Der Schweizer Verlag Helvetiq hat für das Frühjahr 2023 weitere kleine Kartenspiele angekündigt. Das Spiel „Watch out“ im Retrostil verlangt von Euch ein gutes Auge und ein schnelles Reaktionsvermögen, um auf die jeweilige Situation reagieren zu können, wenn Ihr mit Eurem Auto durch Corkcity fahrt! Das Spiel ist für zwei bis sechs Spielerinnen und Spieler.
Woodcraft von Vladimir Suchy und Ross Arnold
beschäftigt sich mit der unverbrauchten Thematik der Holzverarbeitung. Als eine
Art Schreiner führen die Spieler reihum eine Aktion aus, um letztendlich so
viele Aufträge wie möglich erfüllen zu können. Doch die Zeit ist knapp, denn
eine Partie dauert nur 13 bzw. 14 Runden.
Ablauf:
Zunächst wird die Aktionsradtafel in die Mitte gelegt und
mit 7 Aktionsplättchen im Startviertel bestückt. Der Sägeradpfeil der mittleren
Drehscheibe deutet auf das Ende des nächsten Viertels. Last not least wird
dieses Tableau noch mit sechs Würfeln in drei verschiedenen Farben befüllt.
Unter die Aktionsradtafel wird die Einkommenstafel platziert. Die Spieler
beginnen alle auf den Startfeldern von Blaubeer-Einkommensleiste,
Haselnuss-Einkommensleiste und Ansehensleiste. Neben das Aktionsrad wird die Wertungstafel
gelegt. Auf diesem Tableau werden die Siegpunkte abgetragen, welche die Spieler
im Verlauf der Partie erlangen. Weiterhin ausgelegt werden vier Einfache Aufträge, vier Unerfahrene Helfer und eine
spielerzahlabhängige Menge an Öffentlichen
Aufträgen. Die restlichen Karten sowie das sonstige Spielmaterial werden
bereitgelegt.
Jeder Spieler erhält eine Spielertafel, die Marker seiner
Farbe, drei Würfel, ein oder zwei Laternenplättchen, ein Sägeplättchen, ein
Aufwertungsplättchen und zwölf Blaubeeren, die in Woodcraft als Geld fungieren. Außerdem starten die Spieler mit
einem Helfer und vier Aufträgen. Ein Anfangsauftrag muss an den passenden Slot
der rechten Tableauseite ausgelegt werden. Ein Spielzug bzw. eine Runde besteht
aus drei Phasen. Zunächst wachsen die Bäume, sofern welche gepflanzt sind.
Dabei werden die Würfel der Bäume höhergedreht. Danach führen die Spieler
reihum eine Aktion aus. Dazu nehmen sie das entsprechende Aktionsplättchen vom
Aktionsrad und versetzen es in das letzte freie Feld des nächsten Viertels. Je
nach Position des Plättchens und der Drehscheibe kann ein Spieler verschiedene
Boni erhalten. Sobald alle Spieler ihre Aktion ausgeführt haben können sie in
der letzten Phase der Runde Siegpunkte gegen Abgabe von Blaubeeren kaufen.
Viermal im Spiel erhalten die Spieler Einkommen gemäß ihrer Positionen auf der
Blaubeeren- und Haselnussleiste.
Folgende Aktionen stehen den Spielern zur Verfügung:
·Holz
kaufen (2x, Kosten = Würfelzahl + 1 bzw. 2 Beeren für gelbe bzw. braune Würfel)
·Einen
Helfer einstellen (kostenpflichtig)
·Einen
oder zwei Aufträge annehmen (zweiter Auftrag kostet drei Beeren)
·Materialien
kaufen (bis zu zwei verschiedene Sorten; Restholz, Leim, Sägeblatt)
·Würfel
tauschen (erst einen eigenen Würfel mit Gewinn verkaufen, anschließend einen
Würfel aus dem Vorrat kaufen)
·Produzieren
und Baum pflanzen (zwei unterschiedliche Helfer produzieren lassen oder einen
Helfer produzieren lassen und einen neuen Baum pflanzen)
Zusätzlich zu den aufgelisteten Hauptaktionen gibt es
kostenlose Zusatzaktionen. Mittels Sägen kann ein Würfel in mehrere Würfel
zerteilt werden, z.B. aus einer 4 werden eine 3 und eine 1. Es können Würfel
verleimt oder aufgewertet werden. Aufträge können jederzeit erfüllt werden und
die Fähigkeit von bestimmten Helfern kann genutzt werden. Durch einige Aktionen
wie Werkstattverbesserung steigt man in den Einkommensleisten hoch.
In den Einkommensrunden werden neben den Ausschüttungen von
Blaubeeren und Haselnüssen (= Geld und Siegpunkte) auch verwendete
Werkstattteile refresht sowie einige Aufträge und Helfer ausgewechselt.
Außerdem werden noch nicht erfüllte ausliegende Aufträge einen Slot nach unten
verschoben. Dadurch verringert sich der Bonusertrag bei Erfüllung. Nicht
erfüllte Aufträge verursachen am Schluss sogar Minuspunkte. In der Mitte des
Spiels werden übrigens die Unerfahrenen
Helfer gegen Erfahrene Helfer
ausgetauscht und Einfache Aufträge
gegen Anspruchsvolle Aufträge. Woodcraft endet nach der 13. bzw. 14.
Runde. Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen. Im Solospiel wird
nach dem Zug des Spielers eine Solokarte gezogen und deren Effekt abgehandelt.
Hier geht es am Schluss darum, ein möglichst hohes Ergebnis einzufahren.
Meinung:
13 bzw. 14 Aktionen im ganzen Spiel hören sich nicht nur
wenig an, das IST auch wenig. Umso wichtiger ist die sorgfältige Abwägung,
welches Aktionsplättchen ich nehme und welchen Bonus ich dabei abgreife. Denn
die Mitnahme von Boni ist wichtig und erleichtert das schwere Leben in der
Holzverarbeitung ungemein. Gleichzeitig ist die Planung zur Erfüllung der
eigenen Aufträge ein weiteres A und O von Woodcraft.
Das ständige Abwägen aller Möglichkeiten in Verbindung mit dem Zeitdruck und ständiger
Geldknappheit macht das Spiel zu einem Highlight für alle Brettspielexperten.
Obwohl die eigentlichen Möglichkeiten gar nicht mal so megakomplex sind, macht
die Verzahnung der Aktionen das Spiel zu einem Hirnverzwirbler. Vor allem dann,
wenn die Grübler am Tisch ihren Mitstreitern keine Steilvorlage für deren
nächsten Zug gönnen (Stichwort: Bonus). Aber keine Sorge … selbst mit
Extremgrüblern artet das Ganze nicht in stundenlanger Downtime aus. Im
Gegenteil. Wenn die Aktionsmöglichkeiten erstmal sitzen, spielt sich Woodcraft überraschend flott. Und dabei
macht das Spiel tierisch Spaß. Zumindest den Kennern und Experten der
anspruchsvollen Brettspielszene. Gelegenheitsspieler können Woodcraft natürlich auch spielen,
allerdings haben sie gegen erfahrene Altfüchse zumeist keine Chance. Ich rate
daher zu halbwegs ausgeglichenen Konstellationen. Dann hat jeder eine Chance
und jeder seinen Spaß.
Sowohl die taktischen als auch die strategischen
Möglichkeiten sind vielfältig und in unseren Runden hat sich erfreulicherweise
auch kein reiner Königsweg herauskristallisiert. Geld ist halt ein konstantes
Problem (wie im wahren Leben, HaHa). Wer bereits in den frühen Runden
Siegpunkte mit Blaubeeren kauft, hat oftmals später zu wenig Kohle für andere
Aktionen übrig. Andererseits generiert die Vermarktungsleiste richtig viele
Punkte. Vor allem dann, wenn man sie (nach Möglichkeit) rigoros durchzieht.
Alternativ kann man anfangs aber auch konsequent die eigene Werkstatt
verbessern, was zusätzliche Nebenaktionen ermöglicht und das Einkommen steigert.
Fast alles ist verführerisch und oftmals ist für die Aktionsauswahl der Bonus
ausschlaggebend. Das haben Ross Arnold und Vladimir Suchy richtig gut
hinbekommen und selbstverständlich erhöhen solche vielfältigen Strategien und Taktiken
den Wiederspielreiz ungemein. Dieser ist demzufolge richtig gut.
Auch die Spielanleitung ist zu loben. Die Regeln sind klar
beschrieben und lassen letztendlich keine Fragen offen. Nichtsdestotrotz hätte
ich mir eine Übersicht / Spielerhilfe mit den Aktionsmöglichkeiten gewünscht.
Und zwar in vierfacher Ausfertigung für alle Spieler. Die Regelauffrischung der
letzten Seite ist zwar ganz nett, aber in den ersten Partien werden folgende
Sätze immer wieder vorkommen: „wie kann
ich noch mal …“ und „kann ich mal die
Spielanleitung haben“. Klar, das ist bei vielen Spielen der Fall, aber eine
Übersicht für jeden Spieler hat eigentlich immer geholfen und lästige
Nachfragen reduziert. Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau. Unter
dem Strich ist Woodcraft ein richtig
geiles Spiel.
Fazit:
Und dieses kann selbstverständlich mit besten Wissen und
Gewissen weiterempfohlen werden. In meinen Gruppen war das Feedback
ausschließlich positiv. Möglicherweise trifft das Cover und die Gestaltung
nicht jedermanns Geschmack, aber so richtig hat sich daran keiner gestört. Der
Spielspaß ist das Wichtigste, und der war bei uns allen richtig top.
Nur noch wenige Stunden, dann endet die Abstimmung. Bis Mitternacht kann noch abgestimmt werden. Die 1.600 sind nun erreicht - sogar fast die 1.700! Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Die letzten Stunden der Abstimmung sind angebrochen und noch immer nehmen die Teilnahmen nicht ab. Jetzt sind die 1.500 erreicht und wir räumen Regal nach Regal leer. Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Nun sind die 1.400 Stimmen erreicht und wir erhöhen die Anzahl an Gewinnen nach wie vor! Dieses mal haben wir gleich 10 Preise mit einem UVP von zusammen 99 € rausgesucht. Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Die Stimmenanzahl wächst und wächst. Jetzt sind die 1.300 erreicht und wir hauen raus was geht! Nun können wir erneut nicht verschnaufen sondern verlosen ein weiteres Spiel inkl. Erweiterung, das nicht ebenfalls nicht eingeplant war! Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Jetzt sind schon die 1.200 erreicht! Das drei Tage vor dem Ziel! Nun können wir also nicht verschnaufen sondern verlosen ein weiteres Spiel, das nicht einmal eingeplant war! Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Der Verlag HeidelBÄR Games gibt euch aktuell einen kleinen Einblick in die Produktion von „Tails on Fire“. Das rasante Kartenspiel richtet sich an 2-6 Personen ab 10 Jahren und ist bereits im Handel erschienen.
Wow, die 1.000 liegen hinter uns und sogar nun die 1.100. Vielen Dank für die rege Teilnahme und viel Glück! Nun gibt es einen weiteren Gewinn der sich sehen lassen kann! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Bei Asmodee Deutschland im Vertrieb ist mit "Dominations" eine neues Spiel für Kennerspielende erschienen. Das Spiel richtet sich an 2-4 Personen ab 13 Jahren und die Spielzeit wird mit 80 Minuten angegeben. Im Handel ist das Spiel für rund 50 € zu kaufen.
Als wir die Umfrage gestartet haben waren wir von vielen Menschen ausgegangen, die ihr Feedback abgeben. Das es aber mehr als 1.000 sein würden war nicht zu erwarten, zumal wir mit google das doppelte Abstimmen stark erschweren. Nun gibt es einen weiteren Gewinn der sich sehen lassen kann! Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Die teilnehmenden Personen werden immer mehr - nun haben wir die 900 Menschen erreicht. Deswegen gibt es nun weitere Gewinne. Was es genau gibt erfährst Du hier! JETZT ABSTIMMEN!
Alleine am 5.1. haben bereits mehr als 400 Menschen abgestimmt. Wenn das so weiter geht, ist die Redaktion nach der Aktion leer gefegt. Bis jetzt haben mehr als 800 Menschen bei der Umfrage mitgemacht! Deswegen gibt es nun weitere Gewinne. JETZT ABSTIMMEN!
Die Stimmenzahl geht immer weiter in die Höhe. Bis jetzt haben mehr als 700 Menschen bei der Umfrage mitgemacht! Deswegen gibt es nun weitere Gewinne. JETZT ABSTIMMEN!
Wow, die Reichweite steigert sich immer mehr, wir kommen kaum nach die Grafiken zu ändern! Aktuell haben mehr als 600 Personen abgestimmt, deswegen gibt es nun weitere Gewinne, die von Kraken Wargames gesponsert sind. JETZT ABSTIMMEN!
Wenn ihr dachtet, wir lassen es bei den 25 Spielen, die es per Abstimmung zu gewinnen gibt, habt ihr euch getäuscht. Wir werden nach erreichen diverser Reichweiten weitere Spiele springen lassen! Aktuell haben mehr als 500 Personen schon abgestimmt, deswegen lassen wir nun ein weiteres Spiel springen… JETZT ABSTIMMEN!
Wenn ihr dachtet, wir lassen es bei den 25 Spielen, die es per Abstimmung zu gewinnen gibt, habt ihr euch getäuscht. Wir werden nach erreichen diverser Reichweiten weitere Spiele springen lassen! Aktuell haben mehr als 400 Personen schon abgestimmt, deswegen lassen wir nun ein weiteres Spiel springen… JETZT ABSTIMMEN!
Schon 2021 ist das Spiel „Eila and Something Shiny“ mit einem sehr charmanten Design von RoxyDai erschienen. Erschienen ist das Solo-Spiel von Jeffrey CCH bei ICE Makes. Die Spielzeit beträgt 30-45 Minuten. Unser Test wird das Spiel dann genauer vorstellen.
Das Königreich Terrinoth schwebt in großer Gefahr. Ein alter
Feind ist zurückgekehrt und der Bund der Baronien bröckelt zusehends. Im
neuesten Descent Spiel Legenden der Finsternis tritt eine
kleine Gruppe unterschiedlichster Helden der Gefahr entgegen. Werden sie
Uthuks, Bluthexen, Drachen und sonstigen Gegnern erfolgreich die Stirn bieten
können? Das Schicksal des Landes liegt in euern Händen!
Ablauf:
Vor der ersten Partie müssen die Spieler zunächst alle
3D-Geländeteile zusammenbauen und die App zum Spiel auf ihrem Handy / Tablet
installieren. Diese App führt die Protagonisten durch die Kampagne und
übernimmt einen Großteil der administrativen Aufgaben. Weiterhin erzählt sie
die Geschichte von Legenden der
Finsternis und blendet Konversationen zwischen den Helden ein.
Zu Beginn der Szenarien wählen die Spieler einen Helden und
erhalten klassisch die dazugehörigen Komponenten (Miniatur, Lebensrad,
Heldenkarte, Karten). Jeder Held besitzt zwei Waffen. Diese beiden Karten
werden gegenüberliegend zusammen in eine durchsichtige Kartenhülle („Sleeve“)
gesteckt und können durch Umdrehen gewechselt werden. Fertigkeiten können nach
Erhalt von Erfahrungspunkten ausgerüstet werden und verstärken die taktischen
Möglichkeiten der Charaktere. Nachdem die Spieler ihre Helden vorbereitet haben
gibt die App den Startspielplan vor. Nun kann das Abenteuer beginnen.
Descent wird über mehrere Runden gespielt
bis die Helden das Szenario gewonnen oder verloren haben. Eine Runde besteht
immer aus einer Heldenphase, in der die Spieler ihre Aktionen ausführen, und
einer Finsternisphase, in welcher die Gegner aktiviert werden. In der
Heldenphase darf jeder Spieler drei Aktionen ausführen; eine Manöveraktion und
zwei beliebige Aktionen (auch weitere Bewegungen). Manöver bedeutet Bewegung gemäß der Geschwindigkeit des Helden. Erkundung ist die Interaktion mit einem
Erkundungsmarker oder einem Landschaftsteil / Gebäudeteil. Bereitschaft ist das Umdrehen einer Karte. Dabei werden alle Marker
auf der Karte abgelegt (Zustände und Erschöpfungsmarker). Im Kampf wird den Gegnern Schaden zugefügt
und einige Karten besitzen Spezialaktionen,
die natürlich ebenfalls nutzbar sind. Wichtig beim Manöver: wenn ein Held
benachbart zu einem Gegner steht wird er aufgehalten und seine restlichen
Bewegungspunkte verfallen.
Einige Aktionen wie Bewegen werden klassisch-analog auf dem
Spielplan ausgeführt, aber diemeisten
Aktionen werden der App mitgeteilt bzw. von ihr ausgeführt. Beispiel Kampf: der
Spieler zieht von seinem Helden eine Verbindung zum angegriffenen Gegner (mit
dem Finger auf dem Tablet). Dann würfelt er und gibt in der App das
Würfelergebnis ein. Den Schaden am Gegner berechnet die App. Im Verlauf der
Kampagne erhalten die Spieler etliche Materialien / Utensilien, die ebenfalls
allesamt digital in der App gespeichert werden. Mit diesen Dingen lassen sich
mittels Rezepten die Waffen verbessern, Verbrauchsgegenstände herstellen usw.
Solche Verbesserungen / Herstellungen werden in der Stadt getätigt. Nach jedem
Abenteuer kehren die Spieler nach Frostgate zurück und können dort Sachen
kaufen, Waffenteile ausrüsten und verbessern etc. Auf diese Weise werden sie im
Laufe der Kampagne auch immer stärker.
In der Finsternisphase werden alle Gegner aktiviert. Diese
bestimmen ihr Ziel (von der App vorgegeben) und bewegen sich nach Möglichkeit
in den Kampf und fügen den Helden Schaden zu. Verliert ein Held alle seine
Lebenspunkte, wird er verwundet und erhält eine leichte Verletzung (Karte mit
einem Malus). Beim zweiten Ableben dreht er diese Karte um und aus der leichten
Verletzung wird eine schwere Verletzung mit einem größeren Malus. Verliert ein
Held zu dritten Mal alle Lebenspunkte stirbt er und das Szenario ist verloren.
Die Kampagne geht jedoch weiter. Das verlorene Szenario wird nicht wiederholt
(Ausnahme: Finale).
Im Verlauf des Spiels können die Helden durch die Inkaufnahme
von Erschöpfungsmarkern Vorteil generieren, sie können negative Zustände
erhalten, müssen evtl. durch Wasser waten usw. Die App gibt auch immer vor, wie
sich der Spielplan ausbreitet. Auf diese Weise nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Wenn die Helden das Finale gewonnen haben ist die Kampagne erfolgreich
abgeschlossen.
Meinung:
Descent – Legenden der
Finsternis war für
mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Und noch nie habe ich meine Meinung zu
einem Spiel so oft gewechselt wie bei dieser Veröffentlichung. Aber immer schön
der Reihe nach…
Zum ersten Mal spielte ich Legenden der Finsternis in meiner Lieblings-Koop-Gruppe zu dritt.
Als Fans der „alten“ Descent-Ausgaben
waren wir voller Vorfreude und begannen die Kampagne frohen Mutes. Die gute
Laune hielt anfangs auch hundertprozentig an, denn die ersten paar Szenarien
machten mega Spaß. Dann jedoch stockte der Spielspaß langsam aber stetig.
Insbesondere bei meinen Mitstreitern. Grund hierfür waren die ellenlangen Texte
/ Dialoge, die auf Dauer zu nerven anfingen. Hinzu kamen einzelne Szenarien mit
Logik-Rätselaufgaben, die uns nicht so gefallen haben. Und last not least
bemängelten meine Freunde, dass die Kampfstärke gefühlt kaum verbessert wurde
bzw. dass keine gänzlich neuen Waffen auftauchten (bis auf eine Rune, die aber
keiner ausrüsten wollte). Die Unzufriedenheit bei meinen Kumpels steigerte
sich, und so brachen sie die Kampagne ab. Was völlig okay ist, denn Spielen
ohne Spaß ist wie ein Leben ohne Möpse – möglich, aber sinnlos :-)
Also entschied ich mich für eine Solopartie, in der ich zwei
Helden steuerte. Und der Spielspaß war von Anfang an wieder da. Sogar noch mehr
als in der Dreiergruppe, denn alleine konnte ich den Texten auf dem Tablet
besser folgen und die „Klickgeschwindigkeit“ meinen Vorlieben anpassen. So,
dann wollen wir jetzt mal konkreter werden, denn bis dahin war dieser Block
eher eine Erlebnisschilderung als eine Rezension. Descent – Legenden der Finsternis spielt zwar in Terrinoth, ist
aber kein Descent 3. Darauf wurde
seitens des Verlags immer wieder hingewiesen. Und in der Tat unterscheidet sich
Legenden der Finsternis teilweise
massiv von der Reise ins Dunkel. Das
fängt schon bei der Optik an. Während Descent
1 und 2 klassische Fantasy
Illustrationen hatten, wartet Legenden
der Finsternis mit moderneren Ausprägungen auf, die comicartig konzipiert
sind. Um ehrlich zu sein – mein Ding ist das nicht. Mir hat der alte Stil
wesentlich besser gefallen, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich so
langsam ein alter Knopp bin ;-)
Die Figuren bzw. Minis sind aber klasse. Sie sind fein und
detailreich und fungieren insbesondere in bemalten Zustand als echter
Augenschmaus. Gleiches gilt für die 3D-Geländeteile. Ein aufgebautes Szenario
im 3D-Design ist ein absoluter Hingucker und hat einen einzigartigen Charakter
mit einem Flair, das man so in keinem anderen Spiel findet. Am Material der VÖ
gibt es also nichts auszusetzen. Da sind ausschließlich Lobesworte angebracht.
Ebenso lobenswert ist die Spielanleitung und teilweise auch die App zum Spiel.
Diese führt die Spieler hervorragend durch die Kampagne und managt die
administrativen Aufgaben brillant. Nichtsdestotrotz ist die App aber auch ein
Fluch (neben dem geschilderten Segen). Denn sie ist äußerst dominant und ab
einem gewissen Zeitpunkt (als ich in gefundenen Materialien schwamm) empfand
ich sie sogar als unübersichtlich. Ich persönlich mag es einfach lieber, wenn
ich meine Waffen mit allen Ausprägungen und zukünftigen Möglichkeiten direkt
vor mir sehe. Das finde ich einfach übersichtlicher als eine Option in der App.
Am Anfang kommt das nicht so extrem zum Tragen. Da macht es durchaus Sinn,
alles herzustellen und auszurüsten, was möglich ist. Später ändert sich das.
Soll ich wirklich ein weiteres Rezept für einen Schaft herstellen? Ist der
besser als mein alter? Solche Fragen lassen sich meiner Meinung nach analog
leichter beantworten als digital am Bildschirm, auf dem sich etliche weitere
Informationen tummeln.
Zurück zum Spielbericht meiner Solo-Erfahrung. Ähnlich wie
in der Gruppe machte sich bei mir irgendwann eine Ermüdungserscheinung
bemerkbar. Wie lange dauert das denn noch? Oh Mann … schon wieder ellenlanges
Gequatsche (durchklick, ohne alles aufmerksam zu lesen). Demgegenüber gab es
aber immer wieder saugeile Szenarien, die tierisch Spaß machten. An dieser
Stelle sei an den Vergleich der Achterbahnfahrt erinnert … es ging rauf und
runter. Alles in allem hat mir Legenden
der Finsternis bis dahin trotzdem sehr gut gefallen. Die Höchstpunktzahl
hätte ich zwar nicht vergeben, aber ich wäre nur knapp drunter geblieben. Dann
jedoch kam das Finale, was mich zu meiner absoluten Hauptkritik führt.
Kurz und bündig: mit zwei Helden ist das Finale meiner
Meinung nach nicht zu gewinnen. Auch nicht auf dem einfachsten
Schwierigkeitsgrad. Es fängt ja relativ einfach an, aber in der letzten Phase
ist der Übermacht der Gegner nicht beizukommen. Mit vier Helden ist das
Abenteuer wahrscheinlich zu schaffen, aber mit zwei Charakteren sehe ich absolut
keine Möglichkeit. Ergo: die Skalierung des Spiels ist broken. Und das
„Schlimmste“ ist, dass dieses Finale bei einer Niederlage laut App wiederholt
werden soll. Nun gut … nochmals mit zwei Helden versucht und abermals krachend
gescheitert. Sorry, aber sowas geht gar nicht. Wenn die Entwickler das Finale
für das Heldenmaximum vorgesehen haben, dann erwarte ich eigentlich einen
entsprechenden Hinweis. Denn als Solospieler ist es wichtig zu wissen, wieviele
Charaktere man steuern muss (deshalb spiele ich auch kein Zombicide solo und nicht mal Deep
Madness). Legenden der Finsternis
hat so viele großartige Aspekte – warum muss das Finale den allgemein positiven
Gesamteindruck derart schmälern? Echt schade.
Fazit:
Welche Note /Beurteilung soll ich nach so vielen Ups and
Downs vergeben? Ehrlich gesagt bin ich unschlüssig. Auf der einen Seite hat mir
das Spiel über 40 Stunden beste Unterhaltung beschert und mich teilweise sogar
begeistert. Auf der anderen Seite gab es die angesprochenen Kritikpunkte, die
im Finale gipfelten. Sagen wir´s so: Legenden
der Finsternis ist definitiv ein gutes bis sehr gutes Spiel, das aber nicht
allen Spielern gleichermaßen ans Herz gelegt werden kann. Wer App-Unterstützung
generell ablehnt, bevorzugt ein- bis zweihändig solo spielt und keinen
Text-Overflow mag sollte sich die Anschaffung gut überlegen. Für Vierer-Gruppen
mit App-Dungeon-Crawler-Faible ist das Spiel jedoch eine bedenkenlose
Weiterempfehlung wert.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem zurückliegenden Jahr 2022 können wir auf ein Jahr vieler Highlights und ordentlicher Spiele, vor allem in der Breite zurückblicken. Dazu haben wir zahlreiche Formate produziert, die in schriftlicher Form aber auch in Podcasts das Jahr 2022 sehr genau auseinandergenommen haben.