Lese-Ansicht

Angesprochen #5 – Brettspiel statt Kitesurfen

Lesezeit: 2 Minuten

Manche Brettspiele überzeugen durch ihre Mechanik, andere durch ihr Setting.
Und dann gibt es Spiele wie Die Schlacht um Thors Kliff, die vor allem auch durch eines herausstechen: die Geschichte hinter ihrer Entstehung.

In Thors Kliff verschlägt es euch auf eine raue, nordische Insel, auf der verschiedene Fraktionen um Einfluss und Macht kämpfen. Das Besondere dabei: Das Spielbrett ist nicht einfach nur flach, sondern bildet die namensgebenden Klippen dreidimensional ab. Dadurch entstehen nicht nur visuell spannende Spielsituationen, sondern auch taktische Entscheidungen rund um Positionierung, Höhenunterschiede und Bewegung.

Dazu kommen asymmetrische Einheiten, unterschiedliche Fähigkeiten und ein Fokus auf direkte Konfrontation, der das Spiel schnell intensiv werden lässt. Es geht nicht nur darum, „seinen Zug zu machen“, sondern aktiv auf die Gegner zu reagieren, Chancen zu erkennen und Risiken einzugehen. Das Ganze eingebettet in ein thematisches Setting, das stark von nordischer Mythologie inspiriert ist.

Doch was dieses Spiel wirklich besonders macht, ist der Weg dorthin. Denn hinter Thors Kliff steht kein großes Verlagsteam – sondern Timo Zett, der dieses Projekt als Independent Entwickler nahezu im Alleingang umgesetzt hat. Von der ersten Idee über das Game Design bis hin zu Produktion, Organisation und Veröffentlichung lag alles in seiner Hand. Unterstütz wurde er dabei von einigen seiner Freunde und Bekannten. Finanziell, beim Testen und auch auf Messen und Veranstaltungen.

Und genau darüber spreche ich mit Timo in der aktuellen Folge des Würfelmagier Brettspiel Podcasts.

Besonders hängen geblieben ist mir dabei ein Satz aus unserem Gespräch, der das Ganze ziemlich gut auf den Punkt bringt: Andere kaufen sich einen Bulli und gehen kitesurfen – ich entwickele stattdessen ein Brettspiel. Am Ende, sagt er, ist beides einfach eine Art, sein Geld auszugeben. 😄

Wir sprechen darüber, wie aus einer ersten Idee ein fertiges Produkt wird – und was passiert, wenn man diesen Weg komplett alleine geht.
Wie organisiert man sich, wenn man gleichzeitig Designer, Produzent und Marketing ist?
Welche Hürden tauchen auf, mit denen man vorher nicht gerechnet hat?
Und wie geht man mit Momenten um, in denen ein Projekt plötzlich zu groß wirkt?

Aber es geht nicht nur um Herausforderungen. Denn genauso wichtig sind die besonderen Momente:
Der erste funktionierende Prototyp. Die ersten echten Spielrunden mit Feedback. Und vor allem der Moment, in dem man das fertige Spiel zum ersten Mal in den Händen hält – und aus einer Idee plötzlich Realität wird.

Wenn euch also nicht nur interessiert, wie sich ein Spiel spielt, sondern auch, wie es überhaupt entsteht, dann solltet ihr unbedingt reinhören.

Mehr Informationen zu Thors Kliff findet ihr auf der Webseite von Timo unter https://www.thorskliff.de

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