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dnup

Von: Marcus
23. September 2026 um 07:59

Der Sommer geht nun langsam zu Ende. Schön war er! Und wie jedes Jahr wurden zumindest bei uns tendenziell deutlich weniger schwere Brocken im eigenen Garten gezockt. Lieber greift man dann zu einem kleineren Würfel- oder Kartenspiel. Sie sind schnell ausgepackt, die Regeln meist schnell erklärt und das Material nimmt nicht viel Platz auf der Decke, der Outdoorcouch oder dem kleinen Gartentisch ein. In dieser Rezension wollen wir uns einem kleinen Kartenspiel und der Frage widmen, ob es bei der Vielzahl an existierenden Kartenspielen tatsächlich ein dnup braucht.

Beim ersten Durchlesen der Regeln und der Sichtung des Materials war klar, dass sich auch dnup neben Spielen wie Scout, Abluxxen und co einreihen lässt. Wie in Scout sind die Karten jeweils mit zwei verschiedenen Zahlenwerten bespickt, sodass sie beim Drehen den Wert ändern. Genau wie in Scout und Abluxxen legt man Reihen aus und versucht dabei andere Reihen zu schlagen. Dennoch macht dnup genug Dinge anders, um in jedem Fall eine Daseinsberechtigung zu haben. Man muss sich halt nur die Frage stellen, welchen Spielen man am Ende den Vortritt gibt; denn am Ende brauche zumindest ich nicht fünf Spiele mit ähnlichem Spielgefühl.


Doch was genau machen wir denn nun in dnup? Ist man am Zug wirft man zunächst die vor einem ausgespielten Karten, falls die noch dort liegen, ab, und spielt dann beliebig viele Zahlen mit gleichem Wert aus, wobei man die Ausrichtung der Karten nie einfach so ändern darf; die Position der Karten auf der Hand, anders als in Scout, jedoch schon. Alternativ darf man sich auch die ausgespielten Karten einer anderen Person schnappen, umdrehen und auf die Hand nehmen. Man darf eine einzelne Karte passend einer Serien an ausgespielten Karten hinzufügen oder man dreht gleich seine ganzen Karten einmal um. Die entscheidende Regel ist jedoch, dass man vorm Ausspielen von Karten schauen muss, ob bereits jemand eine Serie mit gleicher Kartenanzahl vor sich liegen hat. Denn in diesem Fall muss der Wert meiner Serie höher sein, d.h. meine drei Achter können ausgespielt werden, wenn es sonst keine Serien mit drei Karten gibt oder die Serien mit drei Karten aus Siebenen oder niedrigeren Werten besteht. Außerdem muss eine Person, dessen ausgespielte Karten gerade übertrumpft wurden, die eigenen Karten aufnehmen, umdrehen und verkehrtherum zurück auf die Hand nehmen. Über mehrere Runden versucht man auf diese Art und Weise am schnellsten seine Handkarten loszuwerden, bis schließlich ein Sieger oder eine Siegerin feststeht.


Die Regeln sind sehr simpel und das Kartendesign durchaus ansprechend. Dnup erfüllt somit bereits zwei Kriterien eines gelungenen Kartenspiels. Auch die kleinen Entscheidungen, ob man einfach mal ein paar Karten der anderen umgedreht aufnehmen sollte, um später mit größeren und somit nicht so leicht zu schlagenden Serien aufwarten zu können, oder doch bescheiden eine einzelne Karte irgendwo dazu packt, womit womöglich eine vierte neun hinzugefügt wird, wodurch die vier ausliegenden Vierer leider wieder von ihrem Besitzer umgedreht auf die Hand zurückgenommen werden müssen… oh, wie schade…

Oft gehen Partien am Ende anders aus als man mittendrin vermuten würde. Einmal hatte ich durch unglückliche Umstände nur noch drei Karten mit jeweils verschiedenen Zahlenwerten auf der Hand, wohingegen meine MitspielerInnen bei ihren drei Handkarten jeweils ein Pärchen dabeihatten. Glücklicherweise waren meine drei einzelnen Karten vom Wert her sehr hoch, sodass ich mit meinen einzeln ausgespielten Karten das Ausspielen ihrer letzten Karte jeweils blocken konnte. Blöd gelaufen, und weil es vorhin so schön war nochmals: ooooh, wie schade… Ein wenig Schadenfreude gehört bei solchen Kartenspielen halt dazu.


Und insgesamt, so mein Fazit, handelt es sich bei dnup um einen gelungenen Vertreter seines Genres. Es ist weniger verkopft als ein Scout und hat durch das Kartendrehen dennoch eine gewisse Ähnlichkeit. Ich habe es diesen Sommer jedenfalls gerne gespielt, weiß aber noch nicht sicher, ob ich es schlussendlich behalten werde. Denn wie eingangs erwähnt brauche ich persönlich nicht mehrere Kartenspiele, die sich am Ende doch irgendwie sehr ähneln. Allerdings habe ich mich noch nicht final gegen dnup entschieden und werde in den nächsten Wochen, also über den Sommer hinaus, noch ein paar Partien meiner liebsten Kartenspiele, wie die bereits erwähnten, einplanen, um dann eine fundierte Entscheidung fällen zu können. In der Zwischenzeit könnt ihr euch dnup ja ebenfalls einmal ansehen, um dann selbst beurteilen zu können, ob es in Zukunft auch euren Sommer (oder welche Jahreszeit auch immer) bereichern wird, oder eben nicht.

!Dnup mit Spaß viel jedenfalls euch wünsche Ich

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dnup von Kei Kajino
Erschienen bei Asmodee
Für 2 bis 5 Spieler in ca. 15 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Asmodee)

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