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Gemeinsam spielen – ohne Barrieren

23. September 2026 um 07:18
Man sieht eine junge Dame vor einer grünen Leinwand, die in eine Kamera gebärdet. Im Vordergrund sieht man eine Videokamera und einen großen Monitor. in der rechten oberen Ecke sieht man das Bild von Tim Krenke. Links daneben steht in roten Buchstaben

Ein neues Spiel auspacken, die Regeln lesen und sofort losspielen – für viele Spielebegeisterte gehört das zu einem Spieleabend dazu. Für gehörlose Menschen kann doch genau das bereits zu einer Herausforderung werden.

Das Projekt DGS-Spiele hat es sich zur Aufgabe gemacht genau diese Barrieren abzubauen. Mitbegründer Tim Krenke spielt selbst gerne und stand schon des Öfteren vor genau dieser Herausforderung.  Wenn Tim neue Spiele lernen wollte, haben die Regeln oft nur noch mehr Fragen aufgeworfen. Auch Erklärvideos im Internet waren oft keine große Hilfe – denn auf YouTube gab es nur wenige Spielanleitungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Als gehörloser Mensch und Vater zweier gehörloser Kinder suchte Tim nach einer Möglichkeit Spieleregeln für Gehörlose einfacher verständlich zu machen.

Gemeinsam mit 8 Freunden entwickelte Tim die Idee für „DGS-Spiele“ und mit der Hilfe der „Aktion Mensch“ konnten die ersten Erklärvideos online gehen. Die Resonanz darauf war durchweg positiv und zeigte, wie groß der Bedarf war.

Wenn die Spieleerklärung fehlt

Eine Spieleanleitung besteht oft aus längeren Texten sowie komplizierten Formulierungen. Auch die Videos auf YouTube helfen bei der Suche nach Erläuterungen meist nicht weiter. Denn die Untertitel sind nicht immer korrekt und lassen ebenfalls Fragen offen. Noch schwieriger wird es laut Tim bei Spieletreffs: Während sich hörende Menschen ein neues Spiel einfach von einer anderen Person erklären lassen können, fehlt gehörlosen Spieler*innen meist diese Möglichkeit.

„Es ist, als würde man die Spiele einfach nicht erklärt bekommen“, beschreibt Tim die Situation.

DGS-Spiele setzt genau an diesem Punkt an. Auf ihrer Website veröffentlichen sie Erklärvideo in Deutscher Gebärdensprache. Und nicht nur die tragen zum Verständnis bei – auch die Videos der Beispielrunden helfen die Spiele einfacher zu verstehen. Bei der Auswahl der Spiele setzt das Team unter anderem auf Empfehlungen aus der Community, Bewertungen und Rankings. Besonders interessant sind Spiele, die wenig Text benötigen sowie einen verständlichen Spielablauf haben.

Spieleverlage können ebenfalls dazu beitragen die Barrieren bei Gesellschaftsspielen zu reduzieren, meint Tim. Verständliche, kurze Sätze sowie Bilder und Beispiele können schon viel bewirken. Auch Symbole auf den Spielmaterialien, auf die in den Anleitungen Bezug genommen wird, können gut für das Verständnis sein. Barrierefreiheit beginnt bereits bei der Entwicklung des Spiels.

Große Begeisterung in der Community

Dass die Begeisterung für Gesellschaftsspiele groß ist, erlebt das Team regelmäßig. Neun Menschen engagieren sich aktuell bei DGS-Spiele. Außerdem finden im Gehörlosen Zentrum in Bremen regelmäßig Spieletreffen statt. Bei den größeren Veranstaltungen kommen mehr als 100 Menschen zusammen – teilweise sogar aus München und Berlin. Damit noch mehr Spiele in DGS erklärt werden können, braucht das Projekt Unterstützung. Die Förderung durch die Aktion Mensch ist inzwischen ausgelaufen. Deshalb ist DGS-Spiele auf Spenden angewiesen.

Wenn auch ihr helfen möchtet, dann klickt auf den Link. So können auch zukünftig Spiele in Deutscher Gebärdensprache erklärt werden.

Denn Spielen sollte keine Frage der Hörfähigkeit sein. Es geht um Gemeinschaft, Spaß und darum, gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

Und Tims Lieblingsspiel? TAC.

Man sieht eine junge Dame vor einer grünen Leinwand, die in eine Kamera gebärdet. Im Vordergrund sieht man eine Videokamera und einen großen Monitor.
Man sieht einen Mann, der im rechten Teil des Bildes steht und eine Video-Kamera in der Hand hält. Am Tisch sieht man zwei Kinder, die gerade ein Kartenspiel spielen.
Man sieht 8 Spielende, die gerade das Kartenspiel 6 nimmt! spielen.
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