Bloß raus aus dem Zoo! Aber wie? In „Kuzooka“ (Leo Colovini, Pegasus Spiele) improvisieren die Tiere. Mit Hilfe von Ballons, Löffeln, Schals und Popcorn planen sie ihren Ausbruch. Und müssen sich außerdem darauf einigen, mit welchem der ungewöhnlichen Werkzeuge nun die Flucht gelingen soll.
Jurymitglied Julia Zerlik hat zusammen mit Stephan Zerlik für das Spiel ein unterhaltsames Kurzhörspiel produziert und geschrieben: wenn Löwe, Adler und Faultier sich treffen, dann wird es konspirativ. Und am Ende steht – vielleicht – der Ausbruch des Jahrhunderts.
Gleich drei Bücher zu ausgezeichneten Spielen sind im vergangenen Jahr im Kosmos-Verlag erschienen. Die Graphic Novel „Varkurs Erwachen“, die auf einer Figur aus „Die Legenden von Andor“ (Kennerspiel des Jahres 2013) basiert, „Die Crew – Rückkehr zum 9. Planeten“ (basiert auf „Die Crew“, Kennerspiel des Jahres 2013) und der erste Band der „Catan“-Trilogie von Klaus Teuber, basierend auf dem gleichnamigen Spiel des Jahres 1995.
Grund genug zu fragen, wie ein Spiel eigentlich zu einem Buch wird. Dafür haben wir mit Jens Baumeister und Timo Grubing, Autor und Zeichner von „Varkurs Erwachen“ sowie mit Andreas Ulich, Autor vom Buch „Die Crew – Rückkehr zum 9. Planeten“ gesprochen. Außerdem zu hören ist ein Gespräch mit dem Programmleiter Spielwaren und Buch bei Kosmos, Heiko Windfelder. Hier ging es um Klaus Teubers „Catan“-Trilogie und die Frage, aus welchen Spielen ein gutes Buch werden kann.
Aktuelle Spiele für euch: Das spielerische Quartett ist wieder zusammengetreten, um sich vier Spiele ganz genau anzuschauen.
Als Moderator führt Jurymitglied Manuel Fritsch durch die Folge. Außerdem sind die Juroren Nico Wagner und Stephan Kessler dabei. Die eingeladene Gastkritikerin ist Jennifer Cho, die regelmäßig in ihrem Podcast Pile of Happiness zu hören ist. Hier bespricht sie Spiele zusammen mit ihrer Podcast-Kollegin Tina Kasten.
Folgende Spiele sind dabei: „Pacifica“ von Matthias Prinz und Martin Kallenborn, erschienen bei Kosmos, „Kunterpunkt“ von Julia Thiemann und Christoph Waage, erschienen bei Topp, „Planet Unknown“ von Ryan Lambert und Adam Rehberg, erschienen bei Strohmann Games und Adam’s Apple Games, sowie „Sea, Salt & Paper“ von Bruno Cathala und Théo Rivière, erschienen bei MM-Spiele.
Zeit für aktuelle Spiele: Das Spielerische Quartett ist wieder einmal zusammengekommen und hat vier Spiele dieses Jahrgangs genauer unter die Lupe genommen.
Mit dabei sind der Jurysprecher Bernhard Löhlein sowie die Jurymitglieder Stephan Kessler und Martina Fuchs. Als Gastkritikerin ist Jasmin Bauer eingeladen, die im Youtube-Kanal „abgewürfelt“ zusammen mit Marko Bauer regelmäßig über Spiele spricht und außerdem im Bürger:innenfernsehen NRWision zu sehen ist. Besprochen werden: „That’s Not a Hat“ von Kaspar Lapp, erschienen bei Ravensburger, „Challengers“ von Johannes Krenner und Markus Slawitscheck, erschienen bei 1 More Time Games und Z-Man Games, „Unlock: Game Adventures“ von Cyril Demaegd, erschienen bei Space Cowboys, und „ChronoCops: Einsteins Relativitätskrise“ von Matthias Prinz und Martin Kellenborn, erschienen bei Pegasus Spiele.
Vier aktuelle Spiele und vier Menschen, die darüber diskutieren: Unser spielerisches Quartett geht mit dieser Folge in Runde 16.
Mit dabei sind die Jurymitglieder Manuel Fritsch und Karsten Grosser sowie der Geschäftsführer des Vereins Spiel des Jahres, Guido Heinecke. Als Gast ist Pamela Lampe eingeladen, die auf YouTube als eine Hälfte der Brettspielgarde über Spiele spricht und berichtet.
Besprochen werden in dieser Ausgabe: „Dorfromantik“ von Lukas Zach und Michael Palm, erschienen bei Pegasus Spiele, „Hunch“ von Nomas Kurnia, erschienen bei Nice Game, „QE“ von Gavin Birnbaum, erschienen bei BoardGameTables.com und Strohmann Games, sowie „Hitster“, erschienen bei Jumbo.
Vier Neuerscheinungen, die unser Quartett in alle Welt führen: Die 15. Ausgabe unseres spielerischen Quartetts führt von Griechenland über die USA bis nach London.
In dieser Folge diskutieren Jurysprecher Bernhard Löhlein, Juror Nico Wagner, Kinderspiel-Juror Christoph Schlewinski und Gastkritikerin Sandra Pesavento, die für die Zeitschrift „Fairplay“ über Spiele schreibt und außerdem im Podcast Doppelbrett zu hören ist.
Besprochen werden: „Swindler“ von Matthias Cramer, erschienen bei Edition Spielwiese und Pegasus Spiele, „Caldera Park“ von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, erschienen bei Deep Print Games und Pegasus Spiele, „Akropolis“ von Jules Messaud, erschienen bei Gigamic und Kobold Spieleverlag sowie „Next Station London“ von Matthew Dunstan, erschienen bei HCM Kinzel.
Für Freund:innen der wohlsortierten Spielepackungen war eine Wette der ZDF-Spielshow „Wetten dass…?“ am Samstag möglicherweise ein kleiner Alptraum. Holger Siebnich, Redakteur der „Badischen Neuesten Nachrichten“, ließ während der Sendung von seinem Wettpartner André Blickensdorf Spiele auskippen. Ganz absichtlich. Warum? Siebnich war mit einer Wette in der Show angetreten: Er wollte alle mit dem Preis Spiel des Jahres ausgezeichneten Spiele am Auskippgeräusch erkennen – von „Hase und Igel“ bis „Cascadia“ sind das bis jetzt 44 Stück.
Holger Siebnich (links) und sein Kompagnon André Blickensdorf auf der Wetten dass…?-Couch
„Das war so ein bisschen schleichend“, erzählt Siebnich im Podcast, „wir spielen recht viel, auch Spiele des Jahres, da ist mir aufgefallen: Unterschiedliche Materialen, unterschiedliche Austattung, etcetera. Könnte man da nicht was draus machen?“ Als Kind der 80er, sagt er, sei er mit der Sendung groß geworden. „Mich hat gereizt, das Ganze auch mitzuerleben.“ Als Wettpate musste der britische Sänger und Entertainer Robbie Williams tippen, ob Siebnich sein Vorhaben gelingen könnte oder nicht. „Ich stehe voll hinter dir“, sagte Williams während der Sendung.
Hinter den Kulissen
Fünf Versuche hatte Siebnich in der Sendung zum Erkennen der Spiele. Vier davon mussten richtig sein. „Gerade in den letzten Minuten, bevor wir dann rausmussten und man die Gespräche von Robbie, Tommy und Michelle gehört hat, da war die Nervosität schon unfassbar“, erzählt Siebnich. Zehn Millionen Zuschauer:innen haben ihm und Blickensdorf bei der ungewöhnlichen Wette zugeschaut. Aber zumindest äußerlich wirkte Siebnich während der Sendung ruhig.
Bei der Probe
Ruhig eben auch dank akribischer Vorbereitung – zwischen September und November zwei bis dreimal wöchentlich im Spielekeller, aber auch während der Fahrradfahrt zur Arbeit, während der er immer wieder aufgenommene Spielkippgeräusche anhörte. Wobei Blickensdorf und er die Spiele in Kategorien wie „Prassler“ und „Rassler“ eingeteilt hätten. Schwierig sei das Erkennen der Spiele ab „Siedler von Catan“: „Ab 1995, da kamen dann ein paar, die zumindest von der Ausstattung her sehr, sehr ähnlich sind.“ Siebnich gewann am Ende seine Wette fehlerfrei. Und weil die Wette so schön war, hat der Verein Spiel des Jahres Siebnich auch gleich zur Preisverleihung im nächsten Jahr nach Berlin eingeladen.
Nach einigen Monaten Pause ist das Spielerisches Quartett zurück – denn es gibt wieder zahlreiche Neuerscheinungen zu besprechen.
In dieser Folge sprechen der Juryvorsitzende Harald Schrapers mit den Jurymitgliedern Maren Hoffmann und Martina Fuchs sowie mit Gastkritikerin Sabine Wiele, die im Magazin „Fairplay“ über aktuelle Spiele schreibt.
Besprochen werden: „KuZOOka“ von Leo Colovini, erschienen bei Pegasus Spiele, „The Deadlies“ von Paul Saxberg, erschienen bei Smirk & Dagger / Iello, „[kosmopoli:t]“ von Florent Toscano und Julien Prothière, erschienen bei Jeux Opla und Huch, sowie „Inside Job“ von Tanner Simmons, erschienen bei Kosmos.
Gut 150.000 Menschen haben in diesem Jahr die SPIEL in Essen – eine der weltweit größten Spielemessen – besucht. Vom 6. bis 9. Oktober fanden sich dort Spieler:innen aus aller Welt zusammen, spielten, sprachen über Spiele, versorgten sich mit den neuesten Neuheiten und zerrten sie in Rollkoffern durch die Hallen.
Es ist ein gigantisches Surren, das dadurch entsteht; das Rauschen der Spielenden, das sich durch die Hallen klingt.
Auch der Spiel des Jahres e.V. ist auf der Messe mit einem Stand vertreten. In dieser Folge unseres Podcast sprechen wir mit den Besucher:innen des Standes: Locken sie die Informationen über die aktuellen Preisträger herbei – oder gar das Gewinnspiel? Die Kulis?
Und wir fragen nach, wie groß die Herausforderung für einen Verlag eigentlich ist, wenn ein Spiel des Jahres im Programm ist. Dafür haben wir Michael Schmitt von Edition Spielwiese (Spiel des Jahres 2021 mit „MicroMacro: Crime City“) sowie Claudia Barmbold und Peter Dörsam vom PD-Verlag (Spiel des Jahres 2020 mit „Pictures“) befragt.
Der Direktor des Tierpark e.V., Guido Waldecke, ist in Aufruhr. Wie schafft man es nur, den besten, schönsten und vor allem: nachhaltigsten und modernsten Zoo zu bekommen? Zusammen mit seiner helfenden Hand Kerstin Schlangler und einem bunten Personal wie zum Beispiel dem Barsch Udo, dem Papagei Bernhard oder der Bärin Martina stellt er sich der Aufgabe.
Das Spiel, um das es hier geht ist „Arche Nova“ von Mathias Wigge, erscheinen bei Feuerland. In einem Hörspiel voll mit möglicherweise bekannt klingendem Personal erklärt Julia Zerlik das anspruchsvolle Zoomanagmentspiel, das es auf die Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres geschafft hat.
Mutig zum Drachenhort: Wer viel riskiert, kann viel gewinnen. Das ist das Motto in „My Gold Mine“ (Michael Loth, Christof Schilling und Hans Joachim Höh bei Kosmos), bei dem die Spieler:innen als mutige Zwerg:innen tief in ein gefährliches Verlies auf der Suche nach Goldschätzen vordringen.
In einem kurzen Hörspiel stellt Jurymitglied Bernhard Löhlein das Spiel von der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres näher vor.
Daniel Wüllner (Süddeutsche Zeitung) beim Abschlusspodium
Vom 18. bis zum 19.6. 2022 fand in Hamburg zum zweiten Mal der Tag der Brettspielkritik statt. Wichtige Themen waren Formen der Kritik und die Möglichkeiten der Professionalisierung. Knapp 70 Personen waren der Einladung der Jury gefolgt, in vierzehn Arbeitsgruppen, Gesprächsforen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen sprachen insgesamt 15 Journalist:innen über ihre Arbeit.
Youtuber Johannes Jäger (links) und Spielejournalist Georgios Panagioditis (rechts)
Um die vielen Eindrücke zu reflektieren, haben wir drei Vortragende in den Podcast gebeten: Die Spiegel-Journalistin Maren Hoffmann, die die Arbeitsgruppe „Thema, Perspektive Struktur: Das breite Publikum ansprechen“ leitete, den Spielejournalisten Georgios Panagiotidis, der zusammen mit Jurymitglied Udo Bartsch die Frage „Was ist Spielreiz?“ zu beantworten versuchte und Daniel Wüllner, Spielejournalist und Teamleiter Social Media bei der Süddeutschen Zeitung, der das Gesprächsforum „Social Media und Spielekritik“ anbot.
Andreas Becker und die Spiegel-Redakteurin Maren Hoffmann
Wer ist die geheimnisvolle Spieleautor:in Spyderling? Zwar geht es in Sascha Machts gleichnamigen Roman ein wenig auch darum, aber wer auch immer das Genie hinter Spielen wie „Der Fleischplanet“ oder „Würmstein“ ist: Wir lernen ihn oder sie nie kennen. Dafür aber eine bunte Parade ganz anderer Spieleautor:innen wie Elke von Manteuffel, das Wunderkind Campbell Campbell, Ronny Neugebauer oder Daytona Sepulveda. Aus Daytonas Perspektive ist auch Machts Roman erzählt, und sie wartet auf Einladung von Spyderling auf dessen Weingut in der Republik Moldau darauf, ihn oder sie endlich kennenzulernen. Spyderling taucht nicht auf – dafür aber eine Punkband. Und natürlich eine Menge Spiele.
Nicht Spyderling, sondern der Autor Sascha Macht. Foto: Ronny Aviram
Macht erfindet in seinem Roman eine ganz eigene Spieleszene mit allem was dazu gehört: Autor:innen, Spielen, Verlagen, Feindschaften, Freundschaften, Mythen und Legenden. Und findet eine ganz eigene Perspektive darauf. Während im Hintergrund die Reste der Sowjetunion in Gestalt der Republik Moldau vor sich bin bröseln, versucht Macht Spiele nicht nur als Kulturgut, sondern als Kunstwerke weiterzudenken. Das Ergebnis ist eine Art Horror-Mystery-Gesellschaftsroman, in dem eine Parallelwelt-Spieleszene entworfen wird. In dieser Folge befassen wir uns ein wenig näher mit dem Roman und sprechen mit seinem Autor, Sascha Macht. Außerdem liest er noch eine kurze Passage daraus vor.
Nicht Spyderling, sondern das Cover des gleichnamigen Romans
„Spyderling“ ist bei DuMont erschienen, umfasst circa 470 Seiten und kostet im Hardcover 25 Euro.
In dieser Folge unseres spielerischen Quartetts dreht sich alles um Kinderspiele. Vier aktuelle Spiele – besprochen von vier Expert:innen.
Aus der Jury Kinderspiel des Jahres sind dieses Mal Christoph Schlewinski, Johanna France und Stefan Gohlisch dabei.
Als Gast ist Jürgen Karla eingeladen, der unter anderem bei spielbar.com über Spiele schreibt und podcastet.
Besprochen werden „Mondscheinhelden“ von Wilfried und Marie Fort, erschienen bei Haba, „Unlock! Kids“ von Cyril Demaegd, für Kinder adapatiert von Wilfried und Marie Fort, erschienen bei Space Cow, „Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg“ von Wolfgang Warsch, erschienen bei Schmidt Spiele und „Zauberberg“ von Jens-Peter Schliemann und Bernhard Weber, erschienen bei Amigo.
Vier Köpfe, vier Spiele, 16 Meinungen: Ein neues spielerisches Quartett. Drei Mitglieder der Jury Spiel des Jahres und ein Gast diskutieren aktuelle Spieleneuerscheinungen.
Mit dabei sind in dieser Folge Manuel Fritsch, Martina Fuchs und Nico Wagner.
Als Gast ist Tina Kasten eingeladen, die eine Hälfte des dynamischen Podcastduos „Pile of Hapiness“ ist.
Besprochen werden „Wonder Book“ von Martino Chiacchiera und Michele Piccolini, erschienen bei dV Games und Abacusspiele, „Heuschreckenpoker“ von Jacques Zeimet, erscheinen bei Drei Magier, „Trek 12: Himalaja“ von Bruno Cathala und Corentin Lebrat, erschienen bei Lumberjacks Studio, und „Honey Buzz“ von Paul Salomon, erschienen bei Elf Creek und Skellig Games.
Auch in der mittlerweile schon 11. Ausgabe unseres Spielerischen Quartetts sprechen wieder drei Jurymitglieder und eine Gastkritikerin über vier aktuelle Spieleneuerscheinungen.
Mit dabei sind der Vorsitzende des Vereins Spiel des Jahres, Harald Schrapers, und Jurymitglied Nico Wagner und der Koordinator der Jury Kinderspiel des Jahres, Christoph Schlewinski.
Als Gastkritikerin ist Diana Doert eingeladen, Redaktionsassistentin beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Außerdem schreibt sie für spiegel.de regelmäßig Spielekritiken.
Besprochen werden in dieser Ausgabe „Dungeons, Dice & Danger“ (Richard Garfield bei Alea), „Jekyll vs. Hyde“ (Geonil bei Nice Game / Mandoo Games), „Fabula Rasa“ (Nico Böhnke bei Huch!) und „Scout“ (Kei Kajino bei Oink Games).
Weltwunder, alte Götter, Ritterburgen, Klöster und die industrielle Revolution: Wer sich in einem Spieleladen umschaut, wird schnell feststellen: Ohne Geschichte geht es nicht. Aber was vermitteln Spiele mit einem solchen Hintergrund eigentlich über Vergangenheit? Wenn es nach Lukas Boch und Anna Klara Falke geht, ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Denn natürlich ersetzten populäre Spiele kaum den Geschichtsunterricht und wollen das auch gar nicht – das heißt aber nicht, dass es sich für Historiker:innen nicht lohnen würde, mal einen Blick auf diese Spiele zu werfen.
Preisverleihung 2001: Klaus-Jürgen Wrede in höfischer Gesellschaft: Mittelalter und so
Denn Spiele sind Kulturgut – und wie jedes anderes Kulturgut erzählen sie damit etwas über den Zeitgeist, in dem sie entstanden sind. Darüber, wie die damaligen Autor:innen und Spieler:innen sich die Antike oder das Mittelalter vorstellten. Wie sich dieses Bild im Laufe der Jahre geändert hat. Und, weil nicht nur Spiele Kulturgut sind, sondern eben auch das Spielen selbst: Welche neue Geschichten sich die Spieler:innen vor dem alten Hintergrund erzählen lassen oder gerne selbst erzählen möchten.
Historiker:innen vor historischen Wänden: Anna Klara Falke und Lukas Boch
Die Forschung dazu steht noch am Anfang. Unter dem Namen „Board Game Historian“ sammeln die Gründungsmitglieder des Blogs, Boch und Falke, seit November 2020 wissenschaftliche Publikationen dazu, organisieren Ausstellungen, sind im Radio, Fernsehen sowie auf Twitter und Instagram. Das Projekt ist seitdem stark gewachsen – mittlerweile ist es ein Zusammenschluss von über 30 Forschenden unterschiedlichster Disziplinen, die sich austauschen und gemeinsam publizieren.
Um uns das Projekt einmal näher zu erklären – und auch, was das Spiel des Jahres für ihre Forschung bedeutet – haben wir sie in unseren Podcast zum Gespräch geladen.
Unser spielerisches Quartett geht in die zehnte Runde. Auch in dieser Folge diskutieren wieder vier Menschen über vier aktuelle Spieleneuerscheinungen. Und zwar drei Jurymitglieder und eine Gastkritikerin.
Als Gastkritikerin ist Tanja Hausmann eingeladen, die zusammen mit ihrem Mann auf dem YouTube-Kanal Die Hausis über Spiele und Mittelaltermärkte spricht und in einer regelmäßigen Fernsehsendung bei NRWision Spiele vorstellt.
Die besprochenen Spiele sind „Voll verplant“ (Hisashi Hayashi bei Schmidt), „7 Wonders Architects“ (Antoine Bauza bei Repos Production), „My Gold Mine“ (Michael Loth, Christof Schilling und Hans-Joachim Höh bei Kosmos) und „Savannah Park“ (Wolfgang Kramer und Michael Kiesling bei Deep Print Games / Pegasus Spiele).
In diesem Jahr hat die Uni Konstanz zwei vom Spiel des Jahres e.V. finanzierte Promotionsstellen eingerichtet, deren Thema die Entwicklung der Brettspielkultur in den letzten 50 Jahren ist. „Die Erforschung des Kritikerpreises Spiel des Jahres und seiner Geschichte soll Forschungsfragen einer veränderten Wissenschaft des Spielens eröffnen, die sich zum Beispiel damit beschäftigen, wie sich mit den immer wieder neu zusammengestellten und gestalteten Spielmaterialien auch Spielhandlungen, Spielweisen und die Zusammensetzung von Spielgruppen mitentwickelt und weltweit verändert haben“, heißt es in der Ausschreibung.
Jurymitglied Stefan Gohlisch, Kulturredakteur bei der Neuen Presse, hat mit Steffen Bogen, Professor für Kunstgeschichte an der Uni Konstanz und Spieleautor (ausgezeichnet für „Schnappt Hubi!“ und „Camel Up“), im Literarischen Salon Hannover über Brettspiele gesprochen. Zwar sollte es primär um den nach wie vor andauernden Boom bei den Verkäufen von Gesellschaftsspielen gehen, aber die Veranstaltung griff auch viele andere Themen auf.
„Was mich am Spielen reizt“, sagte Steffen Bogen, „ist nicht das Gewinnen, sondern den Prozess in der Gruppe zu pflegen.“ Stefan Gohlisch meinte, die relativ einförmige Spieleszene müsse diverser werden, Inhalte müssten überdacht werden – und würden es teilweise schon. „Vielleicht ist das der Weg“, sagte er, „dass die Fairness, die wir am Spieletisch erwarten, sich auch in den Inhalten transportiert.“
In dieser Folge unseres Podcast gibt es einen leicht gekürzten Audiomitschnitt der Diskussion, in der auch die Fragen des Publikums nicht zu kurz kommen. Zusätzlich gibt es ein Interview mit einem der Veranstalter des Literarischen Salons, Joachim Otte, zu der Frage, was Literatur und Spiele eigentlich miteinander zu tun haben. Der komplette Mitschnitt ist auf der Website des Literarischen Salon oder den Accounts des Salons bei Spotify oder YouTube zu hören.