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Heiße Hexenkessel

03. September 2023 um 12:12
Jeder Spieletitel ist besser mit Alliteration. Und so wird aus Whirling Witchcraft (dem Original-Titel) dann eben Heiße Hexenkessel (Erik Andersson Sundén / Schwerkraft). Dabei wäre Wirbelnde Hexenkessel doch eigentlich die beste Option, denn genau darum geht es. Hexenkessel in denen Zutaten herumwirbeln und die gleichzeitig zwischen den Spielern wirbeln.
 
 
 
 
 
 
 
 
Hexen hassen Hexen
Als erfahrene Hexe startet jede von uns mit einem dreidimensionalen Hexenkessel sowie einer Werkbank, auf dem bereits einige Kröten, Spinnen und Pilze liegen (dargestellt als formschöne und bunte Holzklötze). Gleichzeitig brauen wir damit nun Runde für Runde unsere Tränke. Kooperativ ist daran allerdings nichts, vielmehr gönnen wir unseren konkurrierenden Hexen nicht das glibberige unter dem Fingernagel. Stattdessen ist es unser Ansporn, den Kessel der Hexe rechts von uns überkochen zu lassen, ohne selbst das gleiche Schicksal zu erleiden.
 
 
Kreiselnde Kessel
Wie genau bewerkstelligen wir das? Nun, ganz einfach. Runde für Runde draften wir aus einigen Karten ein neues Rezept, das die eigene Auslage ergänzt. Die Rezepte erlauben uns, Zutaten von unserer Werkbank umzuwandeln und in den Kessel zu legen. So nehmen wir etwa einen Pilz und zwei Spinnen und machen daraus eine Alraune und drei Kröten. Das treibt nicht nur die Naturwissenschaftlerin in uns in den Wahnsinn, sondern hoffentlich auch die Mitspielerin zur Rechten. Denn genau dahin wandert der Kessel mit unserem Brauergebnis. Die erhaltenen Zutaten müssen nun auf der Werkbank untergebracht werden, wofür allerdings nur begrenzt Plätze verfügbar sind. Ist das nicht möglich, werden überschüssige Zutaten zu Siegpunkten, bei deren fünf der Sieger feststeht. Da wir gleichzeitig aber auch immer von links einen gefüllten Kessel bekommen, muss stets zwischen der Leerung der eigenen Werkbank und der Chance auf Punkte abgewogen werden. Etwas erfahrenere Hexen sollten zudem nach den ersten Partien zu den asymmetrischen Charakteren wechseln, die euch dann noch mit besonderen Fähigkeiten versorgen.
 
Fazit
Wer mit dem Draften von Karten und dem Bau einer Engine vertraut ist, der findet sich in Heiße Hexenkessel schnell zurecht. Denn die Regeln selbst sind angenehm schlank, bereits nach ein paar Minuten des Erklärens werden die ersten Tränke gebraut. Das tolle Material tut dabei sein Übriges. Dass in diesem Kessel allerdings auch spielerisch einiges steckt, das fällt erst nach ein paar Runden auf. Anfänglich versucht man zumeist, die Mitspieler gezielt mit einzelnen Farbwürfeln zu Fluten und jedes mögliche Rezept auszulösen. Erfahrene Spieler hungern die Konkurrenz dagegen aus oder horten Würfel, um in den Folgerunden mehr Möglichkeiten zu haben. Zusammen mit dem ständigen Abwägen zwischen dem Schutz der eigenen Werkbank und dem Drang zu punkten ergibt sich hier ein ganz besonderer Reiz.
 
Andererseits muss auch klar gesagt werden, dass dieses Gefühl keinesfalls in jeder Partie zum Tragen kommt. Schlussendlich entscheiden die Karten über Wohl und Wehe, selbst das Drafting kann manchmal nicht verhindern, dass einfach nichts zusammenpasst. Gerade solche Partien fallen dann auch häufig kurz aus, wirklich Einfluss hat man in diesen Momenten nicht. Das fühlt sich dann entsprechend unbefriedigend an. Gleiches passiert häufig, wenn Spieler mit unterschiedlicher Erfahrung gegeneinander antreten. Heiße Hexenkessel hat eine Lernkurve und kann frustrieren, wenn man von erfahrenen Hexen an die Wand gekocht wird. Das Durchbeißen lohnt sich allerdings, mit steigender Erfahrung wird das Spiel immer besser.
 

 

Revive

14. August 2023 um 15:49

Verlag: Pegasus

Autoren: Kristian A. Ostby / Helge Meissner / Anna Wermlund / Eilif Svensson

Spieleranzahl: 1 - 4

Alter: ab 12 Jahren

Spieldauer: 90 - 120 Minuten

 

 

Einleitung:

 

Revive ist ein Zivilisationsspiel, in dem jeder Spieler einen individuellen Stamm repräsentiert. Anfangs ausgehend vom Abgrund breiten sich die Völker sukzessive auf der Oberfläche der Erde aus, indem sie vereiste Welten erkunden, Gebäude errichten und Städte bevölkern. Dabei schalten die Protagonisten hilfreiche Maschinen sowie verschiedene Technologien frei. Außerdem werben die Spieler im Laufe der Partie neue Gefolgsleute an, und das Zusammenspiel all dieser Faktoren führt am Ende für den erfolgreichsten Stamm zum Sieg mittels der meisten Siegpunkte

 

Ablauf:

 

Zunächst wird der Spielplan in die Mitte gelegt und mit allen Gebietsplättchen bestückt. Lediglich die fünf Startgebiete liegen offen aus, alle anderen Gebiete sind verdeckt. Die sonstigen Spielmaterialien werden bereitgelegt (Bürgerkarten, Maschinenplättchen, Slot-Modul-Plättchen usw.). Jeder Spieler erhält ein eigenes Spielertableau und ein Set von sechs Startkarten (Bürgerkarten). Die Felder der Maschinenleisten und die fünf Plätze des Stammestableaus werden mit Fortschrittsmarkern bedeckt. Last not least gibt es eine zufällige Artefaktkarte mit Sonderaufträgen, die Startressourcen und eine Energie. Dann kann es auch schon losgehen.

 

In seinem Zug kann der aktive Spieler entweder ein oder zwei Aktionen ausführen oder überwintern. Folgende Aktionsmöglichkeiten stehen den Spielern zur Verfügung:

 

  • Karte spielen

  • Den Schalter nutzen

  • Verdeckte Gebiete erkunden

  • Ein Ortsfeld bevölkern

  • Ein leeres Wüstenfeld bebauen

 

Zusätzlich zu diesen Hauptaktionen können die Spieler auch diverse Nebenaktionen ausführen wie eine Maschine aktivieren, eine Kiste öffnen oder einen Kristall in eine andere Ressource umtauschen.

 

Eine Karte wird immer aus dem aktiven Bereich ausgespielt. Dazu wird sie in einen freien Slot geschoben und der obere bzw. untere Effekt wird ausgeführt. Liegen bereits farblich passende Karten mit Slotsymbol und/oder Slot-Module aus, so werden deren Effekte ebenfalls aktiviert. Oftmals erhält man Ressourcen, aber es gibt auch Umtauscheffekte oder die Aktivierung der eigenen Stammesfähigkeit usw. Mit der Nutzung des Schalters erhält man im Grundspiel eine Ressource seiner Wahl. Durch die Kampagne werden jedoch diverse Sonderregeln optional freigeschaltet. Dadurch wird im Falle des Schalters die Aktion stärker (aus Spoilergründen wird der optionale Effekt nicht beschrieben). Das Erkunden verdeckter Gebietsplättchen erfordert Getreide und ggf. auch Bücher. Dadurch erhält man neue Karten von der Auslage sowie sofortige Siegpunkte. Das entdeckte Gebiet wird dann umgedreht und offen angelegt. Durch die Bevölkerung von Orten schalten die Spieler Technologien ihres Stammestableaus frei, außerdem sind eingesetzte Figuren am Schluss Siegpunkte wert. Baut ein Spieler ein Gebäude auf einem leeren Wüstenfeld, rückt er auf seiner entsprechenden Maschinenleiste voran. Dabei werden ggf. Fortschrittsmarker vom Maschinenfeld entfernt und auf das Tableau gelegt. An bestimmten Stellen werden auch Maschinen freigespielt, die ab sofort genutzt werden können. Für die Aktionen Bauen, Bevölkern und Erkunden gilt, dass Entfernungen zu eigenen Figuren oder Gebäuden mit Getreide bezahlt werden müssen.

 

Wer keine Aktion ausführen kann oder nicht ausführen will, der muss überwintern. Dieser Spieler erhält jetzt all seine Energie zurück, die er für seine Maschinenaktivierung verwendet hat. Alle Karten im Ruhebereich wandern in den aktiven Bereich und die ausgespielten Karten werden von den Slots in den Ruhebereich verschoben. Das Schalterplättchen wird reaktiviert und der Überwinterungsmarker wird ein Feld hochgeschoben. Im Verlauf des Spiels erhalten die Spieler immer mal wieder neue Energie, Artefakte und Kisten mit unterschiedlichen Effekten. In der Schlusswertung werden u.a. die Punkte auf der Fortschrittsleiste, freigeschaltete Technologien, Punkte von großen Orten und Spielende-Kartenboni hinzugezählt. Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen.

 

Hinweis: Revive kann auch als Kampagne gespielt werden. Hierbei kommen sukzessive neue Regeln hinzu. Im Solospiel geht es um die Steigerung des eigenen Highscores, außerdem gibt es eine Bewertung anhand des erspielten Ergebnisses.

 

Meinung:

 

Im Internet wird Revive frenetisch abgefeiert, und diesen Lobeshymnen kann ich mich zum Großteil anschließen. Es gibt meiner Meinung nach aber auch verschiedene Kritikpunkte, auf die ich später zu sprechen komme. Fangen wir jedoch mit dem Positiven an.

 

Obwohl Revive die Bezeichnung „Expertenspiel“ trägt ist die Veröffentlichung erstaunlich leicht zugänglich. Die Regeln halten sich in überschaubaren Grenzen und bieten trotzdem jede Menge Grübelpotential. Von den fünf Hauptaktionen sind Erkunden, Bevölkern und Bauen zweifellos am interessantesten. Vor allem das Bauen ist mMn eminent wichtig. Das Voranschreiten auf den Maschinenleisten ist fast schon Pflicht, denn dadurch spielt man Maschinen frei und generiert natürlich Siegpunkte am Schluss (plus Erhalt von Energie und Artefakten bei verschiedenen Stufen). Je früher, desto besser. Andererseits sind einige Technologien mittels Bevölkern ebenfalls superwichtig. Kommt auch auf den Stamm und dessen individuelle Vorteile an. Besonders in Zusammenhang mit bereits errichteten Gebäuden ist das Erkunden wichtig. Schließlich darf man das erkundete Gebiet nach Belieben anlegen, was wiederum einen weiteren Fortschritt auf den Maschinenleisten ergeben kann. Außerdem gibt es Siegpunkte und neue Karten von der Auslage. Die Abwägungen dieser Möglichkeiten machen tierisch Spaß ohne aber dabei das Gehirn zu überfordern.

 

Neben der tollen Spielmechanik ist auch die Spielanleitung in höchsten Tönen zu loben. Alle Möglichkeiten werden perfekt erklärt sowie kurz und knackig mit guten Beispielen erläutert. Da bleiben keine Fragen offen. Aber Achtung – dies gilt wohlgemerkt für den Text und die Struktur der Spielregel. Nicht für die Symbolik / Ikonografie! Ein weiteres Lob gebührt der Materialqualität der Tableaus und den optionalen Regeln, die nach Belieben hinzugefügt werden können. Vor allem die optionale Schalterregel würde ich immer dazu nehmen. Auch die Rückseiten der Spielertableaus mit dem Mondsymbol würde ich zur Auswahl offenlassen. Diese sind zwar teilweise schwerer zu spielen, aber es gibt bestimmt genug Leute, denen es so besser gefällt.

 

Spielerisch bekommt Revive von mir einen klaren „Daumen hoch“. Die Züge gehen leicht von der Hand, machen Spaß, erfordern Hirnschmalz und arten dabei nie in Arbeit aus. Klare Empfehlung für alle Kennerspieler und Experten.

 

Nichtsdestotrotz gibt es aber auch ein paar Punkte, die mir nicht so gefallen haben. Da wäre zum einen die Ikonografie. Ja, ein paar Grafiken sind selbsterklärend, aber es gibt auch viele Symbole, die nachgeschlagen werden müssen. Diesbezüglich hätte ich mir lose Kurzregeln für alle Spieler gewünscht. Wohlgemerkt mit Symbolerläuterungen! Es gibt zwar vier kleine Karten mit den fünf Hauptaktionsmöglichkeiten, aber diese Kärtchen sind in dieser Weise echt überflüssig. Ergo: im Laufe einer Partie wird folgender Satz öfters fallen: „Gib mir mal bitte die Spielanleitung“. Oder alternativ die klassische Frage an den Erklärbär: „Was bedeutet das“?

 

Auch die Anordnung der Maschinenleisten ist nicht gerade ideal gelöst. Man muss schon genau hinschauen, um wichtige Schnittpunkte nicht zu übersehen. Als nächstes kommen die Farben hinzu. Die pastellfarbenen Spielermaterialien und Marker sind nicht gerade ein Augenschmaus und ähneln sich zu sehr. Ich kenne mich gesundheitlich überhaupt nicht aus, aber ich kann mir vorstellen, dass farbenblinde Personen damit ein echtes Problem haben.

 

Kommen wir nun zu den letzten beiden Kritikpunkten. Ein subjektiver Kritikpunkt ist, dass die Völker meiner Meinung nach unterschiedlich stark sind. Einige Stämme sind einfach leichter zu spielen mit besseren Individualvorteilen. Aber zum Glück sind die Unterschiede relativ gering. Eine so eklatante Balanceungleichheit wie z.B. bei Marco Polo 2 gibt es Gott sei Dank nicht. Die letzte Kritik gilt der Kampagne. Ich bin grundsätzlich ein großer Freund von Kampagnen, aber das hier ist für die Füße. Eigentlich ist sie gut gemeint und funktioniert beim ersten Mal auch, aber freigespielte Materialien haben keine entsprechende Kennzeichnung. Die kommen dann größtenteils einfach zu den Basismaterialien dazu. Auf diese Weise kann die Kampagne also nicht mit einer anderen Gruppe wiederholt werden, es sei denn, die besonderen Stanzbögen wurden vorher fotografiert und die entsprechenden Teile werden wieder herausgesucht. Sorry, aber das ist nicht gut durchdacht. Empfehlung meinerseits: sucht Euch die optionalen Regeln aus den Kampagnenkarten heraus und vergesst die Kampagne.

 

Fazit:

 

Obwohl die Kritikpunkte relativ viel Platz im Meinungsblock in Anspruch genommen haben, ist Revive ein tolles Spiel und definitiv eine Weiterempfehlung wert. Aufgrund der Kritikpunkte kann ich allerdings nicht die Höchstpunktzahl vergeben.

 

Bloodborne: Das Brettspiel - Verbotener Wald

03. Juli 2023 um 20:06

Verlag: CMON / Asmodee

Autor: Michael Shinall / Eric M. Lang

Spieleranzahl: 1 – 4

Alter: ab 14 Jahren

Spieldauer: 60 – 90 Minuten

 

 

Einleitung:

 

Verbotener Wald ist eine Erweiterung für Bloodborne: Das Brettspiel. Ähnlich wie Verlassenes Schloss Cainhurst bietet die Erweiterung zwei neue Kampagnen plus ein Bonus-Kapitel, das einer beliebigen Kampagne hinzugefügt werden kann. In dieser Veröffentlichung verschlägt es die Jäger in die Wälder abseits von Yharnam, wo neue Gegner und neue Gefahren auf sie warten.

 

Ablauf:

 

Die Regeln des Bloodborne Grundspiels und der Cainhurst-Erweiterung gelten weiterhin unverändert. Verbotener Wald beinhaltet 21 Miniaturen, 12 Kartenteile und etliche neue Karten (unter anderem 131 Kampagnenkarten, 11 Belohnungskarten und diverse Ritual-Karten). Neue Jäger gibt es nicht. Das Kernstück des Verbotenen Waldes sind natürlich die zwei neuen Kampagnen. Im Gegensatz zu Verlassenes Schloss Cainhurst teilen sich die beiden Kampagnen kein Kapitel. Es handelt sich also um zwei vollständig-eigenständige Kampagnen wie die Abenteuer vom Grundspiel.

 

Ein gänzlich neues Kartenteil ist die Schlammgrube. Auf diesem Feld erscheint statt des normalen Gegners immer ein Menschenfresser-Eber mit acht Lebenspunkten. Unangenehm ist auch die Hexen-Behausung, denn auf diesem Kartenteil erhalten Jägerangriffe und Ausweichen -1 Geschwindigkeit.

 

Das Bonus-Kapitel Verbotener Wald wird nie eigenständig gespielt, sondern zu einer Kampagne hinzugefügt. Achtung Spoiler! Dieses Kapitel hat keine eigene Jagd-Mission. Die Spieler versuchen einfach, so viele Einsicht-Missionen wie möglich abzuschließen. Die Jagdleiste wird in diesem Kapitel immer ein zusätzliches Feld vorgerückt und es gibt keine Blutechos für das Besiegen von Gegnern. Wie gewohnt müssen die Spieler alle Kapitel am Stück gewinnen. Ansonsten geht es mit Kapitel 1 wieder von vorne los.

 

Meinung:

 

Ebenso wie Verlassenes Schloss Cainhurst ist auch Verbotener Wald eine klasse Erweiterung im Bloodborne-Universum. Genau wie bei Cainhurst gibt es auch hier keine Überraschungen oder gravierende Mechanik-Experimente. Alles wie gehabt, und das ist auch gut so!

 

Die beiden vollwertigen Kampagnen wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Ich finde sie ein bisschen schwerer als die Cainhurst-Kampagnen, aber das ist wohlgemerkt positiv gemeint. Cainhurst war vielleicht einen Tacken zu einfach zu gewinnen. Die Vipernhöhle aus der Verbotenen Wald Erweiterung ist ein bisschen anspruchsvoller, aber immer noch locker zu schaffen. Dunkle Rituale hingegen ist deutlich heftiger, wenngleich die Kampagne trotzdem keinen so schwierigen Endboss wie die Bluthungrige Bestie hat (dieses Drecksvieh hat mir im Basisspiel böse den Arsch aufgerissen … war trotzdem geil) J

 

Auch der Schwierigkeitsgrad der neuen Gegner ist in etwa zwischen Cainhurst und dem Grundspiel angesiedelt. Ein besonderer Leckerbissen hierbei ist der Menschenfresser-Eber. Aufgrund seiner erhöhten Lebenspunkte dauert es länger, ihn zu besiegen. Gut so, denn viele andere Feinde sind eher Opfer als vollwertige Gegner. Hinzu kommt die endgeile Optik, denn die Miniatur des Ebers sieht schweinegut aus (man beachte den Wortwitz, Lach) J Generell sind die Modelle wieder sehr gut geworden und passen sich perfekt in den typischen Bloodborne-Look ein. Bemalt macht das Ganze natürlich nochmal mehr her.

 

Das Bonus-Kapitel ist nett, aber die dahinterstehende Idee kann mich nicht gänzlich überzeugen. Ein Kapitel ohne echte Jagdmission ist halt wie ein Schnitzel ohne Pommes (oder wie Nightwish ohne Tarja Turunen). Mein Eindruck ist einfach, dass hier primär das Grinding im Mittelpunkt steht, um die Belohnungen ins nächste reguläre Kapitel mitzunehmen, was letztendlich eine Vereinfachung der Gesamtkampagne ist. Andererseits macht es natürlich keinen Sinn, das Bonus-Kapitel an den Schluss zu stellen, weil es ja keine Jagd-Mission hat. Naja … Ansichtssache. Man muss das Bonus-Kapitel ja nicht zwangsweise in eine Kampagne einbauen.

 

Last not least noch ein kleiner Hinweis. In der Kampagne Dunkle Rituale hat sich ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen. Im Aufbau wird in den Kapiteln 2 und 3 von „Verbotenes Grab“ gesprochen. Ein solches Kartenteil gibt es gar nicht. Gemeint ist sicherlich „Verbotener Friedhof“. Diese Kleinigkeit hat aber natürlich keine Auswirkung auf den Spielspaß, der wieder mal absolut super ist.

 

Fazit:

 

Klare Weiterempfehlung! Wer das Grundspiel und Verlassenes Schloss Cainhurst mochte, der wird auch den Verbotenen Wald lieben. Die Erweiterung ist wieder klassisch „more of the same“ und genau das haben sich Bloodborne-Fans wie meinereiner gewünscht. Top!

 

Bloodborne: Das Brettspiel - Verlassenes Schloss Cainhurst

07. Juni 2023 um 12:12

Verlag: CMON / Asmodee

Autor: Michael Shinall / Eric M. Lang

Spieleranzahl: 1 – 4

Alter: ab 14 Jahren

Spieldauer: 60 – 90 Minuten

 

 

Einleitung:

 

Verlassenes Schloss Cainhurst ist eine Erweiterung für Bloodborne: Das Brettspiel.

Eingehüllt in Dunkelheit und bitterer Kälte liegt Schloss Cainhurst verlassen auf einem hohen Gipfel. Noch immer lauert im Schloss ein Geheimnis aus vergangener Zeit. In dieser Erweiterung stellen sich 1 – 4 Jäger aus Yharnam dem Eid der Henker oder dem Eid der Ekelblüter.

 

Ablauf:

 

Die Regeln des Bloodborne Grundspiels gelten weiterhin unverändert. Verlassenes Schloss Cainhurst beinhaltet 11 neue Kartenteile, 7 Gegnerkarten, zwei Bosskarten plus dazugehörige Aktionskarten, 7 Belohnungskarten, zwei Schusswaffenkarten sowie 20 Gegner-Miniaturen. Neue Jäger sind in der Erweiterung nicht enthalten. Kernstück von Cainhurst sind aber natürlich die zwei neuen Kampagnen, die sich das erste Kapitel teilen. Dieses erste Kapitel wird ausschließlich mit Gegnern und Kartenteilen des Grundspiels bestritten. Gegen Ende des Kapitels können sich die Spieler wahlweise den Henkern oder den Ekelblütern anschließen. Anschließend muss der jeweilige Endboss besiegt werden und dann beginnt Kapitel 2 des ausgewählten Eids (Der Henker-Eid -> Erbe des Märtyrers oder Der Ekelblut-Eid -> Erbe der Königin). Wie gewohnt müssen dann alle Kapitel am Stück gewonnen werden. Ansonsten geht es mit Kapitel 1 wieder von vorne los.

 

Die Erweiterung beinhaltet aber auch noch einen speziellen Verbrauchsgegenstand. Die Karte Cainhurst-Vorladung wird in den Verbrauchsgegenstands-Kartenstapel einer Nicht-Cainhurst Kampagne eingemischt. (also Grundspiel oder Verbotener Wald). Wird die Karte im Verlauf der Kampagne gefunden, wird ein Bonus-Kapitel hinzugefügt. Dieses Kapitel bringt den Jägern diverse Belohnungen und ist quasi die optionale Einladung, mit der Cainhurst-Erweiterung fortzufahren.

 

Meinung:

 

Über zwei Jahre mussten die Freunde des Grundspiels auf die deutschsprachigen Erweiterungen warten, aber dieses Warten hat sich gelohnt. Verlassenes Schloss Cainhurst macht genau da weiter, wo das Grundspiel endete, und in dieser Erweiterung wurden keine Experimente gemacht. Alles wie gehabt, und das ist auch gut so! Die Idee eines einleitenden Kapitels, das sich dann in zwei Kampagnen teilt, ist meiner Meinung nach absolut gelungen. Andererseits fehlt mathematisch quasi ein Kapitel, das jedoch durch die Bonuskampagne ausgeglichen wird. Insofern gibt es rechnerisch trotzdem sechs Kapitel, was zwei vollwertigen Kampagnen entspricht.

 

Die beiden Hauptkampagnenstränge gefallen mir sehr gut. Allerdings sind sie meinem Erachten nach nicht unbedingt schwer. Das erste Kapitel mit den Materialien des Grundspiels ist am schwersten zu gewinnen. Hat man dieses Kapitel erstmal geschafft und ist man mit verbesserten Attributskarten und Verbrauchsgegenständen ausgestattet, sind die Kapitel 2 und 3 für erfahrene Jäger eigentlich kein größeres Problem. Das liegt in erster Linie an den neuen Gegnern, die deutlich einfacher (und schneller) zu besiegen sind als die meisten Gegner des Grundspiels. Gleiches gilt auch für die Bosse. Dem Spielspaß tut das aber natürlich keinen Abbruch. Im Gegenteil … Erfolge hinterlassen bekanntlich ein positives Gesamtgefühl. Das heißt aber nicht, dass die Erweiterung ein Spaziergang ist. Auch Cainhurst verlangt den Spielern taktische Überlegungen und kluge Entscheidungen ab. Spielerisch ist Verlassenes Schloss Cainhurst also absolut super und macht tierisch Spaß.

 

Auch die Miniaturen sind wieder zu loben. Die Modelle sehen sehr gut aus, wobei Logarius und Annalise sowie der Einsame Schlossgeist ein bisschen herausragen. Die Illustration der Kartenteile ist sogar schöner als die Optik der Grundspiel-Kartenteile. Die Bonuskampagne ist ebenfalls ein gelungenes Gimmik, so dass unter dem Strich selbstredend eine uneingeschränkte Weiterempfehlung rauskommt. Top.

 

Fazit:

 

Wer das Bloodborne Grundspiel mochte kommt um das Verlassene Schloss Cainhurst nicht herum. Diese Erweiterung ist klassisch „more of the same“, und genau das haben sich Bloodborne Fans wie meinereiner gewünscht. Keine gravierenden Experimente und kein moderneres Schnickschnack, sondern nur zwei neue Kampagnen, die einfach Bock machen. So, und jetzt freue ich mich auf den Verbotenen Wald, der die nächsten Kampagnen im Boodborne Universum bereithält.

Bloodborne - Das Brettspiel

 Verlag: CMON / Asmodee

Autor: Michael Shinall / Eric M. Lang

Spieleranzahl: 1 – 4

Alter: ab 12 Jahren

Spieldauer: 60 – 90 Minuten

 

 

Einleitung:

 

Bloodborne – Das Brettspiel basiert auf dem beliebten Videospiel gleichen Namens und ist laut Aussagen von Kennern eine hervorragende Umsetzung der digitalen Vorlage. Ich selbst kenne das Videospiel nicht und beziehe mich in den nachfolgenden Abschnitten ausschließlich auf das Brettspiel.

 

Ablauf:

 

In diesem kooperativen Spiel für 1 – 4 Personen übernimmt jeder Spieler die Rolle eines Jägers, um in der Stadt Yharnam schreckliche Monster zu bekämpfen und geheimnisvolle Mysterien zu ergründen. Das Bloodborne Grundspiel beinhaltet vier Kampagnen. Jede Kampagne besteht aus drei Kapiteln, die allesamt gelöst werden müssen, um die Kampagne zu gewinnen.

 

Nach Auswahl der zu spielenden Kampagne werden sämtliche Karten und sonstige Materialien bereitgelegt. Jeder Spieler wählt einen Jäger und erhält ein Jägertableau inkl. Trickwaffentableau sowie ein Kartendeck mit 12 Standard-Attributskarten. Außerdem bekommen die Protagonisten eine Schusswaffenkarte und sechs Lebenspunkte. Die Aktionskarten (= Attributskarten) werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt. Anschließend wird die Einführungskarte der Kampagne vorgelesen und das erste Kapitel gemäß Anweisung aufgebaut. Um eine Jagdmission überhaupt abschließen zu können, müssen zunächst diverse Nebenmissionen (= Einsicht-Missionen) erfüllt werden. Erst dann wird das letztendliche Jagdziel freigegeben und kann von den Spielern angegangen werden. In der Regel muss dann ein Endboss mehrmals besiegt werden.

 

Eine Runde besteht immer aus den zwei Phasen Jägerzug und Gegneraktivierung. Jeder Spieler zieht von seinem Nachziehstapel drei Karten auf die Hand. Als Aktionen kann er einen Gegner angreifen, sich zwei Felder bewegen, mit Markern interagieren, seine Waffe transformieren oder in den Traum des Jägers gehen. Für die Aktionen werden Karten von der Hand abgelegt bzw. im Kampf ausgespielt.

 

Beim Kampf wird eine Handkarte auf einen freien Slot des Trickwaffentableaus gelegt und eine Gegnerkarte aufgedeckt. Die Aktionen von Jäger und Gegner werden nach Schnelligkeit abgehandelt, ggf. auch simultan (bei gleicher Geschwindigkeit). Für getötete Monster erhält der Spieler ein Blutecho. Mit diesen Markern kann der Spieler im Traum des Jägers bessere Attributskarten kaufen, allerdings muss er dafür Standardkarten ablegen. Nach jeder Runde und bei jedem Gang in den Traum des Jägers schreitet der Marker der Jagdleiste voran. Überschreitet der Marker das letzte Feld dieser Leiste, ist das Kapitel verloren und die Spieler müssen komplett neu beim ersten Kapitel der Kampagne anfangen. Natürlich gibt es viele weitere Detailregeln, aber für den ersten Überblick soll es an dieser Stelle erstmal reichen. Wichtig zu wissen ist lediglich noch, dass alle Ereignisse und Ziele von den Missionskarten beim Aufdecken bekanntgegeben werden. Diese Karten führen die Spieler chronologisch durch die Kampagne.

 

Meinung:

 

Bloodborne – Das Brettspiel ist für mich eine der positivsten Überraschungen aller Zeiten. Aufgrund der eher nüchternen Optik lag die Veröffentlichung lange auf meinem Pile of Shame (= Stapel der ungespielten Brettspiele) brach, bis ich es eines Tages zum erstenmal auf den Tisch brachte. Wow … was für ein geiles Spiel! Gehen wir nun alle Punkte Schritt für Schritt durch und beleuchten die Aspekte im Einzelnen.

 

Die Figuren von Bloodborne sind allesamt gut bis sehr gut ausmodelliert. Natürlich werden die Feinheiten moderner Kickstarter-Veröffentlichungen nicht erreicht, aber die Minis sehen klasse aus und machen echt was her. Das gilt neben der Modellierung auch für die Größe der Figuren. Im bemalten Zustand wirken die Miniaturen natürlich noch schöner und eindrucksvoller. Die Kartenteile sind übersichtlich und stimmungsvoll konzipiert. Sicherlich nicht fotorealistisch, aber atmosphärisch und funktional. Alle Marker-Punkte sind deutlich erkennbar und auch die Texte bei entsprechenden Kartenteilen fallen ins Auge ohne dabei das Flair zu beeinträchtigen. Die Jägertableaus inkl. Trickwaffentableaus wirken wie erwähnt etwas schmucklos, aber dafür sind die Zeichnungen der Jäger erste Sahne und die Funktionalität ist top. Alle Informationen sind kompakt zu erkennen und lassen keine Fragen offen. Gleiches gilt für die Spielanleitung, die ausgezeichnet geschrieben wurde. Die Regeln sind klar erläutert und sind auch leicht zugänglich konzipiert. Auch die Missionskarten führen sauber durch die Kampagne.

 

Der Spielspaß ist super. Bloodborne ist teilweise bockschwer zu gewinnen, wobei die empfohlene erste Kampagne „Die Lange Jagd“ am einfachsten zu bewältigen ist. Spielerisch halten sich taktische Überlegungen und Glück in etwa die Waage, wenngleich die Taktik/Strategie langfristig überwiegt. Das Glück hängt vor allem davon ab, welche Kartenteile zu welchem Zeitpunkt aufgedeckt werden. Je früher benötigte Teile auftauchen, desto einfacher wird das Kapitel, weil man einfach mehr Zeit zur Verfügung hat. Der Kampf mit den Gegnern ist schlank, verständlich und trotzdem spannend, weil die nächste Gegneraktion durchaus entscheidend sein kann. Je mehr Aktionen aufgedeckt sind, desto berechenbarer wird die nächste Kampfhandlung, und dieses System ist verdammt gut. Oftmals wird eine Mission bzw. ein Kapitel erst im letzten Moment geschafft, und dieser Nervenkitzel weiß auf ganzer Linie zu gefallen.

 

Der Preis für das Spiel erscheint auf den ersten Blick vielleicht etwas hoch, aber man muss sich auch überlegen, was man alles dafür bekommt. Fast 40 schöne Miniaturen, gutes Spielmaterial und eine sehr gute Spielregel, was meiner Meinung nach extrem wichtig ist. Insofern hält sich der Preis also durchaus im fairen Rahmen, wenngleich das Spiel natürlich trotzdem keine billige Veröffentlichung ist. Qualität hat nun mal seinen Preis, und die Qualität von Bloodborne – Das Brettspiel kann sich wahrlich sehen lassen.

 

Fazit:

 

Schlanke Regeln, großer Spielspaß, Spannung, Anspruch, (teilweise) hoher Schwierigkeitsgrad, gute Qualität … Crawlerherz, was willst du mehr? Bloodborne – Das Brettspiel ist definitiv eine glasklare Weiterempfehlung wert. Ich freue mich jetzt schon auf die Erweiterungen mit den neuen Kampagnen, neuen Gegnern und neuen Herausforderungen.

 

Helvetiq kündigt weitere kleine Kartenspiele an

15. Januar 2023 um 23:00

Der Schweizer Verlag Helvetiq hat für das Frühjahr 2023 weitere kleine Kartenspiele angekündigt. Das Spiel „Watch out“ im Retrostil verlangt von Euch ein gutes Auge und ein schnelles Reaktionsvermögen, um auf die jeweilige Situation reagieren zu können, wenn Ihr mit Eurem Auto durch Corkcity fahrt! Das Spiel ist für zwei bis sechs Spielerinnen und Spieler.

Woodcraft

15. Januar 2023 um 19:44

Verlag: Delicious Games / Pegasus

Autor: Vladimir Suchy / Ross Arnold

Spieleranzahl: 1 - 4

Alter: ab 12 Jahren

Spieldauer: 80 - 150 Minuten

 

 

Einleitung:

 

Woodcraft von Vladimir Suchy und Ross Arnold beschäftigt sich mit der unverbrauchten Thematik der Holzverarbeitung. Als eine Art Schreiner führen die Spieler reihum eine Aktion aus, um letztendlich so viele Aufträge wie möglich erfüllen zu können. Doch die Zeit ist knapp, denn eine Partie dauert nur 13 bzw. 14 Runden.

 

Ablauf:

 

Zunächst wird die Aktionsradtafel in die Mitte gelegt und mit 7 Aktionsplättchen im Startviertel bestückt. Der Sägeradpfeil der mittleren Drehscheibe deutet auf das Ende des nächsten Viertels. Last not least wird dieses Tableau noch mit sechs Würfeln in drei verschiedenen Farben befüllt. Unter die Aktionsradtafel wird die Einkommenstafel platziert. Die Spieler beginnen alle auf den Startfeldern von Blaubeer-Einkommensleiste, Haselnuss-Einkommensleiste und Ansehensleiste. Neben das Aktionsrad wird die Wertungstafel gelegt. Auf diesem Tableau werden die Siegpunkte abgetragen, welche die Spieler im Verlauf der Partie erlangen. Weiterhin ausgelegt werden vier Einfache Aufträge, vier Unerfahrene Helfer und eine spielerzahlabhängige Menge an Öffentlichen Aufträgen. Die restlichen Karten sowie das sonstige Spielmaterial werden bereitgelegt.

 

Jeder Spieler erhält eine Spielertafel, die Marker seiner Farbe, drei Würfel, ein oder zwei Laternenplättchen, ein Sägeplättchen, ein Aufwertungsplättchen und zwölf Blaubeeren, die in Woodcraft als Geld fungieren. Außerdem starten die Spieler mit einem Helfer und vier Aufträgen. Ein Anfangsauftrag muss an den passenden Slot der rechten Tableauseite ausgelegt werden. Ein Spielzug bzw. eine Runde besteht aus drei Phasen. Zunächst wachsen die Bäume, sofern welche gepflanzt sind. Dabei werden die Würfel der Bäume höhergedreht. Danach führen die Spieler reihum eine Aktion aus. Dazu nehmen sie das entsprechende Aktionsplättchen vom Aktionsrad und versetzen es in das letzte freie Feld des nächsten Viertels. Je nach Position des Plättchens und der Drehscheibe kann ein Spieler verschiedene Boni erhalten. Sobald alle Spieler ihre Aktion ausgeführt haben können sie in der letzten Phase der Runde Siegpunkte gegen Abgabe von Blaubeeren kaufen. Viermal im Spiel erhalten die Spieler Einkommen gemäß ihrer Positionen auf der Blaubeeren- und Haselnussleiste.

 

Folgende Aktionen stehen den Spielern zur Verfügung:

 

·         Holz kaufen (2x, Kosten = Würfelzahl + 1 bzw. 2 Beeren für gelbe bzw. braune Würfel)

·         Einen Helfer einstellen (kostenpflichtig)

·         Einen oder zwei Aufträge annehmen (zweiter Auftrag kostet drei Beeren)

·         Werkstatt verbessern (Leimplättchen, Sägeplättchen, Aufwertungsplättchen kaufen)

·         Materialien kaufen (bis zu zwei verschiedene Sorten; Restholz, Leim, Sägeblatt)

·         Würfel tauschen (erst einen eigenen Würfel mit Gewinn verkaufen, anschließend einen Würfel aus dem Vorrat kaufen)

·         Produzieren und Baum pflanzen (zwei unterschiedliche Helfer produzieren lassen oder einen Helfer produzieren lassen und einen neuen Baum pflanzen)

 

Zusätzlich zu den aufgelisteten Hauptaktionen gibt es kostenlose Zusatzaktionen. Mittels Sägen kann ein Würfel in mehrere Würfel zerteilt werden, z.B. aus einer 4 werden eine 3 und eine 1. Es können Würfel verleimt oder aufgewertet werden. Aufträge können jederzeit erfüllt werden und die Fähigkeit von bestimmten Helfern kann genutzt werden. Durch einige Aktionen wie Werkstattverbesserung steigt man in den Einkommensleisten hoch.

 

In den Einkommensrunden werden neben den Ausschüttungen von Blaubeeren und Haselnüssen (= Geld und Siegpunkte) auch verwendete Werkstattteile refresht sowie einige Aufträge und Helfer ausgewechselt. Außerdem werden noch nicht erfüllte ausliegende Aufträge einen Slot nach unten verschoben. Dadurch verringert sich der Bonusertrag bei Erfüllung. Nicht erfüllte Aufträge verursachen am Schluss sogar Minuspunkte. In der Mitte des Spiels werden übrigens die Unerfahrenen Helfer gegen Erfahrene Helfer ausgetauscht und Einfache Aufträge gegen Anspruchsvolle Aufträge. Woodcraft endet nach der 13. bzw. 14. Runde. Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen. Im Solospiel wird nach dem Zug des Spielers eine Solokarte gezogen und deren Effekt abgehandelt. Hier geht es am Schluss darum, ein möglichst hohes Ergebnis einzufahren.

 

Meinung:

 

13 bzw. 14 Aktionen im ganzen Spiel hören sich nicht nur wenig an, das IST auch wenig. Umso wichtiger ist die sorgfältige Abwägung, welches Aktionsplättchen ich nehme und welchen Bonus ich dabei abgreife. Denn die Mitnahme von Boni ist wichtig und erleichtert das schwere Leben in der Holzverarbeitung ungemein. Gleichzeitig ist die Planung zur Erfüllung der eigenen Aufträge ein weiteres A und O von Woodcraft. Das ständige Abwägen aller Möglichkeiten in Verbindung mit dem Zeitdruck und ständiger Geldknappheit macht das Spiel zu einem Highlight für alle Brettspielexperten. Obwohl die eigentlichen Möglichkeiten gar nicht mal so megakomplex sind, macht die Verzahnung der Aktionen das Spiel zu einem Hirnverzwirbler. Vor allem dann, wenn die Grübler am Tisch ihren Mitstreitern keine Steilvorlage für deren nächsten Zug gönnen (Stichwort: Bonus). Aber keine Sorge … selbst mit Extremgrüblern artet das Ganze nicht in stundenlanger Downtime aus. Im Gegenteil. Wenn die Aktionsmöglichkeiten erstmal sitzen, spielt sich Woodcraft überraschend flott. Und dabei macht das Spiel tierisch Spaß. Zumindest den Kennern und Experten der anspruchsvollen Brettspielszene. Gelegenheitsspieler können Woodcraft natürlich auch spielen, allerdings haben sie gegen erfahrene Altfüchse zumeist keine Chance. Ich rate daher zu halbwegs ausgeglichenen Konstellationen. Dann hat jeder eine Chance und jeder seinen Spaß.

 

Sowohl die taktischen als auch die strategischen Möglichkeiten sind vielfältig und in unseren Runden hat sich erfreulicherweise auch kein reiner Königsweg herauskristallisiert. Geld ist halt ein konstantes Problem (wie im wahren Leben, HaHa). Wer bereits in den frühen Runden Siegpunkte mit Blaubeeren kauft, hat oftmals später zu wenig Kohle für andere Aktionen übrig. Andererseits generiert die Vermarktungsleiste richtig viele Punkte. Vor allem dann, wenn man sie (nach Möglichkeit) rigoros durchzieht. Alternativ kann man anfangs aber auch konsequent die eigene Werkstatt verbessern, was zusätzliche Nebenaktionen ermöglicht und das Einkommen steigert. Fast alles ist verführerisch und oftmals ist für die Aktionsauswahl der Bonus ausschlaggebend. Das haben Ross Arnold und Vladimir Suchy richtig gut hinbekommen und selbstverständlich erhöhen solche vielfältigen Strategien und Taktiken den Wiederspielreiz ungemein. Dieser ist demzufolge richtig gut.

 

Auch die Spielanleitung ist zu loben. Die Regeln sind klar beschrieben und lassen letztendlich keine Fragen offen. Nichtsdestotrotz hätte ich mir eine Übersicht / Spielerhilfe mit den Aktionsmöglichkeiten gewünscht. Und zwar in vierfacher Ausfertigung für alle Spieler. Die Regelauffrischung der letzten Seite ist zwar ganz nett, aber in den ersten Partien werden folgende Sätze immer wieder vorkommen: „wie kann ich noch mal …“ und „kann ich mal die Spielanleitung haben“. Klar, das ist bei vielen Spielen der Fall, aber eine Übersicht für jeden Spieler hat eigentlich immer geholfen und lästige Nachfragen reduziert. Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau. Unter dem Strich ist Woodcraft ein richtig geiles Spiel.

 

Fazit:

 

Und dieses kann selbstverständlich mit besten Wissen und Gewissen weiterempfohlen werden. In meinen Gruppen war das Feedback ausschließlich positiv. Möglicherweise trifft das Cover und die Gestaltung nicht jedermanns Geschmack, aber so richtig hat sich daran keiner gestört. Der Spielspaß ist das Wichtigste, und der war bei uns allen richtig top.

BSN Spielepreis 2022: mehr als 1.300 Stimmen = zusätzlicher Gewinn

09. Januar 2023 um 21:30

Die Stimmenanzahl wächst und wächst. Jetzt sind die 1.300 erreicht und wir hauen raus was geht! Nun können wir erneut nicht verschnaufen sondern verlosen ein weiteres Spiel inkl. Erweiterung, das nicht ebenfalls nicht eingeplant war! Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!

BSN Spielepreis 2022: mehr als 1.000 Stimmen = zusätzlicher Gewinn

06. Januar 2023 um 21:00

Als wir die Umfrage gestartet haben waren wir von vielen Menschen ausgegangen, die ihr Feedback abgeben. Das es aber mehr als 1.000 sein würden war nicht zu erwarten, zumal wir mit google das doppelte Abstimmen stark erschweren. Nun gibt es einen weiteren Gewinn der sich sehen lassen kann! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!

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