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Published — 19. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

,,Vorspiel“ in Bonn: Ein Vorgeschmack auf die SPIEL 2026

,,Vorspiel“ in Bonn: Ein Vorgeschmack auf die SPIEL 2026

Am Samstag, den 12. September 2026, wurden wir zu einem ganz besonderen Event nach Bonn – Bad Godesberg eigeladen: Die ,,Vorspiel“ öffnete für Content Creator aus der Brettspielbranche zu ersten Mal ihre Tore – beziehungsweise die rustikalen Holztüren. Denn das geschichtsträchtige Fachwerkhaus Casa Nelting, begrüßte uns mit einer Weinrebenpergola, einem einladenden Garten und einem großen, offenen Veranstaltungsraum mit Empore. In diesem einzigartigen Ambiente durften wir an diesem Tag die exklusive Vorschau auf die kommenden Messeneuheiten genießen.

Published — 17. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

KI-Verdacht statt Spielerei: Wie Catvale auf Platz 1 der BGG-Hotness kam

KI-Verdacht statt Spielerei: Wie Catvale auf Platz 1 der BGG-Hotness kam

Catvale liegt auf Platz 1 der BGG-Hotness, fünf Tage nach Platz 25. Der Andrang folgt nicht auf eine neue Spielidee, sondern auf einen Streit um die Bilder.

Ein Katzenreich, ein polnischer Verlag, eine laufende Kickstarter-Kampagne: Catvale von FU Dice erreichte am 17. September Platz 1 der Hotness-Liste auf BoardGameGeek. Designer ist Lukasz Berdowski, gezeichnet haben Natalia Albecka-Eikmann und Izabela Berdowska. Dazwischen, am 14. September, eröffnete ein Nutzer einen Thread mit einem Verdacht: Sähen die beworbenen handgemalten Aquarelle nach KI-Bearbeitung aus? Bewiesen hat die KI-Nutzung darin niemand. Eine klare Absage dafür bisher auch niemand gehört.

Catvale
#1
BGG-Hotness am 17. September, am 12. September noch Platz 25
284.423 €
bei 2.134 Bestellungen, Ziel waren 20.000 Euro, Stand 17. September
2-6
Personen am Tisch, 90 bis 180 Minuten, geplant 2027
8,27
Durchschnittsnote auf BGG, bei allerdings nur 43 Stimmen
KampagneKickstarter seit 8. September, läuft bis 8. Oktober, Staff Pick von Kickstarter
DesignerLukasz Berdowski, Illustration: Natalia Albecka-Eikmann und Izabela Berdowska
VerlagFU Dice aus Polen, Kategorie Abenteuer, Tiere, Würfel, Erkundung
Meistgewählte UnterstützerstufeCatvale Complete für 85 Euro, 807 Bestellungen
Komplexität2,83 von 5 auf BGG, beruhend auf nur 6 Bewertungen
Streit-Thread58 Beiträge seit 14. September, Illustrations-Thread auf BGG
LieferzielDezember 2027 laut Kampagnenseite
Mechaniken: Crowdfunding BranchenNews Community Kickstarter

Ein Thread, 58 Beiträge, ein Verdacht

Am Abend des 14. September eröffnete der Nutzer Kuro123 auf BoardGameGeek den Thread "Question about the illustrations". Er beruft sich auf eine Aussage des Teams aus den Kommentaren der Kampagne, wonach die Aquarelle überwiegend von Amateurkünstlern über 50 gemalt würden; die Kampagnenseite selbst hat die Redaktion zu dieser Stelle nicht abgerufen. Seine Beobachtung:

"you said in one of your Kickstarter comments that your watercolors are mostly painted by amateur 50+ artists - and yet they are capable of creating very professional, detailed anime-like illustrations straight from a studio Ghibli movie (which is also surprising to be honest), but then make random mistakes, like the whiskers or one window." [Übersetzung: Ihr habt in einem Kickstarter-Kommentar gesagt, dass eure Aquarelle größtenteils von Amateur-Künstlern über 50 gemalt werden - und die sind in der Lage, sehr professionelle, detaillierte Anime-ähnliche Illustrationen direkt aus einem Studio-Ghibli-Film zu erschaffen (was ehrlich gesagt auch überraschend ist), machen dann aber zufällige Fehler wie die Schnurrhaare oder ein Fenster.]

Der Thread wuchs in drei Tagen auf 58 Beiträge. Am 16. September meldete sich Paval85, selbst Illustrator: Er will in einem offiziellen Prozess-GIF des Verlags Muster erkannt haben, wie sie eine Bild-KI beim erneuten Berechnen eines vorhandenen Bildes hinterlässt, und hält sich dabei für hundertprozentig sicher. Das ist seine Deutung, kein Messwert. Zwei weitere Backer begründeten ihren Ausstieg nicht mit dem Verdacht allein, sondern mit der Kommunikation: Einer will keine Zeit damit verbringen, Hinweise zu suchen und Ermittlungen anzustellen. Ein anderer formulierte es als Geschäftsprinzip: Wer KI-Bilder nutzen wolle, dürfe das; problematisch werde es erst, wenn er ein Produkt verkaufe und die Herkunft der Bilder anders darstelle, als sie ist.

Die Kritikerinnen und Kritiker laufen an einer Stelle zusammen. schreibt Starshipmafia auf der BGG-Plattform:

"All it would take to quell this discussion is the designer or the publisher to say ‘we did not use AI at any stage during the creation of this game’. The fact that that simple statement hasn't been made speaks volumes to me." [Übersetzung: Alles, was nötig wäre, um diese Diskussion zu beenden: Der Designer oder der Verlag sagt „Wir haben zu keinem Zeitpunkt der Entstehung dieses Spiels KI genutzt“. Dass diese einfache Aussage nicht kommt, sagt mir eine Menge.]

Was der Designer einräumt und was nicht

Am 15. September antwortete Lukasz Berdowski, im Thread "Berdo" genannt, mit einem Statement von rund 2.500 Wörtern. Er erklärt darin einzelne Angriffspunkte: Die Schnurrhaare an ungewöhnlichen Stellen seien normale Katzenanatomie und beim Malen bewusst mit breiten, schnellen Strichen angelegt worden. Bei einem Auge räumt er einen echten Fehler ein: Eine Arbeitsfassung mit noch nicht angepassten Pupillen sei ihnen durchgerutscht. Zu den Vorwürfen um die Bildhistorie schreibt er:

"Please bear in mind that all the concepts and concept art, as well as much of the artwork, came to life before AI was really much of a thing. ... Had I anticipated that, I would have taken much more care with the behind-the-scenes materials and created a lot more of them." [Übersetzung: Bitte bedenkt, dass alle Konzepte und das Konzept-Artwork sowie ein großer Teil der Illustrationen entstanden, bevor KI wirklich ein Thema war. ... Hätte ich das vorausgeahnt, hätte ich viel mehr Sorgfalt auf die Behind-the-Scenes-Materialien gelegt und weit mehr davon angelegt.]

Auffällig an dem Text, und genau das ist der Dreh dieses Artikels: Das Statement erklärt Fehler einzeln, ordnet die Entstehungszeit ein - den einen Satz, den Starshipmafia und andere fordern, eine kategorische Feststellung zur KI-Nutzung, enthält er nicht. Auch die Redaktion stellt ihn im Thread nicht fest. Belegen lässt sich damit nur die Abwesenheit des Satzes, nicht das, was er bestätigen oder ausschließen würde. Der Thread selbst wurde unterdessen rauer: Der Fragesteller räumte ein, für die Aktion einen frischen Account angelegt und seinen Originalpost nachträglich verändert zu haben; mehrere Einträge wurden laut Plattform-Hinweis von Moderatoren entfernt.

 

Die Gegenwehr und 284.423 Euro, die trotzdem fließen

Denn der Thread hat auch eine zweite Seite, und die ist personell schwerer als Verdächtigungen. Eine Tierärztin widerspricht dem angeblichen Schnurrhaar-Fehler. schreibt Kittykatkat auf der BGG-Plattform:

"Cats do not only have whiskers next to their nose. They have several groups of tactile hairs in different parts of the face. ... So the whiskers in different places on the face are not random. That is actually normal feline anatomy. ... But there is a difference between asking why something looks a certain way and already describing it as a mistake and then asking the creator to explain themselves." [Übersetzung: Katzen haben nicht nur Schnurrhaare neben der Nase. Sie haben mehrere Gruppen von Tasthaaren in verschiedenen Teilen des Gesichts. ... Dass Schnurrhaare an verschiedenen Stellen im Gesicht sitzen, ist also nicht zufällig, das ist normale Katzenanatomie. ... Aber es ist ein Unterschied, zu fragen, warum etwas aussieht wie es aussieht - und es vorher schon als Fehler zu bezeichnen und dann den Schöpfer um Rechenschaft zu bitten.]

Ein Künstler, der für dänische Werbeagenturen arbeitet und nach eigenen Angaben einen frühen Prototypen mit reinen Aquarellen gespielt hat, wird deutlicher. schreibt DiceManager auf der BGG-Plattform:

"I know what I am talking about, and I find the claim that this artwork is consistent with AI-generated imagery difficult to take seriously. It is not. Not even close. I see AI at work everyday. It is not it. ... I see absolutely no indication of AI-generated artwork here." [Übersetzung: Ich weiß, wovon ich rede, und die Behauptung, diese Illustrationen entsprächen KI-generierten Bildern, kann ich nicht ernst nehmen. Tun sie nicht. Nicht im Ansatz. Ich sehe jeden Tag bei der Arbeit, wie KI aussieht. Das hier ist es nicht. ... Ich sehe hier absolut keinen Hinweis auf KI-generierte Illustrationen.]

Weitere Verteidiger erklären das berüchtigte blaue Fleckchen im Prozess-GIF als Masking Fluid [Abdeckflüssigkeit in der Aquarelltechnik, die trocknet und die darunterliegende Farbe schützt], eine Übersetzerin beklagt haltlose Vorwürfe mit enormem Schaden, und ein Nutzer hält den Thread für eine von vornherein zielgerichtete Kontroverse. Der Ausgang der Bildfrage ist offen - beide Lager berufen sich auf Fachwissen, keins bringt ein belastbares Artefakt bei.

Der Rest der Zahlenwelt kümmert das wenig: Die Kampagne startete am 8. September, erhielt Staff-Pick-Status, schaltete am 14. September ein weiteres Finanzierungsziel frei, bei dem die Community einen Kater benennen darf (138 Beiträge allein in diesem Thread), und steht beim Abruf am 17. September bei 284.423 Euro von 2.134 Bestellungen - über 1.400 Prozent des Zieles von 20.000 Euro. Am 12. September lag Catvale auf Hotness-Platz 25, am 17. September auf Platz 1. Ob die Debatte den Sprung ausgelöst hat oder die laufende Kampagne mit ihrem Staff Pick, lässt sich aus den Quellen nicht hart beweisen; zeitlich lief die Eskalation direkt voran. Die Bewertung von 8,27 bei 43 Stimmen und die Komplexität 2,83 bei 6 Stimmen sind derweil Standbilder mit dünner Basis - gespielt ist das Spiel noch kaum.

Einordnung aus unserer Redaktion: Catvale ist kein Sonderfall. In unserem Artikel über Warnlisten, Boykotts und den Verdacht gegen KI-Bilder auf BGG haben wir genau das Muster beschrieben: die Szene prüft bei Illustrationen inzwischen Misstrauen, bevor sie fragt. Bei Catvale entscheidet sich gerade, ob ein langes Statement ohne den einen Satz dafür genügt. Die Zahl der Bestellungen zeigt bisher: für viele offenbar schon.

Quellen

Published — 16. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Rechtsstreit Marler gegen Smith: Der Kampf um den richtigen Gerichtsort

Rechtsstreit Marler gegen Smith: Der Kampf um den richtigen Gerichtsort

Der Rechtsstreit zwischen Game-Night-Picks-Kopf Chaz Marler und Watch-It-Played-Betreiber Rodney Smith geht in die nächste Runde: Gerade wird um den zuständigen Gerichtsort gestritten, und der BGG-Thread mit 237 Beiträgen lebt wieder auf.

Vor US-Gerichten entscheidet oft der Ort mit über den Ausgang eines Streits. Am 20. April reichte Chaz Marler von Game Night Picks Klage gegen Rodney Smith ein, Betreiber von Watch It Played, einem bekannten Kanal für Regelerklärungen. Der große Thread auf BoardGameGeek zählt inzwischen 237 Beiträge. Der aktuellste Bericht: Der Fall liegt womöglich längst nicht mehr beim ersten Gericht; Marler will ihn zurückholen. Alles aus der Klage bleibt als Behauptung einer Seite markiert.

Published — 15. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Wenn die Öko-Tüte zerfällt: Stonemaires Nachhaltigkeitsexperiment und seine Lehren

Wenn die Öko-Tüte zerfällt: Stonemaires Nachhaltigkeitsexperiment und seine Lehren

Ein Verlag wollte Tüten, die von selbst verschwinden, und scheiterte am Material, nicht an der Absicht: Das Reddit-Foto einer zerfallenen Charterstone-Box ist die späte Quittung für ein Experiment aus dem Jahr 2021.

Am 6. September 2026 postete u/William_Knott auf Reddit ein Foto aus einer Charterstone-Box: keine der kleinen Tüten war ganz geblieben. „I can see why Stonemaier gave up on the environmentally-friendly bags" heißt der Titel des Posts, und er klingt nach frischer Meldung, obwohl die Geschichte drei Jahre alt ist. Der Abschied von den biologisch abbaubaren Beuteln fiel schon Ende 2023. Der späte Post taugt trotzdem als Rückblick, denn er führt zu einem ehrlichen Versuch, einem ungeeigneten Material und einer deutschen Entsorgungsrealität, in der diese Tüten selbst intakt falsch gewesen wären.

Stonemaier-Tüten
2021
offizieller Umstieg auf abbaubare Beutel
9.11.2023
öffentliche Stopp-Bestätigung im Blog
über 1 %
Kunststoffanteil, ab dem Kompost nicht mehr als verwertbar gilt (Stand 2025)
6.9.2026
Reddit-Foto der zerfallenen Box
VerlagStonemaier Games
PersonenJamey Stegmaier (antwortet seit 2023 persönlich auf Nutzerberichte), u/William_Knott (Reddit-Foto vom 6. September 2026)
DatenUmstellung angekündigt 2.9. und 8.11.2021 · Stopp bestätigt 9.11.2023 · Normalplastik formal 3.12.2023 · Begründungsartikel 15.1.2024
Betroffen laut NutzerberichtenWingspan, Tapestry, Viticulture: Essential Edition, Rolling Realms, Scythe; Charterstone nur als Foto-Befund
Nach dem StoppNormalplastik in reduzierter Menge, Papier-Umwicklung für Karten; als Einweg-Relikt bleibt die Außen-Schrumpffolie
Deutsche Entsorgungslageabbaubare Plastikbeutel nicht in die Biotonne, Kompostieranlagen können sie nicht von normalem Plastik unterscheiden (UBA)
Regelndie Norm EN 13432 gilt nur unter Industrie-Kompost-Bedingungen (DUH), die EU-Verpackungsverordnung ist seit 12.8.2026 verbindlich
Mechaniken: Branche Nachhaltigkeit Material Wingspan Stonemaier Games

Das Versprechen: Tüten, die nicht zerfallen

Begonnen hat die Geschichte im Stonemaier-Blog. In der Reihe „Are Our Games Eco-Friendly?" arbeitete sich der Verlag 2021 durch sein Material. Teil 1 vom 2. September kündigte an, für Aufbewahrung nur noch abbaubaren Kunststoff zu verwenden. Teil 2 vom 8. November machte daraus eine Umstellung: Alle neuen Spiele und alle Wiederauflagen ersetzten ihre Plastikbeutel durch biologisch abbaubare. Die Änderung, heißt es dort, sei „surprisingly expensive" gewesen, also überraschend teuer; darum wurde gleich die Zahl der Beutel reduziert. Über die Haltbarkeit schreibt Jamey Stegmaier im Blog:

"These bags are fully functional - they're not going to disintegrate or get all goopy." [Übersetzung: Diese Beutel sind voll funktional - sie werden sich nicht auflösen oder ganz schmierig werden.]

Genau das trat ein, bloß andersherum. Was in den Beuteln steckt, blieb lange vage: Erst der Begründungsartikel von 2024 lieferte die Materialinfo: Die Beutel seien „typically sourced from corn", stammten also meist aus Mais. Von PLA, dem üblichen Kunststoff aus Stärke, war offiziell nie die Rede. Die ersten Zweifel meldete der Verlag selbst: Am 2. August 2023 räumte Stegmaier im Kommentarfeld des Blogeintrags „Word of Mouth" für Expeditions ein, dass die Beutel „tend to tear at the top", also oben einreißen. Sie seien „a component we've used for a few years" - wann genau die ersten Spiele sie bekamen, ist bis heute undokumentiert.

Der Stopp: Ende 2023, mit Ansage

Zum offenen Bruch kam es im November 2023. Unter dem Blogeintrag über Wingspans Öko-Umbau meldete Kourt Bacon, die Tüten eines frisch gekauften Wingspan seien „tattered beyond use", unbrauchbar zerfetzt. Darauf schreibt Stegmaier am 9. November 2023 auf dem Blog:

"We switched to biodegradable bags for a while, but many of them don't seem to have any durability. The good news is that games (and our lives) are full of plastic bags to use instead, and we've stopped making that type of bag until we can find a better eco-friendly option." [Übersetzung: Wir haben eine Zeit lang biologisch abbaubare Beutel genutzt, aber viele von ihnen scheinen keinerlei Haltbarkeit zu haben. Die gute Nachricht ist, dass Spiele (und unser Leben) voller Plastikbeutel sind, die man stattdessen nehmen kann, und wir haben aufgehört, diese Art Beutel herzustellen, bis wir eine bessere umweltfreundliche Möglichkeit finden.]

Am 3. Dezember 2023 stand dieselbe Erkenntnis als Update im Beitrag selbst: Die Haltbarkeit habe „not been up to our standards", man sei auf „regular plastic bags (but only a necessary quantity)" umgestiegen, also Normalplastik, immerhin in verkleinerter Menge. Der Artikel vom 15. Januar 2024 machte daraus eine Materialdiagnose: maisbasierte Beutel seien „much less durable and much easier to tear, rendering them useless", schlicht unbrauchbar. Auf BGG ergänzte Stegmaier am 10. Juni 2024 die Szene: Die Beutel seien „falling apart way too fast, often before the customer even opened the box"; man suche weiter nach Alternativen.

Die Meldungen rissen danach nicht ab. Seit 2023 berichten Spielende auf BoardGameGeek und Reddit über zerfallende Beutel bei Wingspan, Tapestry, Viticulture: Essential Edition, Rolling Realms und Scythe, oft bei Neuware, nicht nur bei alten Boxen. Auf der Wingspan-Produktseite verwies der Verlag am 1. August 2024 auf den Bestand: „recently switched to normal plastic bags"; als Ersatz tauge, wörtlich, „any spare plastic bag will do just fine". Als ein Nutzer im Juli 2025 die zerfaserten Zip-Beutel seiner Viticulture-Box meldete, antwortet Jamey Stegmaier auf BGG:

"This is common. For about a year we tried using biodegradable bags...and then this started happening. We stopped using them around 2 years ago." [Übersetzung: Das ist üblich. Etwa ein Jahr lang haben wir biologisch abbaubare Beutel genutzt ... und dann fing das an. Wir nutzen sie seit etwa zwei Jahren nicht mehr.]

Als Faktor gilt Feuchtigkeit. Wie unterschiedlich die Beutel überstanden, schreibt eine Kommentierende unter dem Reddit-Post:

"My Charterstone bags held up fine for years, but a friend in a more humid climate opened his copy and they basically crumbled the same way." [Übersetzung: Meine Charterstone-Beutel hielten jahrelang einwandfrei, aber ein Freund in einem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit öffnete sein Exemplar, und sie fielen im Grunde genauso auseinander.]

Ganz öko war auch die Zeit nach dem Stopp nicht: Karten werden seit Dezember 2024 mit Papier umwickelt, und als einziges nicht abbaubares Einwegprodukt, so Stegmaier am 25. Dezember 2024, bleibe die Schrumpffolie außen an der Box. Ob in einer bestimmten Box je Eco-Beutel steckten, hat der Verlag nie dokumentiert. Auch das Charterstone-Foto bleibt damit ein Nutzerbefund, kein Verlagsnachweis.

 

Der deutsche Dreh: selbst intakte Tüten wären verbrannt worden

Wichtig für die deutsche Debatte: Selbst funktionierende Beutel wären hierzulande im System gescheitert. Das Umweltbundesamt hält fest: Abbaubare Plastikbeutel gehören nicht in die Biotonne, weil Kompostieranlagen sie nicht von normalem Plastik unterscheiden können; sie werden aussortiert und verbrannt. Das Bundesumweltministerium nennt kompostierbare Verpackungen in seiner FAQ keine gute Alternative, denn Kunststoffreste im Kompost ließen sich nicht sicher ausschließen. Die Deutsche Umwelthilfe zeigte im Produktecheck: Als kompostierbar gilt ein Material nach Norm EN 13432 nur unter Idealbedingungen industrieller Kompostierung. Und seit Mai 2025 gilt nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe die aktualisierte Bioabfallverordnung: Enthalten Bioabfälle mehr als ein Prozent Kunststoff, gilt der gewonnene Kompost nicht mehr als verwertbar. Die Öko-Tüte war damit doppelt am falschen Ort: im Regal zu fragil, in der Tonne fehl am Platz.

Solche Zielkonflikte sind kein Stonemaier-Problem allein. Roger Lewin analysierte am 14. August 2026 auf Teilzeithelden die Nachhaltigkeit der Tabletop-Produktion, nannte den Stonemaier-Umstieg ausdrücklich und warnte: „Das FSC-Zeichen auf einem Spiel garantiert nicht, dass jeder Papierbestandteil zertifiziert ist." Seit dem 12. August 2026 ist zudem die EU-Verpackungsverordnung verbindlich. Bemerkenswert bleibt an Stonemaier vor allem die offene Dokumentation: Der eigene Begründungsartikel von 2024 ist offener als viele Nachhaltigkeitsbroschüren der Branche. Massenfertigung, heißt es dort, sei prinzipiell nicht nachhaltig; Öko-Komponenten kosten mehr, ohne dass die Preise stiegen; und eine eigene, von außen ungeprüfte Kundschaftsbefragung habe ergeben, dass über 90 Prozent der Kundschaft grüne Bemühungen honorieren.

Wer heute über Öko-Verpackungen für Spiele entscheidet, muss deshalb zwei Fragen beantworten: Halt das Material ein Spieleleben lang? Und kommt es in den Tonnen der Länder an, in denen die Spiele landen? Die zerfallene Charterstone-Box von 2026 ist weniger eine Spottmeldung als ein Lehrstück über Materialien, die beiden Anforderungen nicht standhielten.

Quellen

Des einen Müll ist des anderen Schatz

Schnick Schnack & Schmuck

Ich habe im Juni einen Artikel über ein zu der Zeit laufendes Projekt der Spieleschmiede geschrieben und mich damit schwer getan, eine Übersetzung für “Trinket Trove” vorherzusagen. Das Team von Mirakulus hat, wie ich finde, mit “Schnick Schnack & Schmuck” einen sehr eingängigen und passenden Titel gefunden.

Es kann nur einen geben, aber dafür in verschiedenen Versionen

Excalibur

Die B-Rex-Tage 2026 in Merseburg boten mir die Möglichkeit, ein Spiel auszuprobieren, bei dessen Kampagne in der Spieleschmiede ich durchaus versucht war, aber mich dann doch gegen eine Unterstützung entschied. Mir ist kein Spiel bekannt, was besser dorthin gepasst hätte, schließlich wurden für die Collector’s Edition gleich drei 20 cm lange Schwerter aus Metall “geschmiedet”.

Published — 14. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Magic als Rentenplan? Was alte Kartons plötzlich wert sind

Magic als Rentenplan? Was alte Kartons plötzlich wert sind

Auf BoardGameGeek durchwühlen ehemalige Magic-Spielende alte Kartons und finden kleine Vermögen; die Redaktion prüft sie gegen echte Zahlen, Euro-Preise und das Finanzamt.

Rund fünfundzwanzig Jahre hatte MWChapel2 kein Magic mehr gespielt. Als ihn sein Sohn bat, aus einer alten 5th-Edition-Box ein Geschenkdeck für dessen besten Freund zu bauen, hielt der Vater eine Karte für 2,49 Dollar. Vom Sohn kam ein klares: NO, Two hundred and forty nine dollars. Bei dutzenden Karten stand am Ende ein Geschenkdeck für rund 200 Dollar. Und eine Frage, die seitdem durch den Thread geistert: Wie viele alte Kartons sind eigentlich ein Sparkonto mit Wartezeit?

Fakten
249 USD
Dollar kostete die Karte, die MWChapel2 für 2,49 Dollar hielt (BGG-Thread)
+62 %
Tabletop-Wachstum im Hasbro-Geschäftsjahr 2025
56.100 €
Black Lotus (Alpha), günstigstes Angebot auf Cardmarket, Stand 3. Juli 2026
76 %
der ausgereiften Sets mit Wertzuwachs in 90 Tagen (TCGIndex, Einzelquelle)
Mechaniken: Branche Community Sammelkarten

Fundstücke: Vom Dachboden in die Preisliste

MWChapel2 hatte dem Kind sein 200-Dollar-Deck gebaut und wollte nur noch wissen, was in seinen eigenen Kisten liegt; beschriftet mit dem Hinweis 'IN CASE OF FIRE, SAVE ME'. Die Antwort der Community: womöglich deutlich mehr als erwartet. schreibt MWChapel2 auf der BGG-Plattform:

"I mean, Jesus...what the hell is going on with MtG? And I haven't even cracked open my earlier boxes of Magic." [Übersetzung: Ich meine, Jesus ... was zur Hölle ist hier mit Magic los? Und meine früheren Kartons habe ich noch gar nicht geöffnet.]

Deutlicher wird es nur bei craw-daddy. Er verkaufte vor einigen Jahren die Sammlung seiner Frau und die eigene: rund 10.000 Karten, meist einzeln, der Rest als Bundles. Nach Auktionsgebühren, Versand und Versicherung blieben etwa 43.000 Dollar. schreibt craw-daddy auf der BGG-Plattform:

"Not exactly retirement money, but I never had any of the “Power 9”, and only had a few Unlimited cards" [Übersetzung: Nicht gerade Rentengeld, aber ich hatte nie eine der „Power 9“, und nur ein paar Unlimited-Karten.]

Und dann ist da noch acehawkster1973. schreibt acehawkster1973 auf der BGG-Plattform:

"I sold my dual lands to pay towards my eldest daughters wedding." [Übersetzung: Ich habe meine Dual Lands verkauft, um die Hochzeit meiner ältesten Tochter mit zu finanzieren.]

Dazu liefert acehawkster1973 gleich den nüchternsten Satz des Threads: Für eine Karte, die online mit über 2.000 Pfund notierte, bekam er 700 Pfund, denn beim Onlineverkauf gewinnt meist der Schnellste. Listenpreis ist nicht Verkaufspreis. adel9591 erinnert außerdem daran, dass aus der Alpha-Edition inzwischen selbst einfache Länder über 50 Dollar kosten; sein Rat, teure Stücke über einen Nachtrag zur Hausratversicherung abzusichern, stammt aus der Community, nicht von uns. Und ja, durch den Thread zieht sich der Running Gag vom Banana Stand, dem Versteck der alten Kisten: „In case the Banana Stand ever burns down“, sprich: Diebe und Brandstifter mögen das Sparschwein verschonen.

 

Warum alte Karten plötzlich Geld wert sind

Wer den Thread liest, bekommt die Markterklärung gleich mitgeliefert - schreibt asmallcat auf der BGG-Plattform:

"it's magic's list of cards never to be reprinted that is really the cause of older cards being absurdly expensive" [Übersetzung: Es ist Magics Liste der Karten, die nie nachgedruckt werden, die ältere Karten absurd teuer macht.]

Gemeint ist die Reserved List: die Zusage von Wizards of the Coast, die Karten auf dieser Liste nie in funktional gleicher Form neu aufzulegen. Sie wurde 1996 verkündet, zuletzt 2010 überarbeitet; an der Liste selbst stand 2002 die letzte Änderung. Die These, Wizards habe die Liste 2024 umdefiniert, trägt keine belastbare Quelle. Viele der geschützten Karten stammen aus den ersten Jahren nach 1993, und sie sind im populären Format Commander erlaubt, das praktisch die ganze Magic-Historie zulässt. toadheart führt die Preise im Thread außerdem auf die endlosen Spielvarianten und eine Kultur, Sammelkarten als Spekulationsanlage zu behandeln; beides nehme seit der Pandemie Fahrt auf. asmallcat ergänzt im Thread: Spekulanten nutzten die Verknappung der Reserved-List-Karten gezielt aus und kauften große Mengen auf.

Dass dahinter kein Flohmarkt mehr steht, zeigen die Firmenzahlen. Im Geschäftsjahr 2025 kam das Segment Wizards of the Coast auf 2.186,9 Millionen Dollar Umsatz, 45 Prozent mehr als im Vorjahr; das Tabletop-Geschäft wuchs um 62 Prozent, wie BoardGameWire am 11. Februar 2026 über die Hasbro-Bilanz berichtete. Die Marke Magic bezifferte Hasbro in der Telefonkonferenz auf rund 1,72 Milliarden Dollar Jahresumsatz (plus 59 Prozent), rund 37 Prozent des Konzerngeschäfts; diese Zahl ist eine Hasbro-Angabe aus dem Earnings Call, belegt über die Presse. Im ersten Quartal 2026 wuchs das Segment um 25,9 Prozent auf 582 Millionen Dollar, und Finanzchefin Gina Goetter zufolge trägt Wizards den Rest des Konzerns praktisch allein.

Wie geordnet sich die Preise bewegen, hat die Preisdienst-Seite TCGIndex gemessen (Stand 10. Juli 2026, eine Einzelquelle): Von 394 ausgewerteten Sets galten 300 als ausgereift; 76 Prozent davon legten in 90 Tagen zu, im Schnitt 8 Prozent pro Set. Die Entwicklung sei breit und stabil, kein Hype. Nur die Produktionsjahre um die Jahrtausendwende kommen nicht mit, die Analyse nennt sie einen „value graveyard“, einen Wertefriedhof. Einen Nachfrage-Booster liefert der Hersteller selbst: Das Fan-Format Pre-Modern, 2012 für Karten vor dem Rahmenwechsel von 2003 erfunden, ist seit dem 25. Februar 2026 offiziell auf Magic Online. Und laut ICv2 vom 24. Oktober 2025 lagen die Backlist-Umsätze, also die mit älteren Sets, bereits im dritten Quartal 2025 um 70 Prozent über dem gesamten Vorjahr.

Wer jetzt nur Chance liest, sollte die andere Hälfte der Berichterstattung kennen. Das Wall Street Journal schrieb im September 2025 über Sammelkarten als 'risky speculation', freilich über Pokémon, nicht über Magic; die Parallele ist unübersehbar. CNBC warnte am 29. März 2026, bei Sammelkarten könnte es ein 'Beanie Baby-Ding' werden, also ein Wertvergnügen wie die Plüschtiere der Neunziger, deren Preise einst über Nacht verdampften. Dazu kommen die Risiken des Handelsalltags: Nachdruck, Bann, Fälschungen. Und wer nicht selbst verkauft, sondern an Ankaufsdienste gibt, bekommt laut dem deutschsprachigen Guide des Ankaufhändlers Big O Cards (22. Juli 2025) meist nur 70 bis 75 Prozent des Listenwerts; Preise aus Scanner-Apps gibt der Markt ohnehin selten her.

 

Deutschland: Euro-Preise, Warentest, Finanzamt

In Deutschland läuft der Handel über Cardmarket: 2007 von dem damals 20-jährigen Magic-Spieler Luis Torres gegründet, heute Europas größte TCG-Handelsplattform mit Sitz in Berlin. Das Transaktionsvolumen gab Geschäftsführer Robert Giel 2026 im Forbes-Interview mit 417 Millionen Euro an, dazu 735.000 aktive Kaufende und 115 Mitarbeitende. Das ist der Bruttowarenwert aller Verkäufe, nicht der Umsatz der Firma.

Was die Klassiker in Euro kosten, zeigt eine Preislisten-Auswertung von Three for One Trading (Stand 3. Juli 2026, günstigstes Angebot): Black Lotus aus der Alpha-Edition ab 56.100 Euro, die Beta-Fassung ab 21.000 Euro, Unlimited ab 10.995 Euro. Ein seriell nummerierter Elven-Sol Ring aus Der Herr der Ringe stand bei bis zu 108.243,94 Euro.

Dass Preisliste und Verkaufserlös zwei Welten sind, erlebte acehawkster1973 mit seinen 700 Pfund; das deutsche Beispiel liefert Das Investment mit der Karte Platinum Angel: Angebote zwischen 900 und 3.000 Euro, letzter realer Verkauf 550 Euro. Auf dem deutschen Magic-Forum formuliert Moderator Nekrataal die Regel dahinter pointierter - schreibt Nekrataal auf mtg-forum.de:

„Wer Non Reserved List Karten als langfristiges Anlageobjekt versteht, hat den Markt nicht verstanden."

Und die Verbraucherschützer? Stiftung Warentest, deren Ratschlag am 28. Juli 2026 auch bei n-tv stand - sagt Philip Chorzelewski bei n-tv:

„Als Geldanlage empfehlen wir den Handel mit Sammelkarten nicht, da es ein rein spekulatives Geschäft ist."

Genannte Risiken: Nachdruck, Bann, Fälschungen, manipulierte Booster. Und falls trotz allem ein Verkauf läuft, interessiert das Finanzamt: Liegen zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr, muss der Gewinn versteuert werden (Paragraf 23 EStG); danach ist er meist steuerfrei. Die 1.000 Euro pro Jahr sind eine Freigrenze, kein Freibetrag, einmal überschritten zählt der ganze Gewinn. Wer regelmäßig und groß handelt, rutscht in die Gewerblichkeit. Das ist ein Hinweis auf die Rechtslage nach Angaben der Kanzlei Herfurtner vom 18. November 2024, keine Rechtsberatung.

Der Thread selbst hat die bessere Bilanzzeile schon geschrieben, kurz vor dem Ende - schreibt TimTam232 auf der BGG-Plattform:

"There are no pockets on a funeral shroud." [Übersetzung: Am Leichentuch gibt es keine Taschen.]

 

Quellen

Published — 13. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Bruno Faidutti und die Box-Öffner: Was Unboxing-Videos wirklich leisten

Bruno Faidutti und die Box-Öffner: Was Unboxing-Videos wirklich leisten

Der Autor von Citadels fragt auf BoardGameGeek, wozu Videos vom Auspacken und Sortieren neuer Spiele gut sein sollen: Die Community kontert mit Betrugscheck, Versionsvergleich und Medienkritik.

Auf BoardGameGeek (BGG), dem Forum der Szene, hat am 10. September der Account faidutti gefragt, warum immer mehr Menschen dabei filmen, wie sie ein Spiel auspacken und die Teile sortieren. Hinter dem Account steht Bruno Faidutti, der Autor von Citadels - ein Name der ersten Stunde, das gibt der Frage Gewicht. Das Forum antwortet ausführlich: 91 Beiträge sind zusammengekommen, und ein großer Teil davon verteidigt die Videos. Mit praktischen Argumenten. Und mit ein paar Stimmen, die über die Frage selbst hinausgehen.

Published — 12. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Bohnanza zurück auf Platz 41 der BGG-Hotness - warum ausgerechnet jetzt?

Bohnanza zurück auf Platz 41 der BGG-Hotness - warum ausgerechnet jetzt?

Ein 29 Jahre altes Kartenspiel kehrt in die Top 50 der BGG-Hotness zurück. Der Auslöser ist eine frische US-Ausgabe, in der aus Bohnen Chilis werden.

Auf der BGG-Hotness-Liste dominiert die Frischware: Die Top 3 heißen Cola Wars, Timespan und Lionwake. Und trotzdem steht am 11. September 2026 ein Kartenspiel von 1997 in den Top 50: Bohnanza, auf Rang 41. Nach Ticket to Ride (2004, Rang 12) ist Uwe Rosenbergs Klassiker der einzige Vor-2005-Titel der Liste und der einzige aus den 90er-Jahren. Warum steigt ein 29 Jahre altes Kartenspiel wieder in die Top 50 auf?

Steamforged Games: Löschungsankündigung im britischen Handelsregister, fünf Tage später zurückgenommen

Steamforged Games: Löschungsankündigung im britischen Handelsregister, fünf Tage später zurückgenommen

Anfang September kündigte das britische Handelsregister die Zwangslöschung von Steamforged Games an, fünf Tage später war das Verfahren eingestellt. Der Jahresabschluss ist weiter überfällig, und über den Büchern liegen Crowdfunding-Zusagen von über 15 Millionen Pfund.

Registerdaten am 11.09.2026 direkt beim UK-Handelsregister abgerufen; Firmen-Statement im Original zitiert, Übersetzungen eigenständig.

An einem Dienstag Anfang September stand für Steamforged Games im britischen Handelsregister die erste Bekanntmachung der Zwangslöschung. Fünf Tage später vermerkte die Behörde, dass das Verfahren eingestellt ist. Das Unternehmen führt sich weiter als "Active", doch der Jahresabschluss liegt seit Juni im Verzug, die Belegschaft ist nach zwei Entlassungswellen kleiner, und sieben Crowdfunding-Kampagnen mit Millionenvolumen sind noch nicht ausgeliefert. Auf der einen Seite ein Statement, das auf eine saubere Weste verweist. Auf der anderen Seite eine Community, die in der Registerakte nachliest.

Published — 11. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Cola Wars: Warum steht ein 4,4-bewertetes Spiel auf Platz 1 der BGG-Hotness?

Cola Wars: Warum steht ein 4,4-bewertetes Spiel auf Platz 1 der BGG-Hotness?

Die BGG-Hotness misst Aktivität, nicht Qualität: Cola Wars liegt wegen einer KI-Kunst-Kontroverse um seine laufende Crowdfunding-Kampagne ganz oben - bei einer Bewertung von nur 4,4 von 10.

Cola Wars thront aktuell auf Platz 1 der Hotness-Liste von BoardGameGeek (BGG). Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, denn die durchschnittliche Bewertung des Spiels liegt bei mageren 4,4 von 10 Punkten. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, wundert sich zu Recht. Die Erklärung steckt weniger im Spiel selbst als in einer Kontroverse, die vor wenigen Tagen durch die Community fegte: dem Vorwurf, die Kampagne nutze unerklärte KI-generierte Kunst.

Ein Schaf gab mir den Auftrag, die Farbe im Wald aufzufrischen

Quest GmbH & Co. KG

Und wenn dieser Titel dich noch nicht verschreckt hat, gehörst du sicherlich zum Zielpublikum von “Quest GmbH & Co. KG”, dem humorvollen Fantasy-Auktionsspiel, bei dem man als ungewöhnlicher Charakter ungewöhnliche Aufträge von ungewöhnlichen Auftraggebern erhält und erfüllt.

Published — 10. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Wenn der Kobold friert - Expedition als Schiebepuzzle

Borealis

Die Bischofsburg in Schkopau am Morgen des zweiten Tages der B-Rex Spieltage: Wir lassen uns “Borealis: Expeditionen in die Arktis” erklären, um es anschließend zu spielen. Die Erklärung war so gut, dass ich mitten in der folgenden Nacht noch in der Lage war,  trotz vieler anderer dazwischen liegenden Neuheiten, die ich dazwischen gespielt habe, es selbst der nächsten Gruppe beizubringen. Vielen Dank an dieser Stelle an Izy stellvertretend für alle anderen Erklärbären, ohne die solche Events nicht möglich wären. Gewonnen habe ich keine der beiden Partien.

Published — 08. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Das Spiel mit dem merkwürdigen Namen, dessen Bedeutung ich erst googlen musste

Yonder

“Wenn ich den Oger nun bei dir Erz sammeln lasse, muss ich mich nicht um seine Verpflegung kümmern und bei dir verhungert ein Zwerg” und ähnliche Gedanken hatte ich beim Spielen von Yonder, einem Arbeiter-Einsetz Spiel mit Arbeitern, die aus einem typischen Fantasy-Setting stammen.

Published — 07. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Crowdfunding-Horror: The Crypto Plug - ein Brettspiel über Krypto, das mit 40 von 50.000 Dollar kämpft

Crowdfunding-Horror: The Crypto Plug - ein Brettspiel über Krypto, das mit 40 von 50.000 Dollar kämpft

Auf Kickstarter hofft The Crypto Plug darauf, 50.000 US-Dollar einzusammeln - ein Brettspiel, das Krypto und Finanzen vermitteln soll. Bislang sind es 40 US-Dollar von zwei Backern, und ein vergessener ChatGPT-Prompt im Storytext hat die Community auf den Plan gerufen.

Das Projekt „The Crypto Plug - The Board Game That Teaches Money" (Das Brettspiel, das Geld erklärt) stammt von Andrew Pick, der auf Kickstarter unter dem Namen „apinvations" auftritt. Versprochen wird ein kompetitives Strategiespiel für zwei bis sechs Personen mit 60 bis 90 Minuten Spielzeit ab 12 Jahren, das Finanz- und Kryptowissen vermitteln will: „Build your crypto empire, dodge Rug Pulls, survive Crypto Winter, and race to the Cold Vault." (Auf Deutsch: „Baue dein Krypto-Imperium, weiche Rug Pulls aus, überlebe den Krypto-Winter und renne zum Cold Vault.") Die Kampagne läuft 60 Tage, startete Ende August oder Anfang September 2026 und endet am 31. Oktober 2026. Zum Stand vom 04. September 2026 sind von den 50.000 US-Dollar Ziel erst 40 US-Dollar eingegangen, gesammelt von zwei Backern. Das sind 0,08 Prozent des Ziels. Die Kampagne ist faktisch gescheitert, auch wenn sie noch bis Ende Oktober weiterläuft.

Was ist gutes Spiel? Die Community streitet über einen philosophischen Essay

Was ist gutes Spiel? Die Community streitet über einen philosophischen Essay

Ein Thread auf BoardGameGeek entzündet sich an einem philosophischen Essay über unstrukturiertes Spiel. Während einige die These als absurd ablehnen, sehen andere darin einen wichtigen Gegenentwurf zum Alltag der Erwachsenen.

An einem ganz gewöhnlichen Dienstag hat Nutzer lorax21 auf BoardGameGeek einen Link geteilt. Darunter: ein Essay der Plattform Aeon mit dem Titel "Play is doing its work" (sinngemäß: "Spiel erledigt seine Arbeit") von Justin Neuman, Englisch-Professor an der The New School in New York. Lorax21 schrieb dazu, er wisse nicht, wie viel er davon teile - aber zum Nachdenken bringe es ihn. Viel mehr braucht es offenbar nicht: Der Thread wuchs auf 20 Beiträge an und entwickelte sich zur wohl tiefsten philosophischen Debatte des Tages in der Community - mit mehreren Verästelungen, die weit über den ursprünglichen Essay hinausgehen.

Published — 03. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Zerstören Promo-Karten das Gleichgewicht? Die Community streitet

Zerstören Promo-Karten das Gleichgewicht? Die Community streitet

Eine Space-Base-Promo-Karte von der GenCon wirft eine alte Frage neu auf: Machen Promo-Karten Spiele kaputt, oder ist genau das ihr Zweck? Die BGG-Community ist sich uneinig.

Die folgenden Zitate stammen aus Diskussionen der Community auf BoardGameGeek.

Nutzer ShakinBlake84 war kürzlich auf der US-Spielemesse GenCon, als ein Verlag ihm eine kleine Karte in die Hand drückte. Verlag AEG verteilte dort eine Promo-Karte für das Spiel Space Base. Der Blick auf das Kärtchen ließ ihn stutzen: Mit einer einzigen Wurfhandlung, sagte er, könne man beinahe jede Karte auf dem eigenen Brett an einen besseren Platz verschieben, was sich "fast wie Spiele zerlegend" anfühle. Er kündigte an, die Karte wegzuwerfen. Daraus entstand ein Thread mit 37 Beiträgen, der mitten ins Herz einer alten Hobby-Debatte sticht: Sind Promo-Karten ein Segen, ein Ärgernis oder ein Risiko für das Gleichgewicht?

Published — 02. September 2026 Brettspiel-News.de - Magazin für Brettspieler

Hilft gute Aufbewahrung, Spiele öfter auf den Tisch zu bringen?

Hilft gute Aufbewahrung, Spiele öfter auf den Tisch zu bringen?

Ein Thread auf BoardGameGeek fragt, ob eine bessere Aufbewahrung wirklich dafür sorgt, dass Spiele öfter gespielt werden. Die Antworten reichen von "ganz klar ja" bis zu "ich schaue gar nicht erst auf meine Sammlung".

Die häufigste Entschuldigung für ungespielte Spiele ist mangelnde Zeit. Doch wer genau hinschaut, merkt schnell: Es ist oft gar nicht die Zeit - es ist die Frage, ob ein Spiel überhaupt in Sicht- und Griffweite liegt. Nutzer Raeinspires hat auf BoardGameGeek genau diese Frage aufgeworfen und damit einen Thread mit 21 Beiträgen angestoßen: Macht eine bessere Aufbewahrung einen Unterschied dabei, was am Ende auf dem Tisch landet?

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