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Published — 10. Dezember 2025 blog.gamesweplay.de

Top 10 der Spielemessen 2025

10. Dezember 2025 um 09:32

Die Beliebtheit von Spielemessen und Conventions steigt immer weiter an. Mit 220.000 Besucherinnen und Besuchern stellte die Spiel Essen im Oktober einen Weltrekord auf. Ebenso interessant ist ein Blick auf die Veranstaltungen, die anderorts im deutschsprachigen Raum stattfinden. Auch hier steigt die Zahl der Besuchenden und der Ausstellenden deutlich an.

    Aussteller Besuchende
1. Spiel Essen

220.000
2. Berlin Brettspiel Con

17.000
2. Spiel doch! Dortmund

17.000
4. Spielwiesn Augsburg

16.500
5. Spielemesse Stuttgart

117.0001
6. Spiel doch! Bodensee

7.000
7. Darmstadt spielt

6.500
8. Spielefest Wien

25.0002
9. Hobbymesse Leipzig

79.0003
10. Spielemesse Hamburg

12.000

1 Inklusive weiterer Ausstellungen, die im Rahmen des Stuttgarter MesseHerbstes stattfinden.
2 Inklusive des Austrian eSports Festivals.
3 Inklusive der Hobbymesse-Hallen Modell-, Kreativ-, Technik- und Sportwelt.

Die Ausstellerzahl wird im Verhältnis zur Spiel Essen dargestellt: Es werden 53 Verlage berücksichtigt, von denen mindestens eine deutschsprachige Sommer-/Herbstneuheit flächendeckend im Einzelhandel erhältlich ist. Verlage wie Edition Spielwiese oder Hans im Glück, deren Spiele auch bei Hutter Trade oder Asmodee zu sehen sind, sind einfach gewichtet. Verlage mit unter fünf Neuheiten sind zweifach gewichtet, mit unter zehn Neuheiten dreifach, mit unter 20 Neuheiten vierfach und B-Rex sowie Pegasus mit unter 30 Neuheiten fünffach. Asmodee und Hutter Trade, die mehr als 50 Neuerscheinungen auflisten, sind sechsfach gewichtet.

Auffällig ist, dass die Dortmunder Spiel doch! (Foto oben) und die Berlin Con gleichauf liegen, sowohl bei den Ausstellenden als auch bei den Besuchenden. Unterschiede gibt es trotzdem. Während in Dortmund unter anderem Piatnik, Schwerkraft, Kendi und Board Game Box ausstellten, zog es Moses, Trefl, Albi und Nice Game nach Berlin.

Der Abstand zur Spiel in Essen wird trotz des Wachstums der Spiel doch! im Frühjahr und der Berlin Con im Sommer nicht kleiner. Denn auch die Spiel wächst, wenn auch nur bei den Besucherzahlen. Die Zahl der Ausstellenden lag hingegen zuletzt stabil bei etwa 950, was zeigt, dass die 53 von mir betrachteten Verlage nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. In Essen dominieren Messestände mit Angeboten, die man anschließend nicht überall im Handel findet. Denn sehr viele Verlage stellen dort nur fremdsprachige Titel aus oder es sind sehr kleine Unternehmen, die sich auf den Eigenvertrieb ihrer Spiele konzentrieren.

Auch ein Blick in unsere EU-Nachbarländer zeigt, dass sich die Besucherzahlen in Essen in anderen Sphären befinden. Das Spellenspektakel im niederländischen Utrecht lockt 33.000 Menschen an, das Festival des Jeux im französischen Cannes immerhin 110.000.

Published — 28. November 2025 blog.gamesweplay.de

High Stakes – spannende Dramaserie ums Pokerspiel

28. November 2025 um 17:32

In der ZDFneo-Serie High Stakes spielt Jan Cronauer, bekannt als „Cron“ an der Seite des Brettspiel-Youtubers „Hunter“, eine zentrale Rolle hinter den Kulissen: Er ist der Drehbuchautor von drei der sechs Folgen. Cronauer interessiert sich nicht nur für Brettspiele, sondern auch für Texas Hold’em, was der Serie seinen Stempel aufdrückt. „Jan Cronauer ist leidenschaftlicher Pokerspieler“, berichtet Hauptdarstellerin Via Jikeli (Ayla Güler) von ihrer Vorbereitung auf die Rolle. Er habe sie zum Spielen zu sich nach Hause eingeladen.

» ZDF-Streamingportal: HIGH STAKES

Ayla

Ist Poker überhaupt ein Spiel? Wenn Ayla es mit Süßigkeiten spielt, taugt es allenfalls zum Training.

Ayla ist eine gläubige Muslima in einer ansonsten säkularen Familie. Dass sie ein Kopftuch trägt, wird in der Serie beeindruckend beiläufig zur Kenntnis genommen. Sie hat ihren Astrophysik-Bachelor (Note 1,0) in der Tasche und erhält das Angebot für ein Praktikum bei der NASA. Doch wie soll sie den USA-Aufenthalt finanzieren? Über einen Freund kommt sie mit der Welt des Pokerns und ihren Verheißungen in Berührung. Aber Glücksspiel ist harām. Von diesem Zwiespalt, den sozialen Herausforderungen, denen sich Ayla stellen muss, und den abgründigen Facetten des Pokerspiels handelt die Dramaserie. Wer Spiele mag, ist von High Stakes fasziniert.

Meine Rezension von High Stakes findet sich in der spielbox Nr. 5 Oktober–November 2025. » spielbox

Published — 09. November 2025 blog.gamesweplay.de
Published — 07. November 2025 blog.gamesweplay.de
Published — 27. Oktober 2025 blog.gamesweplay.de

Spiel Essen: Zeigen, dass Brettspiel so viel mehr ist

27. Oktober 2025 um 08:45

Betritt man kurz vor Ende des vorletzten Messetages die oberhalb der Halle 6 gelegene Zentrale der Spiel Essen, blickt man in müde, aber gleichzeitig ziemlich entspannte Gesichter. „Ich bin glücklich“, bestätigt Spiel-Geschäftsführerin Carol Rapp meine Frage nach einer Zwischenbilanz. Gleichzeitig zeigt sie ihrem Pressesprecher Robin de Cleur mit Daumen und Zeigefinger an, dass man ganz knapp vor einem neuen Besucherrekord stehe. Sie habe soeben nachgeschaut.

» WDR 5: Spielemesse 2025 – Was spielen Sie?

De Cleur zeigt sich erleichtert, dass die Aufregung des Vorjahres ausgeblieben ist, als manche teils weit angereiste Messegäste kalt erwischt wurden und vor für sie verschlossenen Toren standen. Denn eine ausverkaufte Spiel hatte es zuvor noch nie gegeben. In diesem Jahr war man darauf vorbereitet und achtete auf die in den sozialen Medien verbreiteten „Wasserstandsmeldungen“, die transparent über den Prozentsatz der erreichten Ticketverkäufe pro Tag informierten. Die im Vorfeld geäußerten Proteste gegen die Abschaffung von Dauerkarten, welche der Berechnung einer tagesgenauen Auslastungsquote widersprachen, seien laut de Cleur schnell wieder abgeflacht.

Die größte Neuerung der Spiel 2025 war die riesige und beeindruckende Bühne in Halle 4. Im Durchschnitt schauten sich etwa 300 Leute das abwechslungsreiche Programm an. „Die Investition hat sich gelohnt“, sagt Carol Rapp. „Wir zeigen, dass das Brettspiel so viel mehr ist.“

Bühnenprogramm in der Halle 4: Spiel-Chefin Carol Rapp (4. v. l.) im Gepräch mit Moderator Manuel Fritsch.

Tatsächlich hat die Spiel in den letzten drei Jahren einen beträchtlichen Entwicklungssprung gemacht. Sie hat ihren Vorsprung als weltgrößte Brettspielveranstaltung nicht nur quantitativ ausgebaut, auch inhaltlich ist ein deutlicher Professionalisierungsschub erkennbar. Es wird mehr denn je sichtbar, dass sich die Messe ihrer Bedeutung für das Kulturgut Spiel bewusst ist.

Das Gefühl, trotz der neuen Rekordzahlen eine unaufgeregte Messe zu erleben, bestätigt sich auch bei den in Essen präsentierten Spieleneuheiten. Robin de Cleur musste den Medien mitteilen, dass er „keinen Trend“ verkünden könne. Selbst die vermutete Häufung bei den Zwei-Personen-Spielen sei nicht so groß, wie es vielen Beobachtern erscheint, meint der Kommunikationsdirektor der Spiel.

Hachette

Französische Verlage werden immer präsenter: Neben dem Riesenstand des Asmodee-Gruppe hat nun auch Hachette seine Marken unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst.

Unter den hunderten gezeigten Neuheiten fallen auch deshalb keine besonderen Schwerpunkte ins Auge, weil die Breite des Angebots auch in diesem Jahr noch mal zu wachsen scheint. Kaum noch als Trend zu bezeichnen ist die schon seit vielen Jahren anhaltende Entwicklung, dass sich unter den bemerkenswerten Titeln besonders viele kooperative Spiele befinden. An der Spitze der Fairplay-Scout-Liste, die im Vorjahr eine bemerkenswerte Treffsicherheit besaß, als sich Bomb Busters und Endeavour durchsetzten, steht am Abend des Messesamstags bei den leicht zugänglichen Spielen ein kooperatives Spiel: Take Time, bei dem wir wie bei Bomb Busters nicht miteinander sprechen sollen. Das bei Libellud erschienene Spiel startete mit Vorschusslorbeeren in die Messe. Denn bereits auf dem Festival des Jeux im französischen Cannes, wo im Februar die ersten Vorabexemplare gezeigt wurden, sorgte es für große Aufmerksamkeit. Doch am Sonntagabend zieht noch ein anderes Spiel an Take Time vorbei und landet auf dem ersten Platz: das App-unterstüzte Boss Fighters. Und bei den Kennerspielen siegt das Zwei-Personen-Spiel Compile – das genauso wie Boss Fighters bei Pegasus Spiele erscheint.

Wer mit den Spitzen der wichtigsten Verlage aus dem deutschsprachigen Raum spricht, erfährt verhalten optimistische Einschätzungen des Brettspielmarktes. Selbst wenn man die von Pokémon (das oft nur gesammelt und nicht gespielt wird) getriebenen Trading-Card-Umsatzrekorde aus den Zahlen herausrechnet, bleibt ein Wachstum von beachtlichen sechs Prozent, was weit über der Inflation liegt. Und auch der Blick auf die Rekordbesucherzahl der Spiel Essen bestätigt den Eindruck, dass das Gesellschaftsspiel immer mehr Menschen begeistern kann. 220.000 Besucherinnen und Besucher kamen an den vier ausverkauften Messetagen. Die weltgrößte Brettspielmesse hat einen erneute Weltrekord aufgestellt.

Anmerkung: Der Artikel wurde nachträglich überarbeitet und mit dem Endergebnis der Fairplay-Scout-Aktion und der Zahl des Besucherrekords ergänzt.

Published — 22. Oktober 2025 blog.gamesweplay.de

Deutscher Spiele Preis: Tomáš Holek gewinnt mit Seti

22. Oktober 2025 um 19:01

Der Tscheche Tomáš Holek gewinnt mit Seti, das bei Czech Games Edition (CGE) erschienen ist, den Deutschen Spiele Preis 2025. Seti – die Kurzform von „Search for Extraterrestrial Intelligence“ – ist ein episches und ziemlich komplexes Spiel, das die Suche nach außerirdischem Leben mit beeindruckender Detailtreue thematisiert.

Seti, das vielfach und zurecht auch als „Expertenspiel des Jahres“ bezeichnet wird, hat sich gegen Endeavor, Kennerspiel des Jahres, und Bomb Busters, Spiel des Jahres, beim Fachpublikum durchgesetzt, das mittels einer Umfrage den Deutschen Spiele Preis bestimmt. Mháire Stritter, „Botschafterin“ der Spiel Essen, und Carol Rapp, die Geschäftsführerin der Spiel, überreichen die Siegertrophäe am Vortag der Spielemesse an Holek.

Überreichung des Preises.

Petr Murmak, CEO von CGE, Autor Tomáš Holek und „Spiel-Botschafterin“ Mháire Stritter.

„Ich habe dieses Spiel entwickelt, weil ich Hobbyastronom bin und das meine große Leidenschaft ist”, sagt Tomáš Holek auf der Bühne in der Messe Essen. „Ich möchte den Menschen ein Spiel bieten, in dem sie etwas über die Wissenschaft lernen können.“ Mháire Stritter findet es toll, dass sich auf den Spielkarten viele Informationen zu tatsächlichen Nasa- und Esa-Projekten finden. Sie fragt Holek, ob er denn selbst auch noch neue Dinge gelernt habe. „Die Recherche war sehr umfangreich“, antwortet der Seti-Autor. Er sei tief in die Weltraumthematik eingestiegen und habe dabei sehr viel gelernt.

Der Deutsche Kinderspiele Preis geht an Die kleinen Alchemisten – ein Spiel, das eher ein Familienspiel denn ein Kinderspiel ist. Wie Seti hat es einen tschechischen Autor, nämlich Matúš Kotry, und ist bei CGE erschienen.

Tomáš Holek und andere

Tomáš Holek, Kinderspiel-Preisträger Matúš Kotry und Spiel-des-Jahres Sieger Hisashi Hayashi, dessen Bomb Busters beim Deutschen Spiele Preis den dritten Platz belegt.

Die diesjährige Essener Spielemesse verspricht, die größte aller Zeiten zu werden. Durch die Eröffnung einer zusätzlichen Halle wächst die Ausstellungsfläche erneut, und zwar um 13 Prozent. Laut dem englischen Informationsdienst BoardGameWire ist die Spiel nun fast 50 Prozent größer als der Ausstellerraum auf der Gen Con in Indianapolis. Damit baut Essen seinen Vorsprung als Welthauptstadt des Brettspiels weiter aus. Carol Rapp geht davon aus, dass die Spiel 2025 an allen vier Tagen ausverkauft sein und eine Rekordbesucherzahl von 220.000 Menschen verzeichnen wird.

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