ESCAPETOUR 2026 – ZURÜCK IM BENE-GLÜCK
Manche Menschen planen ihren Urlaub nach Stränden, Sehenswürdigkeiten oder kulinarischen Highlights. Wir planen nach TERPECA-Rankings. Nachdem uns Belgien und die Niederlande bereits 2024 mit einigen der besten Escape-Room-Erlebnisse überhaupt begeistert hatten, war schnell klar: Da fehlen noch einige Kreuze. Also machten sich die EXITROOMMATES ein zweites Mal auf den Weg in die Benelux-Länder.
Der Anlass war derselbe wie beim ersten Besuch: Räume erleben, die von Escape-Room-Enthusiasten aus aller Welt zu den besten ihrer Art gewählt wurden. Jahr für Jahr tauchen zahlreiche belgische und niederländische Anbieter weit oben im TERPECA-Ranking auf. Kein Zufall, wie wir schon damals feststellen konnten. Hier wird nicht einfach ein Raum gebaut – hier werden Welten erschaffen.
Auf unserer Reise erwarteten uns beeindruckende Kulissen, kreative Spielideen und Geschichten, die weit über das klassische „Schlüssel finden und Schloss öffnen“ hinausgehen. Einige der Räume gehörten zu den bekanntesten Europas, andere standen vielleicht weniger im Rampenlicht, konnten aber dennoch nachhaltig Eindruck hinterlassen.
Welche Abenteuer wir erlebt haben, welche Erwartungen erfüllt wurden und welche Räume uns besonders in Erinnerung geblieben sind, erfahrt ihr in diesem Reisebericht.
Ich berichte chronologisch:
1) Botanist Manor – Escape Rush (80 Min.)
Schon der Wartebereich beeindruckt: Er erinnert an einen stilvollen Gentlemen’s Club und macht Lust auf das, was folgt. Auch der Einstieg in den Raum ist bereits ein Erlebnis für sich.
Die Geschichte versetzt uns mithilfe einer neuartigen Technologie eine Woche vor das Verschwinden einer Journalistin. Mehr sollte man darüber eigentlich nicht wissen. Leider trägt die Story den Raum nur bedingt und wird teilweise recht wirr erzählt.
Dafür entschädigt Botanist Manor mit einer Vielzahl beeindruckender Kulissen, die sich deutlich voneinander unterscheiden und immer wieder für Staunen sorgen. Die Rätsel sind solide und passend eingebunden, stehen aber klar im Dienst der Inszenierung. Mit einem stärkeren Fokus auf die Erzählung hätte der Raum für mich sogar noch höher punkten können.
Meine Bewertung: 8,5 von 10
2) Tokyo Lab – Escape Rush (70 Min.)
Auch unser zweiter Besuch bei Escape Rush beginnt ähnlich eindrucksvoll. Wie schon bei Botanist Manor steht die Atmosphäre klar im Vordergrund, während die Geschichte eher Beiwerk bleibt. Verschiedene Ideen werden miteinander vermischt, ohne immer ein stimmiges Gesamtbild zu ergeben.
Was Escape Rush jedoch hervorragend beherrscht, ist die Gestaltung seiner Welten. Besonders die Tokio-Kulisse innerhalb der aus mehreren Abschnitten bestehenden Erfahrung hat es mir angetan. Einige Rätsel wirken etwas konstruiert, doch hier zählt vor allem der Spaß am Entdecken. Wer bereits vor Ort ist, kann Tokyo Lab problemlos direkt im Anschluss spielen.
Meine Bewertung: 8,5 von 10
3) White House – Escape Rush (60 Min.)
Spontan ließen wir uns durch einen Rabatt zu einem dritten Raum überreden. Diesmal verschlägt uns die Zeitmaschine in einen geheimen Keller des Weißen Hauses.
Die Story bleibt auch hier eher oberflächlich, dafür überzeugen die Rätsel durch ihre Stimmigkeit und einige clevere Ideen. Besonders die Nachbildung des Weißen Hauses ist sehr gelungen. Gleichzeitig merkt man dem Raum an, dass er zu den älteren Werken des Anbieters gehört.
Meine Bewertung: 8,5 von 10
4) The Crimson Recipe – Escape Room Schijndel (80 Min.)
Das erste große Highlight unserer Reise.
Von außen wirkt das Gebäude eher unscheinbar. Doch sobald sich die Türen öffnen, taucht man in eine völlig andere Welt ein. Wir nehmen zunächst in einer rustikalen Kneipe Platz, genießen einen Drink und werden anschließend durch ein Tor in ein Dorf geführt.
Professionell produzierte Audiosequenzen ziehen uns immer tiefer in eine tragische Geschichte hinein, die wir Stück für Stück miterleben. Kleine Läden, passende Gerüche und zahlreiche liebevolle Details sorgen für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Die Rätsel fügen sich hervorragend ein – abgesehen von einer etwas unnötigen Fleißaufgabe.
Am Ende waren wir emotional vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Genau so funktioniert immersives Storytelling.
Meine Bewertung: 9,5 von 10
5) Into the Darkverse – DarkPark Escape Room Delft (60 Min.)
Der erste Raum unserer Reise, der als „Active Horror“ eingestuft wird. Gleichzeitig entfernt er sich deutlich vom klassischen Escape-Room-Konzept.
Die Grundidee lautet: Stell dich deiner Angst. Und das oft ganz allein.
Für mich als bekennenden Angsthasen war das überraschend gut dosiert. Der Raum setzt weniger auf plötzliche Schockmomente und gibt mir Erholungsphasen. Besonders der erste Raum beeindruckt mit einer hochwertigen Gestaltung. Die folgenden Bereiche können dieses Niveau zwar nicht halten, dennoch bleibt das Erlebnis einzigartig.
Einige raffinierte Kniffe erzeugen eine nahezu perfekte Illusion. Und das Nachgespräch am Ende hilft dabei, wieder in die Realität zurückzufinden.
Meine Bewertung: 9,5 von 10
6) Midnite – Outer Ground (75 Min.)
In einem Kino findet um Mitternacht eine besondere Vorstellung statt, die von einem Geist heimgesucht wird.
Die Kulisse ist hervorragend umgesetzt und vermittelt tatsächlich das Gefühl, sich in einem echten Kino zu befinden. Weniger gelungen fand ich, dass man mehrfach dieselben Bereiche durchläuft. Zudem bleiben sowohl die Geschichte als auch die Rätsel hinter den Möglichkeiten des Settings zurück.
Meine Bewertung: 7,5 von 10
7) The Non-Believers – Your Escape (120 Min.)
Die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen sind schlicht beeindruckend. Hochwertige Hörspielelemente begleiten uns durch eine Geschichte, die klar im Mittelpunkt steht.
Leider gibt es ein längeres Rätsel, das unter ungünstigen Lichtverhältnissen leidet. Zudem funktionierte bei unserem Besuch ein Spielelement nicht wie vorgesehen. Vielleicht macht sich hier langsam das Alter des Raumes bemerkbar.
Trotzdem hat mich die Geschichte am Ende völlig gepackt. Die behandelten Themen wirken noch lange nach.
Meine Bewertung: 9 von 10
8) Corpse Inc. II – Experience Center Baarn (90 Min.)
Wir dringen wir durch ein Fenster in ein vermeintlich verlassenes Gebäude ein.
Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Räumen, die bewusst auf eine heruntergekommene „Müllhalden-Optik“ setzen, selbst wenn dies thematisch passend sein mag. Auch hier werden wir wieder durch dunkle Bereiche geführt und von einem Schauspieler verfolgt. Die Story bleibt dabei eher im Hintergrund, die Rätsel erfüllen ihren Zweck, hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck.
Meine Bewertung: 7,5 von 10
9) The Dome – Escape Rooms Bunschoten (60 Min.)
The Dome spielten wir bereits zum zweiten Mal, da zwei Mitglieder unserer Gruppe den Raum noch nicht kannten. Erfreulicherweise wurden einige Rätsel überarbeitet – und zwar zum Besseren. Auch das Hilfesystem wirkt heute deutlich durchdachter. Dadurch konnte ich mich stärker mit dem Konzept anfreunden als bei meinem ersten Besuch.
Trotzdem fühlt sich der Raum für mich eher wie eine Aneinanderreihung von Aufgaben an. Zudem sind manche Wow-Effekte inzwischen nicht mehr ganz so einzigartig wie noch vor einigen Jahren. Die knappe Zeitvorgabe sorgte zusätzlich für unnötigen Stress.
Meine Bewertung: 8 von 10
10) I Can Hear You – Entered (120 Min.)
Erneut erwartet uns ein Horrorraum, in dem Verfolgungsjagden und Storyelemente miteinander kombiniert werden. Besonders hervorzuheben ist, dass der Raum bewusst auf ein Hilfesystem verzichtet. Das kann allerdings zusätzlichen Druck erzeugen. Ich war mehr als überrascht, dass wir erfolgreich waren. Wie schon bei anderen Horror-Räumen stört mich etwas die bewusst chaotische und vermüllte Umgebung. Gleichzeitig ist die Größe der Spielfläche beeindruckend – schließlich bespielt man ein komplettes Haus.
Meine Bewertung: 8 von 10
11) Demise of the Gricers – Entered (200 Min.)
Mad Max trifft auf Fallout.
Dieser Raum sprengt Grenzen – und zwar im besten Sinne. Mehrere Schauspielerinnen und Schauspieler tragen eine cineastische Geschichte, die sich über eine gigantische Spielfläche entfaltet. Wir übernehmen Missionen und Nebenmissionen, treffen Entscheidungen und erleben teilweise völlig unterschiedliche Szenen. Durch eine intelligente Grundidee wird in der komplexen Spielwelt eine Freiheit suggeriert. Beeindruckend. Auch die technische Elemente sind einzigartig. Ein Gesamterlebnis, das ich so noch nie erlebt habe und das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Meine Bewertung: 10 von 10
12) Monster Mashers – Tales of Torchdale (150 Min.)
Who are you gonna call? Monster Mashers!
Ein Geist niedriger Stufe treibt sein Unwesen in einer verlassenen Arcade-Halle. Schon der Einstieg ist sensationell und gehört zu den besten, die ich jemals in einem Escape Room erlebt habe.
Immer dann, wenn der Raum auf Humor und Spaß setzt, spielt er seine größten Stärken aus. Leider erreicht nicht jeder Abschnitt dieses Niveau. Manche Rätsel wirken etwas losgelöst von der Geschichte, die eigentlich erzählt werden soll.
Trotzdem bleibt Monster Mashers ein außergewöhnliches Erlebnis mit vielen großartigen Momenten.
Meine Bewertung: 9 von 10
Fazit
Ich will zurück.
Obwohl dies bereits unsere zweite Benelux-Tour war, stehen noch zahlreiche Räume auf unserer Wunschliste. Viele davon befinden sich in den TERPECA Top 100 – und jedes Jahr kommen neue hinzu.Zum Glück ist das kein Problem. Denn wenn die nächste Reise ansteht, bin ich sofort wieder dabei.