ausland. „Sehr oft wurden einige Titel bereits vor ihrer Veröffentlichung in Italien in englischer oder deutscher Ausgabe getestet, da viele unserer Jurymitglieder an Veranstaltungen wie der Messe in Essen teilnehmen“, sagt Giordana Moroni, die Vorsitzende der italienischen Jury. Gleichwohl sei es wichtig, auch die italienische Ausgabe zu spielen, denn „die Lokalisierung ist ein wichtiger Faktor im Bewertungsprozess“.

Firenze

Frecciarossa, Eurostar, ICE, NS Intercity, ÖBB Nightjet, TGV inOui: Zwischen dem Ruhrgebiet und den europäischen Spielemessen und Preisverleihungen habe ich 2025 Tausende Bahnkilometer gesammelt.

Wer über das Spellenspektakel in Utrecht läuft, sieht, dass der dortige Spielemarkt noch stärker als in Deutschland, Frankreich oder Italien von lokalisierten Titeln dominiert wird, die zuvor bei ausländischen Verlagen erschienen sind. Niederländische Eigenproduktionen findet man nur selten. Wenn man die multinationalen Verlage Asmodee, Goliath und Jumbo außer Acht lässt, ist 999 Games der bedeutendste Aussteller der Messe in Utrecht. Niki Plijnaar ist bei dem Verlag als „Head of Procurement“ für den Erwerb und die Entwicklung der lokalisierten Spiele zuständig und hat deshalb Kontakte in viele Länder, etwa auch zu Giochi Uniti, dem für Lokalisierungen wichtigsten Verlag in Italien. Es ist für die beteiligten Verlage oft von Vorteil, wenn man sich abspricht und die einzelnen Länderausgaben gleichzeitig produziert werden, auch wenn die Märkte überall unterschiedlich funktionieren. In den Niederlanden ist das Brettspiel in der Gesellschaft vergleichsweise breit verankert. Das sei in Italien nicht der Fall, sagt Plijnaar. Da ein Teil ihrer Familie dort lebt, weiß sie: „In Italien findet das Leben im Freien statt.“

Mehr über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der niederländischer und italienischer Spielekultur sowie über die Preisverleihungen in Assen und Lucca könnt ihr in der spielbox Nr. 7 Dezember 2025–Januar 2026 nachlesen. » spielbox
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Published — 10. Dezember 2025 blog.gamesweplay.de

Top 10 der Spielemessen 2025

10. Dezember 2025 um 09:32

Die Beliebtheit von Spielemessen und Conventions steigt immer weiter an. Mit 220.000 Besucherinnen und Besuchern stellte die Spiel Essen im Oktober einen Weltrekord auf. Ebenso interessant ist ein Blick auf die Veranstaltungen, die anderorts im deutschsprachigen Raum stattfinden. Auch hier steigt die Zahl der Besuchenden und der Ausstellenden deutlich an.

    Aussteller Besuchende
1. Spiel Essen

220.000
2. Berlin Brettspiel Con

17.000
2. Spiel doch! Dortmund

17.000
4. Spielwiesn Augsburg

16.500
5. Spielemesse Stuttgart

117.0001
6. Spiel doch! Bodensee

7.000
7. Darmstadt spielt

6.500
8. Spielefest Wien

25.0002
9. Hobbymesse Leipzig

79.0003
10. Spielemesse Hamburg

12.000

1 Inklusive weiterer Ausstellungen, die im Rahmen des Stuttgarter MesseHerbstes stattfinden.
2 Inklusive des Austrian eSports Festivals.
3 Inklusive der Hobbymesse-Hallen Modell-, Kreativ-, Technik- und Sportwelt.

Die Ausstellerzahl wird im Verhältnis zur Spiel Essen dargestellt: Es werden 53 Verlage berücksichtigt, von denen mindestens eine deutschsprachige Sommer-/Herbstneuheit flächendeckend im Einzelhandel erhältlich ist. Verlage wie Edition Spielwiese oder Hans im Glück, deren Spiele auch bei Hutter Trade oder Asmodee zu sehen sind, sind einfach gewichtet. Verlage mit unter fünf Neuheiten sind zweifach gewichtet, mit unter zehn Neuheiten dreifach, mit unter 20 Neuheiten vierfach und B-Rex sowie Pegasus mit unter 30 Neuheiten fünffach. Asmodee und Hutter Trade, die mehr als 50 Neuerscheinungen auflisten, sind sechsfach gewichtet.

Auffällig ist, dass die Dortmunder Spiel doch! (Foto oben) und die Berlin Con gleichauf liegen, sowohl bei den Ausstellenden als auch bei den Besuchenden. Unterschiede gibt es trotzdem. Während in Dortmund unter anderem Piatnik, Schwerkraft, Kendi und Board Game Box ausstellten, zog es Moses, Trefl, Albi und Nice Game nach Berlin.

Der Abstand zur Spiel in Essen wird trotz des Wachstums der Spiel doch! im Frühjahr und der Berlin Con im Sommer nicht kleiner. Denn auch die Spiel wächst, wenn auch nur bei den Besucherzahlen. Die Zahl der Ausstellenden lag hingegen zuletzt stabil bei etwa 950, was zeigt, dass die 53 von mir betrachteten Verlage nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. In Essen dominieren Messestände mit Angeboten, die man anschließend nicht überall im Handel findet. Denn sehr viele Verlage stellen dort nur fremdsprachige Titel aus oder es sind sehr kleine Unternehmen, die sich auf den Eigenvertrieb ihrer Spiele konzentrieren.

Auch ein Blick in unsere EU-Nachbarländer zeigt, dass sich die Besucherzahlen in Essen in anderen Sphären befinden. Das Spellenspektakel im niederländischen Utrecht lockt 33.000 Menschen an, das Festival des Jeux im französischen Cannes immerhin 110.000.

Published — 28. November 2025 blog.gamesweplay.de

High Stakes – spannende Dramaserie ums Pokerspiel

28. November 2025 um 17:32

In der ZDFneo-Serie High Stakes spielt Jan Cronauer, bekannt als „Cron“ an der Seite des Brettspiel-Youtubers „Hunter“, eine zentrale Rolle hinter den Kulissen: Er ist der Drehbuchautor von drei der sechs Folgen. Cronauer interessiert sich nicht nur für Brettspiele, sondern auch für Texas Hold’em, was der Serie seinen Stempel aufdrückt. „Jan Cronauer ist leidenschaftlicher Pokerspieler“, berichtet Hauptdarstellerin Via Jikeli (Ayla Güler) von ihrer Vorbereitung auf die Rolle. Er habe sie zum Spielen zu sich nach Hause eingeladen.

» ZDF-Streamingportal: HIGH STAKES

Ayla

Ist Poker überhaupt ein Spiel? Wenn Ayla es mit Süßigkeiten spielt, taugt es allenfalls zum Training.

Ayla ist eine gläubige Muslima in einer ansonsten säkularen Familie. Dass sie ein Kopftuch trägt, wird in der Serie beeindruckend beiläufig zur Kenntnis genommen. Sie hat ihren Astrophysik-Bachelor (Note 1,0) in der Tasche und erhält das Angebot für ein Praktikum bei der NASA. Doch wie soll sie den USA-Aufenthalt finanzieren? Über einen Freund kommt sie mit der Welt des Pokerns und ihren Verheißungen in Berührung. Aber Glücksspiel ist harām. Von diesem Zwiespalt, den sozialen Herausforderungen, denen sich Ayla stellen muss, und den abgründigen Facetten des Pokerspiels handelt die Dramaserie. Wer Spiele mag, ist von High Stakes fasziniert.

Meine Rezension von High Stakes findet sich in der spielbox Nr. 5 Oktober–November 2025. » spielbox

Published — 09. November 2025 blog.gamesweplay.de
Published — 07. November 2025 blog.gamesweplay.de
Published — 27. Oktober 2025 blog.gamesweplay.de

Spiel Essen: Zeigen, dass Brettspiel so viel mehr ist

27. Oktober 2025 um 08:45

Betritt man kurz vor Ende des vorletzten Messetages die oberhalb der Halle 6 gelegene Zentrale der Spiel Essen, blickt man in müde, aber gleichzeitig ziemlich entspannte Gesichter. „Ich bin glücklich“, bestätigt Spiel-Geschäftsführerin Carol Rapp meine Frage nach einer Zwischenbilanz. Gleichzeitig zeigt sie ihrem Pressesprecher Robin de Cleur mit Daumen und Zeigefinger an, dass man ganz knapp vor einem neuen Besucherrekord stehe. Sie habe soeben nachgeschaut.

» WDR 5: Spielemesse 2025 – Was spielen Sie?

De Cleur zeigt sich erleichtert, dass die Aufregung des Vorjahres ausgeblieben ist, als manche teils weit angereiste Messegäste kalt erwischt wurden und vor für sie verschlossenen Toren standen. Denn eine ausverkaufte Spiel hatte es zuvor noch nie gegeben. In diesem Jahr war man darauf vorbereitet und achtete auf die in den sozialen Medien verbreiteten „Wasserstandsmeldungen“, die transparent über den Prozentsatz der erreichten Ticketverkäufe pro Tag informierten. Die im Vorfeld geäußerten Proteste gegen die Abschaffung von Dauerkarten, welche der Berechnung einer tagesgenauen Auslastungsquote widersprachen, seien laut de Cleur schnell wieder abgeflacht.

Die größte Neuerung der Spiel 2025 war die riesige und beeindruckende Bühne in Halle 4. Im Durchschnitt schauten sich etwa 300 Leute das abwechslungsreiche Programm an. „Die Investition hat sich gelohnt“, sagt Carol Rapp. „Wir zeigen, dass das Brettspiel so viel mehr ist.“

Bühnenprogramm in der Halle 4: Spiel-Chefin Carol Rapp (4. v. l.) im Gepräch mit Moderator Manuel Fritsch.

Tatsächlich hat die Spiel in den letzten drei Jahren einen beträchtlichen Entwicklungssprung gemacht. Sie hat ihren Vorsprung als weltgrößte Brettspielveranstaltung nicht nur quantitativ ausgebaut, auch inhaltlich ist ein deutlicher Professionalisierungsschub erkennbar. Es wird mehr denn je sichtbar, dass sich die Messe ihrer Bedeutung für das Kulturgut Spiel bewusst ist.

Das Gefühl, trotz der neuen Rekordzahlen eine unaufgeregte Messe zu erleben, bestätigt sich auch bei den in Essen präsentierten Spieleneuheiten. Robin de Cleur musste den Medien mitteilen, dass er „keinen Trend“ verkünden könne. Selbst die vermutete Häufung bei den Zwei-Personen-Spielen sei nicht so groß, wie es vielen Beobachtern erscheint, meint der Kommunikationsdirektor der Spiel.

Hachette

Französische Verlage werden immer präsenter: Neben dem Riesenstand des Asmodee-Gruppe hat nun auch Hachette seine Marken unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst.

Unter den hunderten gezeigten Neuheiten fallen auch deshalb keine besonderen Schwerpunkte ins Auge, weil die Breite des Angebots auch in diesem Jahr noch mal zu wachsen scheint. Kaum noch als Trend zu bezeichnen ist die schon seit vielen Jahren anhaltende Entwicklung, dass sich unter den bemerkenswerten Titeln besonders viele kooperative Spiele befinden. An der Spitze der Fairplay-Scout-Liste, die im Vorjahr eine bemerkenswerte Treffsicherheit besaß, als sich Bomb Busters und Endeavour durchsetzten, steht am Abend des Messesamstags bei den leicht zugänglichen Spielen ein kooperatives Spiel: Take Time, bei dem wir wie bei Bomb Busters nicht miteinander sprechen sollen. Das bei Libellud erschienene Spiel startete mit Vorschusslorbeeren in die Messe. Denn bereits auf dem Festival des Jeux im französischen Cannes, wo im Februar die ersten Vorabexemplare gezeigt wurden, sorgte es für große Aufmerksamkeit. Doch am Sonntagabend zieht noch ein anderes Spiel an Take Time vorbei und landet auf dem ersten Platz: das App-unterstüzte Boss Fighters. Und bei den Kennerspielen siegt das Zwei-Personen-Spiel Compile – das genauso wie Boss Fighters bei Pegasus Spiele erscheint.

Wer mit den Spitzen der wichtigsten Verlage aus dem deutschsprachigen Raum spricht, erfährt verhalten optimistische Einschätzungen des Brettspielmarktes. Selbst wenn man die von Pokémon (das oft nur gesammelt und nicht gespielt wird) getriebenen Trading-Card-Umsatzrekorde aus den Zahlen herausrechnet, bleibt ein Wachstum von beachtlichen sechs Prozent, was weit über der Inflation liegt. Und auch der Blick auf die Rekordbesucherzahl der Spiel Essen bestätigt den Eindruck, dass das Gesellschaftsspiel immer mehr Menschen begeistern kann. 220.000 Besucherinnen und Besucher kamen an den vier ausverkauften Messetagen. Die weltgrößte Brettspielmesse hat einen erneute Weltrekord aufgestellt.

Anmerkung: Der Artikel wurde nachträglich überarbeitet und mit dem Endergebnis der Fairplay-Scout-Aktion und der Zahl des Besucherrekords ergänzt.

Published — 22. Oktober 2025 blog.gamesweplay.de

Deutscher Spiele Preis: Tomáš Holek gewinnt mit Seti

22. Oktober 2025 um 19:01

Der Tscheche Tomáš Holek gewinnt mit Seti, das bei Czech Games Edition (CGE) erschienen ist, den Deutschen Spiele Preis 2025. Seti – die Kurzform von „Search for Extraterrestrial Intelligence“ – ist ein episches und ziemlich komplexes Spiel, das die Suche nach außerirdischem Leben mit beeindruckender Detailtreue thematisiert.

Seti, das vielfach und zurecht auch als „Expertenspiel des Jahres“ bezeichnet wird, hat sich gegen Endeavor, Kennerspiel des Jahres, und Bomb Busters, Spiel des Jahres, beim Fachpublikum durchgesetzt, das mittels einer Umfrage den Deutschen Spiele Preis bestimmt. Mháire Stritter, „Botschafterin“ der Spiel Essen, und Carol Rapp, die Geschäftsführerin der Spiel, überreichen die Siegertrophäe am Vortag der Spielemesse an Holek.

Überreichung des Preises.

Petr Murmak, CEO von CGE, Autor Tomáš Holek und „Spiel-Botschafterin“ Mháire Stritter.

„Ich habe dieses Spiel entwickelt, weil ich Hobbyastronom bin und das meine große Leidenschaft ist”, sagt Tomáš Holek auf der Bühne in der Messe Essen. „Ich möchte den Menschen ein Spiel bieten, in dem sie etwas über die Wissenschaft lernen können.“ Mháire Stritter findet es toll, dass sich auf den Spielkarten viele Informationen zu tatsächlichen Nasa- und Esa-Projekten finden. Sie fragt Holek, ob er denn selbst auch noch neue Dinge gelernt habe. „Die Recherche war sehr umfangreich“, antwortet der Seti-Autor. Er sei tief in die Weltraumthematik eingestiegen und habe dabei sehr viel gelernt.

Der Deutsche Kinderspiele Preis geht an Die kleinen Alchemisten – ein Spiel, das eher ein Familienspiel denn ein Kinderspiel ist. Wie Seti hat es einen tschechischen Autor, nämlich Matúš Kotry, und ist bei CGE erschienen.

Tomáš Holek und andere

Tomáš Holek, Kinderspiel-Preisträger Matúš Kotry und Spiel-des-Jahres Sieger Hisashi Hayashi, dessen Bomb Busters beim Deutschen Spiele Preis den dritten Platz belegt.

Die diesjährige Essener Spielemesse verspricht, die größte aller Zeiten zu werden. Durch die Eröffnung einer zusätzlichen Halle wächst die Ausstellungsfläche erneut, und zwar um 13 Prozent. Laut dem englischen Informationsdienst BoardGameWire ist die Spiel nun fast 50 Prozent größer als der Ausstellerraum auf der Gen Con in Indianapolis. Damit baut Essen seinen Vorsprung als Welthauptstadt des Brettspiels weiter aus. Carol Rapp geht davon aus, dass die Spiel 2025 an allen vier Tagen ausverkauft sein und eine Rekordbesucherzahl von 220.000 Menschen verzeichnen wird.

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